NachrichtenKryptoSenat verschiebt Abstimmung über den CLARITY Act und befeuert die Debatte um XRP erneut

Senat verschiebt Abstimmung über den CLARITY Act und befeuert die Debatte um XRP erneut

Autor: DailyCoin·

Wichtige Erkenntnisse

  • Die Abstimmung des Senats über den CLARITY Act wurde verschoben und dürfte vor der August-Pause nicht mehr stattfinden.
  • XRP-Befürworter verweisen darauf, dass der frühere Gerichtssieg des Tokens beim Thema Wertpapiere einen wichtigen rechtlichen Vorteil verschafft.
  • Kritiker betonen, dass ein Urteil eines Bundesgerichts den breiteren und dauerhafteren Schutz eines Bundesgesetzes nicht ersetzt.
  • Charles Hoskinson warnt, dass der CLARITY Act der SEC weiterhin erheblichen Spielraum bei der Einordnung digitaler Vermögenswerte lassen könnte.
  • Berichten zufolge liegt der Gesetzentwurf bei etwa 51 bestätigten oder wahrscheinlichen Ja-Stimmen und damit unter den nötigen 60 Stimmen.
Senat verschiebt Abstimmung über den CLARITY Act und befeuert die Debatte um XRP erneut

Die mit Spannung erwartete Abstimmung des US-Senats über den CLARITY Act wurde verschoben. Da die Senatsführung Nominierungen und einen Russland-Sanktionsentwurf priorisiert, ist es nun unwahrscheinlich, dass das Marktstruktur-Gesetz vor der August-Pause im Plenum zur Abstimmung kommt.

Die Verzögerung hat für XRP, einen der am stärksten prozessierten Token im Kryptomarkt, einen neuen Belastungstest geschaffen. In der XRP-Community ist ein bekanntes Argument wieder aufgekommen: ob die Verabschiedung oder das Scheitern des Gesetzentwurfs die Position des Tokens angesichts seines früheren Gerichtserfolgs überhaupt wesentlich verändern würde.

Anhänger dieser Sichtweise sagen, XRP habe den zentralen Streit „ist es ein Wertpapier?“ bereits geführt und gewonnen und damit einen bedeutenden Präzedenzfall geschaffen, auf den sich Institutionen auch dann stützen können, wenn der Kongress bei einer umfassenderen Gesetzgebung weiter verzögert.

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Diese Zuversicht stößt jedoch auf Skepsis.

Macht ein Urteil eines Bundesgerichts XRP unangreifbar?

Die bullishe Sicht stützt sich auf die Annahme, dass die frühere Gerichtsentscheidung bereits eine praktische rote Linie gezogen hat. Nach dieser Lesart verfügt XRP über etwas, das den meisten Marktteilnehmern weiterhin fehlt: ein konkretes gerichtliches Ergebnis, auf das verwiesen werden kann, während die Gesetzgeber noch an einem Rahmen für die Branche arbeiten.

Kritiker sind davon nicht überzeugt. Ein Urteil auf Bezirksebene hat Grenzen: Es bindet künftige Durchsetzungen nicht automatisch umfassend, und es hat nicht das gleiche Gewicht wie ein vom Kongress verabschiedetes Gesetz. Ihr Punkt ist nicht, dass der Gerichtserfolg bedeutungslos sei.

US Senate: Clarity Act is delayed Crypto investors: pic.twitter.com/8Yykrk8sBZ — Ash Crypto (@AshCrypto) July 28, 2026

US Senate: Clarity Act is delayed Crypto investors: pic.twitter.com/8Yykrk8sBZ

Vielmehr argumentieren sie, dass Gesetzgebung weiterhin der einzige dauerhafte Schutz gegen wechselnde regulatorische Prioritäten in künftigen Regierungen ist. Eine heute günstige Entscheidung kann deutlich weniger Schutz bieten, wenn eine spätere SEC die Grenzen erneut austestet. Genau deshalb hat die Verzögerung im Senat eine Bedeutung über den unmittelbaren politischen Kalender hinaus: Sie lässt die Frage der Marktstruktur für Token offen, deren Einordnung weiterhin davon abhängt, wie Aufsichtsbehörden und Gerichte die Grenze zwischen Wertpapieren und Rohstoffen ziehen.

Charles Hoskinsons Warnung bleibt aktuell

Cardano-Gründer Charles Hoskinson äußert eine grundsätzlicheren Kritik am CLARITY Act. Aus seiner Sicht behandelt der Gesetzentwurf neue digitale Vermögenswerte standardmäßig als Wertpapiere und zwingt Projekte dazu, bei der SEC einen Antrag zu stellen und nachzuweisen, dass sie den Standard eines „mature blockchain system“ erfüllen, bevor sie eher wie Rohstoffe behandelt werden können.

UPDATE: #Cardano $ADA Founder Charles Hoskinson says "the next 3 to 6 months are gonna continue being painful unless the CLARITY Act can pass, and if it does, then we'll get a boost, but it's false hope, you'll see a crash down from that rebound." pic.twitter.com/TaFql2cNNL — Angry Crypto Show (@angrycryptoshow) July 28, 2026

UPDATE: #Cardano $ADA Founder Charles Hoskinson says "the next 3 to 6 months are gonna continue being painful unless the CLARITY Act can pass, and if it does, then we'll get a boost, but it's false hope, you'll see a crash down from that rebound." pic.twitter.com/TaFql2cNNL

Hoskinsons weitergehende Sorge betrifft das Risiko des Verfahrens selbst. Selbst wenn der Entwurf theoretisch einen Weg nach vorn eröffnet, warnt er, dass eine aggressivere Aufsichtsbehörde Anträge verzögern, die Definition von „common control“ ausweiten oder Tests verwenden könnte, die an Token-Verteilung und Wertzuordnung anknüpfen.

Auch die Konzentration von Beständen, oft im Zusammenhang mit großen Wallets von Emittenten diskutiert, wird unter einigen Auslegungen des Gesetzes als möglicher Druckpunkt genannt. Für Projekte, die die Auswirkungen des Entwurfs vor Inkrafttreten einordnen wollen, dreht sich die Debatte um CLARITY damit weniger um eine einzelne Abstimmung als um die Frage, wie viel Ermessensspielraum die SEC unter einem neuen Regime behalten würde.

Die politische Mathematik bleibt schwierig

Berichten zufolge liegt der Gesetzentwurf weiterhin bei rund 51 bestätigten oder wahrscheinlichen Ja-Stimmen und damit unter den 60 Stimmen, die für ein Weiterkommen erforderlich sind. Die verbleibende Lücke hängt von der Unterstützung der Demokraten ab, und der ethische Streit, der die Verhandlungen belastet hat, verschwindet nicht nur deshalb, weil der Kalender weiterläuft.

🇺🇸LATEST: Senate Majority Leader John Thune confirms the CLARITY Act will receive a Senate vote before the August recess. Speaking on Fox News, Thune said Russia sanctions remain the Senate's top priority, but confirmed lawmakers will also move forward with a vote on the CLARITY… pic.twitter.com/6aWQ41gR4D — Coin Bureau (@coinbureau) July 28, 2026

🇺🇸LATEST: Senate Majority Leader John Thune confirms the CLARITY Act will receive a Senate vote before the August recess. Speaking on Fox News, Thune said Russia sanctions remain the Senate's top priority, but confirmed lawmakers will also move forward with a vote on the CLARITY… pic.twitter.com/6aWQ41gR4D

Die Verzögerung verdeutlicht eine größere Realität: Regulatorische „Klarheit“ kann Unsicherheit verringern, sie kann Risiken aber auch auf eine Weise verschieben, die der Markt oft erst einpreist, wenn die konkrete Regelsetzung beginnt. XRP hat durch sein Gerichtsurteil einen echten Vorsprung.

Ob dieser Vorsprung den nächsten Regulierungszyklus übersteht, bleibt offen — vor allem jetzt, da die gesetzgeberische Lösung mindestens bis September verschoben wurde.

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