Exklusiv: City-basierte, von Private Equity unterstützte Leichtathletik-Liga sucht Finanzierung im siebenstelligen Bereich vor Start 2027
Wichtige Erkenntnisse
- •Die geplante Liga setzt auf Stadt-Franchises und Straßenrennen statt auf traditionelle Bahnformate.
- •Der frühere Läufer Florian Lussy leitet das Projekt über R-evo Ventures und sucht Finanzierung im siebenstelligen Bereich.
- •Athleten sollen Beteiligungen an den Franchises erhalten, was in der Leichtathletik ungewöhnlich ist.
- •Die Organisatoren haben ihre erste Gastgeberstadt gesichert und peilen einen Start 2027 an, auch wenn die erste Saison möglicherweise kein vollständiger Kalender wird.
- •Lussy sagte, man spreche mit mehreren Athleten, darunter einige bekannte Namen, und es gebe acht weitere Interessenten auf der Warteliste.

Eine neue, auf Städte ausgerichtete Leichtathletik-Liga, die auf urbane Franchises, Straßenläufe und an Wettbewerber verkaufte Beteiligungen setzt, sucht vor einem geplanten Start im Jahr 2027 eine Finanzierung im siebenstelligen Bereich, wie City AM exklusiv berichtet.
Der ehemalige Läufer Florian Lussy treibt das bislang unbenannte Projekt über seine Firma R-evo Ventures voran. Das Vorhaben soll von Private Equity und Sponsoring unterstützt werden und hat bereits seine erste Gastgeberstadt gesichert.
Der Vorstoß fällt in eine Phase, in der privates Kapital weiterhin neue Formate für die Leichtathletik testet, während die Diamond League den etablierten Spitzenzirkus des Sports weiter verankert und Start-up-Ligen um frischere, sendefreundliche Produkte werben.
"We want to create an ecosystem that allows the sport to grow beyond the performance-driven routes and actually become an entertainment product competing against SailGP and Formula 1 in a format that is more appealing to the today's 25-year-old," sagte Lussy gegenüber City AM.
Die Vergleichsgrößen sind beide Franchise-artigen, von Stadt zu Stadt ziehenden Serien: Formel 1, das 2017 vom US-Medienkonzern Liberty Media übernommen wurde, und SailGP, die 2019 gestartete Segelliga für Nationalteams. Genau dieses Unterhaltungsmodell will Lussy auf das Laufen übertragen.
"Our vision for the sport is that we create a world where running is run as a franchise system where you have teams across Europe in the beginning and then global. And they race against each other in a new format."
Das Format, so Lussy, basiert auf Veranstaltungen ohne Laufbahn, mit Rennen, die an städtische Radrennen erinnern und sich an der Dauer statt an der Distanz orientieren. Dauerbasierte Rennen sind ein Grundelement des Kriteriums im Radsport, bei dem Fahrer für eine festgelegte Zeit statt über eine feste Distanz auf kurzen Stadtkursen sprinten.
"Our goal is to go off the track because it's about creating something totally new," fügte er hinzu. "The format will be quite different to what we have seen in running so far."
Athletics on the rise?
Lussy räumt ein, dass ein Wettkampfabschnitt in London ein zentrales Ziel wäre, aber eine erste Saison im kommenden Jahr möglicherweise nicht einen vollständigen Kalender umfasst. Als bevorzugtes Modell nennt er Athlos, die ausschließlich weibliche Veranstaltung, und nicht Michael Johnsons Grand Slam Track.
Athlos, das sechsteilige Frauenmeeting, das vom Reddit-Mitgründer Alexis Ohanian gegründet wurde, debütierte im September 2024 in New York und kehrte 2025 für eine zweite Ausgabe zurück. Grand Slam Track, gestartet vom früheren Olympiasieger Michael Johnson, absolvierte 2025 seine erste Saison, bevor das Unternehmen später im selben Jahr Insolvenzschutz beantragte.
"Grand Slam Track did quite a few things wrong," sagte er. "But they also had a few good things that they tried to do in this sport. You need to ensure that you build the trust that the athletes don't have the fear of getting let down again and for that you need to set up a structure that allows them to be partially involved in the decisions and grow in their engagement over time.
"Our goal is definitely to sell it [down the line] but the athletes will have stakes in the franchises. We believe that our racing will be a bit less taxing to their bodies because it's not a typical distance. It's fine if they're not in the best shape so we believe that they're more interested in racing with us than they ever were at Grand Slam Track."
Athletenbeteiligungen bleiben in der Leichtathletik selten, wo Einkommen traditionell aus Startgeldern, Preisgeldern und Sponsoring statt aus Eigentumsanteilen stammt.
Jedes Leichtathletikteam wird ein Heimrennen erhalten, aber nicht alle Athleten müssen aus dem Land stammen, dessen Stadt Gastgeber ist. Lussy deutet an, dass auch Läufer mit großer Präsenz in sozialen Medien dabei sein könnten.
"We're in talks with two three really big names and have eight athletes on the waiting list that are interested to join. We kind of want to create a mix of athletes that were in Birmingham and then also some a sub-elite that have a solid reach because in the end, it's an entertainment product."