NachrichtenMakroFilmschaffende über unabhängiges Kino und kreative Freiheit bei Cinemalaya 2026

Filmschaffende über unabhängiges Kino und kreative Freiheit bei Cinemalaya 2026

Autor: Bworldonline·

Wichtige Erkenntnisse

  • •Das 22. Cinemalaya Philippine Independent Film Festival findet vom 6. bis 18. August statt und zeigt neun Langfilme sowie 10 Kurzfilme an mehreren Orten, darunter die Red Carpet Cinemas im Shangri-La Plaza und Gateway Cineplex 18.
  • •Ma-an L. Asuncion-Dagñalans Beitrag „2 Valid IDs“ wurde über das Cinemalaya Lab entwickelt und behandelt systemische Bürokratie sowie Defizite im Gesundheitswesen, die marginalisierte Gemeinschaften auf den Philippinen betreffen.
  • •Dustin Celestinos „A.ni.mal“ ist eine schwarze Komödie über politisch mächtige Familien, die in nur vier Tagen ausschließlich mit Mobiltelefonen gedreht wurde und zeigt, wie zugängliche Technologie Produktionshürden im Independent-Kino senkt.
  • •JL Burgos wechselt mit „Ganggang“ vom Dokumentarfilm „Alipato at Muog“ aus dem Jahr 2024 zur erzählerischen Form; das Coming-of-Age-Drama über Kinder, die sich gegen Mobbing wehren, hält an seinem Fokus auf Menschenrechte fest.
  • •Die drei zurückkehrenden Filmschaffenden sind sich einig, dass Festivals wie Cinemalaya wichtige Plattformen für gesellschaftlich relevante Geschichten bieten, die kommerzielle Kinos meiden; Asuncion-Dagñalan betont zudem, dass Independent-Kino auch Mainstream-Studios zu mutigeren Stoffen inspirieren kann.
Filmschaffende über unabhängiges Kino und kreative Freiheit bei Cinemalaya 2026

Das 2005 gegründete Cinemalaya Independent Film Festival hat sich als eine der bekanntesten Plattformen der Philippinen für unabhängiges Filmschaffen etabliert. Es ist dafür bekannt, Nachwuchsregisseure zu fördern und Werke hervorzubringen, die später auch auf internationalen Festivals Beachtung fanden. In jedem Jahr weist das Hauptwettbewerbsfeld eine beträchtliche Zahl zurückkehrender Filmschaffender auf. BusinessWorld sprach mit drei von ihnen über den aktuellen Stand des philippinischen Independent-Kinos.

Für Ma-an L. Asuncion-Dagñalan, eine Regisseurin und Drehbuchautorin, deren Debütfilm Blue Room 2022 bei Cinemalaya als Bester Film ausgezeichnet wurde, eröffnet das Independent-Kino Filmschaffenden die Möglichkeit, Konzepte zu erkunden, die in großen Studios schwer umzusetzen wären.

„Independent cinema is produced outside a big or mainstream studio“, sagte sie per E-Mail. „But in terms of funding, we are able to apply for grants, or pitch to festivals and potential investors.“

Ihr Beitrag für das diesjährige Cinemalaya ist 2 Valid IDs, ein Drama über die Schwierigkeiten, mit denen marginalisierte Bevölkerungsgruppen beim Zugang zu staatlichen Leistungen konfrontiert sind. Das Drehbuch wurde von Abet Pagdagdagan Raz geschrieben, der sich von der einmonatigen Einweisung seiner Mutter in ein Provinzkrankenhaus inspirieren ließ. Diese Erfahrung motivierte ihn zu einer Geschichte, die zwei systemische Probleme miteinander verknüpft — Bürokratie und Gesundheitsversorgung.

„This story was the one he submitted to the Mowelfund workshop, though it was originally a short story“, sagte Ms. Asuncion-Dagñalan. „Then he approached me and pitched this story to me because he wanted me to direct it. Since it is a socio-political story, which I am so drawn to, I felt it was very important to tell so I immediately said yes.“

Die beiden entwickelten das Drehbuch nach der Einreichung beim Cinemalaya Lab, wo es angenommen wurde. Das Entwicklungsprogramm des Festivals ist für Erst- und Rückkehrende zu einer wichtigen Pipeline geworden und bietet Mentoring und Feedback, die Projekte formen, bevor sie ihr Publikum erreichen.

Dustin Celestino, ein Dramatiker und Regisseur, dessen Filme Ang Duyan ng Magiting und Habang Nilalamon ng Hydra ang Kasaysayan 2023 und 2025 bei Cinemalaya gezeigt wurden, ging einen ähnlichen Entwicklungsweg. Sein Beitrag in diesem Jahr ist A.ni.mal, eine schwarze Komödie und Gesellschaftssatire über politisch mächtige Familien.

„Beyond the grants Cinemalaya provides, the festival also allows for plenty of creative freedom. The stories I tell are difficult ones, not always the most profitable ones“, sagte Mr. Celestino BusinessWorld per Messenger.

„There are very few venues and platforms that actually make room for such work“, fügte er hinzu.

Angesichts der jedes Jahr steigenden Produktionskosten wollen die heutigen Independent-Regisseure zeigen, dass Filmemachen „for everyone and not just for big productions with money to burn“ ist.

  • A.ni.mal* markiert im Vergleich zu Mr. Celestinos beiden vorherigen Filmen einen tonal anderen Ansatz, mit einer verschlageneren und humorvolleren Ausrichtung. Bemerkenswert ist auch, dass der Film ausschließlich mit Mobiltelefonen und innerhalb von vier Tagen gedreht wurde — ein Hinweis auf einen breiteren Trend im globalen Independent-Kino, in dem zugängliche Technologie die Einstiegshürden für Erzähler außerhalb traditioneller Studio-Strukturen gesenkt hat.

„We want to encourage people to stop trying to make films the way big studios do“, sagte er.

JL Burgos, dessen Dokumentarfilm Alipato at Muog 2024 bei Cinemalaya gezeigt wurde, schlägt in diesem Jahr eine ganz andere Richtung ein. Sein Beitrag, Ganggang, ist ein Coming-of-Age-Drama, das in einer Provinz spielt und Kinder in den Mittelpunkt stellt, die sich gegen Mobbing wehren.

„The need to tell these stories remains inseparable from the need to change deplorable conditions that make them necessary in the first place“, sagte er. „We have no delusions that films will change society for the better, but at least we put important issues up for discourse. While Alipato at Muog is a documentary and Ganggang is narrative in form, both have the same fire for human rights.“

Er erklärte, dass „commercial cinemas are afraid of socially charged films, especially themes that expose abuses committed by the state.“ Festivals wie Cinemalaya beseitigen diese Einschränkung, indem sie Filmschaffenden die Möglichkeit geben, Themen ihrer Wahl zu erkunden.

Ms. Asuncion-Dagñalan bekräftigte dies und betonte, dass sowohl Blue Room als auch 2 Valid IDs die harten Realitäten der Philippinen thematisieren.

„But 2 Valid IDs focuses more on the marginalized population of our country. Most of these people are from far-flung places. They are busy working seven days a week and they are preoccupied surviving in their daily lives“, sagte sie. „We all know how fragmented our identification system is. Not only that, our healthcare system is also broken. The first people who are affected by it are those people on the margins of society.“

Da sie sowohl in der Mainstream- als auch in der Independent-Welt arbeitet, fügte sie hinzu, könne Independent-Kino auch den Mainstream beeinflussen.

„Big studios can also venture into bold and unconventional stories“, sagte sie.

Mr. Burgos schloss mit der Aussage, dass echte Independent-Filme „the message the hero“ machen, unabhängig von den Schauspielern oder dem Budget.

„Independent films should be the counterculture to the dominant culture“, sagte er.

Das 22. Cinemalaya Philippine Independent Film Festival findet vom 6. bis 18. August in den Red Carpet Cinemas im Shangri-La Plaza, ausgewählten Ayala Malls Cinemas und im Gateway Cineplex 18 statt. Gezeigt werden neun Langfilme und 10 Kurzfilme. Reguläre Tickets kosten P350.

— Brontë H. Lacsamana