Chinas Solarkapazität soll in diesem Quartal Kohle übertreffen
Wichtige Erkenntnisse
- •Chinas installierte Solarkapazität erreichte bis Mitte 2026 1.274 GW und lag damit nur 1 GW unter der Kohlekapazität von 1.275 GW; ein Überholen wird noch im laufenden Quartal erwartet.
- •Der Anteil der Kohle an Chinas Stromerzeugung fiel erstmals in der Statistik unter 50% und lag im ersten Halbjahr 2026 durchschnittlich bei 49,7%.
- •Die Stromerzeugung aus nicht-fossilen Energien stieg im Jahresvergleich um 8,5% und machte in den ersten sechs Monaten 2026 70,7% des gesamten zusätzlichen Stromerzeugungszuwachses aus.
- •Erneuerbare Energien stellten im ersten Halbjahr 2026 41,2% der gesamten Stromerzeugung Chinas; Wind und Solar zusammen kamen auf nahezu 25%.
- •Trotz des Rückgangs des Kohleanteils bleibt China für industrielle Aktivitäten und Netzstabilität weiterhin auf Kohle angewiesen, da die Unregelmäßigkeit der Solarenergie die tatsächlich gelieferte Strommenge begrenzt.

China dürfte nach Angaben der Behörden bereits in diesem Quartal über mehr installierte Solarkapazität als kohlebefeuerte Erzeugungskapazität verfügen.
Bis Ende Juni lag Chinas installierte Solarkapazität bei 1.274 Gigawatt (GW) und damit nur knapp unter der installierten Kohlekapazität von 1.275 GW, wie aus einem Halbjahresbericht des China Electricity Council (CEC) hervorgeht, wie China Daily berichtet.
„Bis Ende Juni hatte die gesamte Solarkapazität mit der Kohle gleichgezogen und sie damit faktisch als größte primäre Energiequelle des Landes eingeholt“, hieß es in dem CEC-Bericht.
Erneuerbare Energiequellen sind in China zum wichtigsten Treiber neuer Kapazitätszugänge im Stromsektor geworden, fügte der CEC-Bericht hinzu. Das Land ist der weltweit größte Produzent und Verbraucher von Kohle sowie der größte Emittent von Treibhausgasen, weshalb das Tempo seiner Energiewende für die globalen Klimafolgen von entscheidender Bedeutung ist. China hat zugesagt, die CO2-Emissionen vor 2030 zu peaken und vor 2060 CO2-Neutralität zu erreichen.
In der ersten Hälfte von 2026 stieg Chinas gesamte Stromerzeugung aus nicht-fossilen Energien um 8,5% gegenüber dem Vorjahreszeitraum, sagte Hou Wenjie, Direktor der Abteilung für Statistik und Datenintelligenz beim CEC. „Das zusätzliche Wachstum der Stromerzeugung aus nicht-fossilen Energien machte 70,7 Prozent des gesamten zusätzlichen Stromerzeugungszuwachses landesweit aus“, sagte Hou.
Unabhängig davon zeigten offizielle chinesische Daten, die bereits zu Wochenbeginn veröffentlicht wurden, dass der Anteil der Kohle an Chinas Stromerzeugung im ersten Halbjahr 2026 erstmals in der Statistik unter 50% fiel – ein Meilenstein in der chinesischen Politik, den Ausbau nicht-fossiler Stromquellen voranzutreiben. Kohle machte in den ersten sechs Monaten des Jahres durchschnittlich 49,7% der gesamten Stromerzeugung aus, wie die Daten am Donnerstag zeigten.
Mit dem Rückgang des Kohleanteils stieg die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien laut Angaben der chinesischen National Energy Administration (NEA) um etwa 9% gegenüber dem Vorjahr. Erneuerbare Energien kamen im ersten Halbjahr 2026 auf 41,2% der gesamten Stromerzeugung Chinas, wobei Wind und Solar zusammen nahezu 25% der gesamten Stromproduktion lieferten. Die Lücke zwischen Kapazität und Erzeugung spiegelt die Unregelmäßigkeit der Solarenergie wider – Solaranlagen erzeugen in der Regel weniger Stunden pro Jahr Strom als rund um die Uhr laufende Kohlekraftwerke –, sodass gleiche installierte Kapazität noch nicht zu gleicher tatsächlich gelieferter Strommenge führt.
Trotz des Erreichens des Meilensteins, den Kohleanteil an der Gesamtstromerzeugung erstmals unter 50% zu senken, bleibt China für die industrielle Stromversorgung und zur Sicherung der Netzstabilität weiterhin auf Kohle angewiesen.
Quelle: OilPrice.com, basierend auf Daten des China Electricity Council und der chinesischen National Energy Administration, über China Daily.