China schränkt Zugang zum Goldhandel für Privatanleger ein, da ICBC Einzelkonten an der Shanghai Gold Exchange beendet
Wichtige Erkenntnisse
- •ICBC, gemessen an der Bilanzsumme die größte Bank der Welt, beendet den Zugang von Privatanlegern zum Edelmetallhandel über die Shanghai Gold Exchange; mehrere andere große chinesische Banken haben bereits ähnliche Schritte unternommen.
- •Chinesische Haushalte können weiterhin physische Barren kaufen, Goldansparpläne nutzen und in Gold-ETFs investieren, sodass die Änderung auf gehebelten Handel und nicht auf den Besitz an sich abzielt.
- •Gold notiert nahe $4,067 je Unze, rund 1.5% niedriger, während Silber bei etwa $58.06 liegt, rund 2.75% im Minus, da höhere Treasury-Renditen und ein stärkerer Dollar die Nachfrage nach sicheren Häfen überwiegen.
- •Die Ölpreise sind nach Angriffen auf zwei saudische Tanker im Roten Meer in Richtung $100 je Barrel gestiegen, was Inflationssorgen verstärkt und die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen über 4.7% getrieben hat.
- •Die Europäische Zentralbank beließ die Zinsen bei 2.25% und warnte, dass die volle inflationäre Wirkung des Energieschocks noch nicht zu spüren sei.

China schränkt Zugang zum Goldhandel für Privatanleger ein, da ICBC Einzelkonten an der Shanghai Gold Exchange beendet
Von David Russell, GoldCore
Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Artikels wird Gold nahe $4,067 je Unze gehandelt, ein Tagesminus von etwa 1.5%, während Silber bei rund $58.06 liegt, etwa 2.75% niedriger.
Die heutige Marktreaktion wird weiterhin von den möglichen Folgen des anhaltenden Konflikts für Inflation und Zinssätze geprägt. Öl ist nach Angriffen auf zwei saudische Tanker im Roten Meer in Richtung $100 je Barrel gestiegen, wodurch neben der Straße von Hormus eine zweite bedrohte Schifffahrtsroute hinzukommt. Steigende Energiepreise verschärfen die Inflationssorgen und treiben die Renditen von US-Staatsanleihen sowie den Dollar nach oben. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen stieg heute über 4.7% und setzte Gold und Silber erneut unter Abwärtsdruck, obwohl die Nachfrage nach sicheren Häfen anhält.
Auch die Europäische Zentralbank hat die Zinsen unverändert bei 2.25% belassen und darauf hingewiesen, dass die volle inflationäre Wirkung des Energieschocks noch nicht zum Tragen gekommen ist. In den Vereinigten Staaten fielen die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe auf 187,000, was die Erwartung stärkt, dass die Federal Reserve die Zinsen nicht überstürzt senken wird. Derzeit überwiegen höhere Renditen und ein stärkerer Dollar die kurzfristige geopolitische Unterstützung für Gold. Silber steht zusätzlich unter Druck, da es auch von Sorgen über Wirtschaftswachstum und industrielle Nachfrage betroffen ist.
Chinas struktureller Wandel
Während Händler auf die kurzfristige Preisentwicklung blicken, nimmt China eine potenziell bedeutende Veränderung an der Struktur seines Goldmarktes vor. ICBC, Chinas größte Bank und gemessen an der Bilanzsumme die größte Bank der Welt, beendet den Zugang einzelner Kunden zum Edelmetallhandel über die Shanghai Gold Exchange. Mehrere andere große chinesische Banken haben bereits ähnliche Schritte unternommen.
Dies ist kein Verbot des Besitzes von physischem Gold. Chinesische Haushalte können weiterhin Barren kaufen, an Goldansparplänen teilnehmen und in Gold-ETFs investieren. Vielmehr scheint China eine klarere Trennlinie zwischen Gold als Spar- und Währungsanlage und Gold als gehebeltem Handelsinstrument für Privatanleger zu ziehen. Diese Unterscheidung ist relevant, weil sie eine Form des Marktzugangs für Privatanleger einschränkt, ohne die Kanäle für Haushalte zu entfernen, die mit physischem Besitz und längerfristigen Sparprodukten verbunden sind.
Breiterer Kontext
In einer jüngsten Folge von GoldCore TV untersuchten Analysten, warum diese Handelskanäle geschlossen werden und wie die Entscheidung mit Chinas fortgesetztem Aufbau von Goldreserven, seiner Kontrolle über physische Barrenströme sowie dem Ausbau seiner Infrastruktur für Lagerung, Clearing und internationale Abwicklung zusammenpasst.
Die zentrale Frage bleibt, ob es bei diesem Schritt lediglich darum geht, Privatanleger vor Volatilität zu schützen, oder ob China ein weiteres Element einer längerfristigen geldpolitischen Strategie positioniert. Weitere Maßnahmen großer chinesischer Banken sowie mögliche Änderungen bei den verbleibenden Wegen für Privatanleger zu Barren, Ansparplänen und ETFs werden wichtig sein, um einzuschätzen, wie weit dieser strukturelle Wandel reicht.
Quelle: GoldSeek