NachrichtenAktienChina ordnet Rückruf von 4,3 Millionen Fahrzeugen wegen Sicherheitsmängeln an, darunter 2,98 Millionen Teslas

China ordnet Rückruf von 4,3 Millionen Fahrzeugen wegen Sicherheitsmängeln an, darunter 2,98 Millionen Teslas

Autor: CryptoBriefing·

Wichtige Erkenntnisse

  • Tesla entfallen rund 2,98 Millionen der 4,3 Millionen Fahrzeuge im chinesischen Rückruf wegen Türgriff-Sicherheitsmängeln.
  • Der Türgriff-Rückruf betrifft in China gebaute Model-3- und Model-Y-Fahrzeuge und wird über Warnaufkleber sowie ein OTA-Update umgesetzt, das nach einem Unfall die Fenster senkt.
  • Zu den weiteren genannten Herstellern gehören Xiaomi, Leapmotor und Xpeng, deren betroffene Stückzahlen jedoch deutlich niedriger sind.
  • Ein separater Rückruf betrifft etwa 2,74 Millionen in China produzierte Model-3- und Model-Y-Fahrzeuge wegen Fahrerüberwachungssystemen für assistiertes Fahren.
  • China erklärte im Februar 2026, dass neue Modelle mit verdeckten elektronischen Türgriffen ab 2027 manuelle Notentriegelungen enthalten müssen.
China ordnet Rückruf von 4,3 Millionen Fahrzeugen wegen Sicherheitsmängeln an, darunter 2,98 Millionen Teslas

Chinas Staatliche Verwaltung für Marktregulierung hat neun Autohersteller angewiesen, rund 4,3 Millionen Fahrzeuge wegen Sicherheitsmängeln zurückzurufen, wobei Tesla mit etwa 2,98 Millionen Einheiten den größten Anteil ausmacht. Der Rückruf soll am 25. September 2026 in Kraft treten und betrifft ein grundlegendes, aber ernstes Sicherheitsproblem: Fahrer und Passagiere könnten im Notfall ihre Fahrzeugtüren nicht öffnen.

Das Problem betrifft bündig abschließende oder versenkbare Türgriffe, die aus aerodynamischen Gründen fast eben mit der Fahrzeugkarosserie abschließen. Kommt es zu einem Unfall, der das elektrische System außer Kraft setzt, können diese Griffe schwer zu bedienen sein, insbesondere wenn ein Insasse die mechanische Notentriegelung nicht schnell findet. Damit ist der Rückruf mehr als ein Designproblem: Er betrifft eine zentrale Sicherheitsfunktion, die funktionieren muss, wenn das Fahrzeug keinen Strom mehr hat.

Der Tesla-Rückruf betrifft Model 3 und Model Y

Die zurückgerufenen Tesla-Fahrzeuge sind überwiegend in China gebaute Model-3- und Model-Y-Modelle sowie eine kleinere Zahl importierter Fahrzeuge. Dem Rückrufplan zufolge erhalten die meisten betroffenen Fahrzeuge kostenlose Warnaufkleber, die auf den Notfallmechanismus zum Öffnen der Türen hinweisen. Tesla wird außerdem ein Over-the-Air-Software-Update ausspielen, das nach einer erkannten Kollision automatisch die Fenster senkt und so eine alternative Ausstiegsmöglichkeit schafft, falls sich die Türen nicht öffnen lassen.

Der Rückruf betrifft nicht nur Tesla. Zu den weiteren genannten Herstellern gehören Xiaomi, Leapmotor und Xpeng, auch wenn die betroffenen Fahrzeugzahlen dort deutlich geringer sind. Da der Rückruf neun Hersteller umfasst, scheint SAMR das Problem als branchenweite Designfrage und nicht als Defekt eines einzelnen Unternehmens zu bewerten.

Ein zweiter Tesla-Rückruf läuft parallel

Tesla befasst sich gleichzeitig mit einem separaten Rückruf, der etwa 2,74 Millionen in China produzierte Model-3- und Model-Y-Fahrzeuge bis Ende 2025 betrifft. Dieser Rückruf betrifft Fahrerüberwachungssysteme, die in Funktionen des assistierten Fahrens eingesetzt werden.

Derzeit stützen sich diese Systeme auf die Erkennung des Lenkradmoments, um festzustellen, ob der Fahrer aufmerksam ist. SAMR verlangt von Tesla, die betroffenen Fahrzeuge per OTA-Update auf eine Blickerkennung über Innenraumkameras umzustellen, was es deutlich schwerer machen soll, das System über die tatsächliche Aufmerksamkeit des Fahrers zu täuschen. Für Halter bedeuten die beiden Maßnahmen unterschiedliche Lösungen für verschiedene Fahrzeugbereiche, doch beide werden über Software oder Kennzeichnung und nicht über einen vollständigen Hardwaretausch umgesetzt.

China verschärft die Regulierung

SAMR kündigte bereits im Februar 2026 an, dass neue Fahrzeugmodelle mit verdeckten elektronischen Außentürgriffen über manuelle Notentriegelungen verfügen müssen. Diese Vorgabe tritt 2027 in Kraft und macht die aktuelle Generation bündig abschließender Türgriff-Designs für neue Modelle im Wesentlichen obsolet, sofern die Hersteller keine physische Notlösung ergänzen.

Die Regelung spiegelt eine breitere Spannung im Fahrzeugdesign wider. Autohersteller haben über Jahre hinweg physische Knöpfe, Schalter und Griffe durch Touchscreens und elektronische Aktoren ersetzt. Fällt das elektrische System eines Fahrzeugs aus, wird ein Touchscreen nutzlos, und ein elektronischer Türgriff kann zu einem potenziellen Sicherheitsrisiko werden. Der Zeitpunkt der neuen Regel gibt den Herstellern zudem einen klaren Umsetzungszeitraum, um Designs vor Inkrafttreten der Pflicht anzupassen.