China erweitert 1,6-Billionen-Dollar-Wohnungsfonds zur Stützung der Ausgaben für Wohnraum
Wichtige Erkenntnisse
- •Einwohner dürfen nach den im nächsten Monat in Kraft tretenden Regeln Ersparnisse aus dem Wohnungs-Provident-Fund für größere Ausgaben wie Renovierungen verwenden.
- •Die Regeln werden auch die Nutzung des Fonds für Mietzahlungen erleichtern.
- •Erstmals darf das Verwaltungszentrum des Fonds Anleihen politischer Banken kaufen.
- •Der Staatsrat erhält die Befugnis, die Hypothekenzinsen für den Fonds festzulegen.
- •Die Renditen zehnjähriger China Development Bank-Anleihen fielen nach der Ausweitung der Politik deutlich.

China wird den Zugang zu seinem 10,9 Billionen Yuan ($1,6 Billionen) umfassenden Wohnungs-Provident-Fund ausweiten, um den konsumbezogenen Ausgaben rund um Wohnraum zu unterstützen, berichtet Bloomberg News. Nach einer überarbeiteten Verordnung, die nächsten Monat in Kraft tritt, dürfen Einwohner Ersparnisse für größere Ausgaben wie Renovierungen abheben und damit einen zusätzlichen Kanal für Ausgaben mit Wohnungsbezug schaffen, der über Hypotheken hinausgeht.
Die Aufsichtsbehörden werden zudem die Bedingungen für die Nutzung des Fonds zur Mietzahlung lockern. Darüber hinaus wird es dem Verwaltungszentrum des Fonds erstmals gestattet, Anleihen von Policy-Banken zu kaufen, wodurch sich die Anlageoptionen erweitern und die Erträge möglicherweise steigen.
Die Änderungen erfolgen nach einer breiten Abschwächung der chinesischen Wirtschaft im Juli. Der Konsum schwächte sich stärker als erwartet ab, die Hauspreise sanken weiter und Premier Li Qiang forderte zusätzliche Maßnahmen zur Stützung des Wachstums.
Chinas Wohnungs-Provident-Fund verlangt von Arbeitgebern und Beschäftigten monatliche Einzahlungen, die für Hypotheken verwendet werden können, häufig zu niedrigeren Zinssätzen als bei Bankdarlehen. Laut offiziellen Daten umfasste das System nahezu 180 Millionen Arbeitgeber und Arbeitnehmer und hielt 2024 10,9 Billionen Yuan. Dieser Umfang macht den Fonds zu einem bedeutenden Teil von Chinas Wohnungsfinanzierungssystem, insbesondere da die Entscheidungsträger nach Instrumenten suchen, die die Nachfrage stützen können, ohne sich ausschließlich auf Banken zu verlassen.
Die überarbeiteten Regeln geben zudem dem Staatsrat Chinas die Befugnis, die Hypothekenkonditionen für den Fonds festzulegen. Zuvor schlug die Zentralbank Zinssatzänderungen vor, die anschließend die Zustimmung des Staatsrats erforderten.
Analysten von China Index Holdings sagten, die Änderung könne mehr Flexibilität bei Zinsanpassungen schaffen und sei für den Wohnungsmarkt leicht positiv. Über den Fonds vergebene Wohnungsdarlehen sind bereits 0,9 Prozentpunkte günstiger als die referenziellen Hypothekenzinsen der Banken, und Kreditnehmer können Ersparnisse abheben, um Bankhypotheken zurückzuzahlen.
Der Fonds ist für die Wohnungsfinanzierung zunehmend wichtiger geworden, da die Banken unter Druck auf ihre Gewinne stehen. Mehr als 80 lokale Regierungen haben in diesem Jahr durch den Fonds abgesicherte Kreditkontingente erhöht, so China Index Holdings.
Auch Chinas Anleihemarkt reagierte auf die politische Änderung. Die Renditen zehnjähriger China Development Bank-Anleihen fielen nach der Ausweitung der Vermögensarten, die der Wohnungsfonds kaufen darf, so stark wie seit zwei Monaten nicht mehr.