NachrichtenKryptoChainalysis schätzt, dass Krypto-Steuervorschriften 86 % der Onchain-Aktivität im Wert von 457 Milliarden US-Dollar übersehen könnten

Chainalysis schätzt, dass Krypto-Steuervorschriften 86 % der Onchain-Aktivität im Wert von 457 Milliarden US-Dollar übersehen könnten

Autor: CoinLineup·

Wichtige Erkenntnisse

  • Chainalysis schätzt, dass die aktuellen Krypto-Steuervorschriften 86 % von rund 457 Milliarden US-Dollar an Onchain-Aktivität übersehen könnten.
  • Das Unternehmen sagt, die Zahl zeige eine Melde-Lücke und keinen Beweis für Steuerhinterziehung.
  • Das Crypto-Asset Reporting Framework wurde 2022 finalisiert, und teilnehmende Rechtsordnungen planen den Datenaustausch ab 2027 für Aktivitäten aus 2026.
  • Steuermeldesysteme stützen sich stark auf zentrale Vermittler und erfassen möglicherweise keine Peer-to-Peer- oder anderen direkten Onchain-Übertragungen.
  • In den USA müssen Broker ab 2025 mit der Meldung der Bruttoerlöse aus dem Verkauf digitaler Vermögenswerte auf Formular 1099-DA beginnen.
Chainalysis schätzt, dass Krypto-Steuervorschriften 86 % der Onchain-Aktivität im Wert von 457 Milliarden US-Dollar übersehen könnten

Das Blockchain-Analyseunternehmen Chainalysis schätzt, dass die aktuellen Krypto-Steuervorschriften 86 % der auf rund 457 Milliarden US-Dollar geschätzten Onchain-Aktivität übersehen könnten. Das wirft neue Fragen dazu auf, wie gut bestehende Meldeverfahren tatsächlich erfassen, was auf öffentlichen Blockchains geschieht.

Was Chainalysis zur Krypto-Steuererfassung sagt

In seiner Analyse schätzt Chainalysis, dass sich etwa 457 Milliarden US-Dollar an steuerpflichtiger Krypto-Aktivität über öffentliche Blockchains bewegen und dass der Großteil davon außerhalb der aktuellen Steuermeldepflichten liegen könnte. Chainalysis, das Blockchain-Analyse- und Ermittlungswerkzeuge an Regierungen und Finanzinstitute verkauft, hat die Schätzung aus auf öffentlichen Blockchains sichtbaren Daten abgeleitet.

Das Unternehmen beschreibt dies als eine Lücke bei der Abdeckung, nicht als Beweis für Steuerhinterziehung. Onchain-Aktivität bezeichnet Transaktionen, die direkt auf einer Blockchain aufgezeichnet werden, was nicht dasselbe ist wie Aktivität, die eine Steuerpflicht auslöst. Der Unterschied ist wichtig: Nicht jede Onchain-Übertragung ist steuerpflichtig, und Chainalysis stellt die 86-%-Zahl als Schätzung dessen dar, was Regeln übersehen könnten, nicht als endgültigen regulatorischen Befund.

Warum aktuelle Steuervorschriften so viel Onchain-Aktivität übersehen könnten

Das Kernproblem ist eine Diskrepanz zwischen der Art und Weise, wie Steuerberichterstattung aufgebaut ist, und der Funktionsweise von Blockchains. Meldeverfahren stützen sich stark auf zentrale Vermittler wie Börsen, um Nutzer zu identifizieren und Daten an die Steuerbehörden weiterzugeben.

Der neue globale Standard in diesem Bereich ist das Crypto-Asset Reporting Framework, kurz CARF, ein OECD-Meldestandard, der Kryptoplattformen dazu bringen soll, Kontoinformationen grenzüberschreitend auszutauschen. Der Rahmen wurde 2022 finalisiert, und Dutzende von Rechtsordnungen planen, 2027 mit dem Austausch von CARF-Daten zu beginnen, wobei Aktivitäten aus dem Jahr 2026 erfasst werden. Doch Regeln für Plattformen sehen Aktivitäten, die nie eine meldende Plattform berühren, nicht automatisch.

Dort setzt die Schätzung an. Wenn Werte Peer-to-Peer oder über Onchain-Tools statt über einen Melde-Dienst bewegt werden, können sie an den Systemen vorbeigleiten, die sie erfassen sollen – so könnte ein großer Teil der 457 Milliarden US-Dollar unberücksichtigt bleiben.

Was die Schätzung für Aufsichtsbehörden, Plattformen und Nutzer bedeuten könnte

Für Aufsichtsbehörden stellt eine Lücke dieser Größenordnung ein Abdeckungsproblem dar. Wenn der Großteil der Onchain-Werte außerhalb der Standardberichterstattung liegt, haben Steuerbehörden nur begrenzten Einblick in genau jene Aktivitäten, die sie besteuern wollen.

Für Plattformen wie Börsen und Wallet-Anbieter erhöht sich mit der Einführung von CARF der Druck in Richtung klarerer Meldepflichten. Chainalysis hat zuvor gezeigt, dass Onchain-Daten selbst dann eine nachvollziehbare Spur hinterlassen können, wenn Nutzer versuchen, Aktivitäten zu verschleiern, was der Vorstellung widerspricht, Blockchains seien für die Strafverfolgung unsichtbar.

Für alltägliche Nutzer ist die praktische Schlussfolgerung einfach. Die Erwartungen an die Berichterstattung werden strenger, und dasselbe öffentliche Hauptbuch, das Transaktionen erfasst, kann auch von Steuerbehörden analysiert werden. Daher wird es wichtiger, nicht weniger wichtig, klare Aufzeichnungen über Krypto-Aktivitäten zu führen.

Ein Hinweis zur Einordnung: Dies ist eine von Chainalysis stammende Schätzung, über die unter anderem Crypto Briefing berichtet hat, keine bestätigte Regierungszahl. Sie sollte am besten als Hinweis darauf verstanden werden, wie groß die Melde-Lücke werden könnte, wenn CARF in Kraft tritt.

Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Finanz- oder Anlageberatung dar. Kryptowährungs- und Digital-Asset-Märkte sind mit erheblichen Risiken verbunden. Treffen Sie Anlageentscheidungen stets auf Grundlage eigener Recherchen.