CFTC beantragt Abweisung der CME-Klage gegen Kalshis Krypto-Perpetual-Futures
Wichtige Erkenntnisse
- •Die CFTC beantragte die Abweisung der Klage der CME Group gegen ihre Mai-Genehmigung von Kalshis Bitcoin-Perpetual-Futures-Vertrag und argumentiert, CME fehle wegen unzureichender Wettbewerbsverletzung die Klagebefugnis.
- •Die Behörde verwies darauf, dass CME weiterhin eigene Perpetual-Futures listen darf, und citede CME-Daten, wonach die Bitcoin- und Ether-Futures-Volumina im Juni und August gegenüber Mai stiegen.
- •CME argumentiert, Krypto-Perpetual-Verträge sollten gemäß Commodity Exchange Act und Dodd-Frank Act als Swaps eingestuft werden, was andere regulatorische Anforderungen als Futures bedeutet.
- •Die CFTC ergänzte, dass eine Umklassifizierung als Swaps den geltend gemachten Schaden nicht beheben würde, da andere designierte Vertragsmärkte weiterhin ähnliche Produkte anbieten könnten.
- •CME muss bis zum 2. Oktober reagieren; die Entscheidung zur Klagebefugnis – und mögliche anschließende Klassifizierungsargumente – könnten den US-Markt für Krypto-Perpetual-Futures prägen.

Die US-Warenterminhandelskommission (CFTC) hat ein Bundesgericht gebeten, die Klage der CME Group gegen die Genehmigung von Kryptowährungs-Perpetual-Futures durch die Behörde abzuweisen.
Der Antrag wurde am Mittwoch beim Bundesgericht für den District of Columbia eingereicht. Darin argumentiert die CFTC, dass CME keine hinreichende Wettbewerbsverletzung nachweisen könne, was nach Auffassung der Behörde für die Klagebefugnis erforderlich sei. Die Klagebefugnis ist eine Grundvoraussetzung vor Bundesgerichten: Ein Kläger muss in der Regel eine konkrete, tatsächliche oder unmittelbar drohende Verletzung nachweisen, die ursächlich auf das Verhalten des Beklagten zurückzuführen ist; Gerichte weisen Verfahren routinely ab, wenn dieser Nachweis nicht gelingt.
Im Mittelpunkt des Streits steht Kalshis Bitcoin-Perpetual-Futures-Vertrag, den die CFTC im Mai genehmigt hat. Die Behörde erklärte zudem, dass andere registrierte Terminbörsen ähnliche digitale Perpetual-Verträge für Rohstoffe anbieten dürfen.
CME hat sich gegen dieses Vorgehen gewehrt. Die Börse vertritt die Auffassung, dass Kryptowährungs-Perpetual-Verträge gemäß dem Commodity Exchange Act und dem Dodd-Frank Act als Swaps einzustufen seien. Diese Einstufung ist relevant, da Swaps und Futures nach der Dodd-Frank-Reform ab 2010 unterschiedlichen regulatorischen Regimen unterliegen, mit abweichenden Vorschriften für Handelsplätze, Clearing und Marktteilnehmer. CME wirft der CFTC zudem vor, ihre regulatorische Behandlung dieser Produkte unrechtmäßig geändert zu haben.
Warum die CFTC eine Abweisung des Verfahrens anstrebt
Die Aufsichtsbehörde betont, dass CME nach wie vor frei ist, eigene Perpetual-Futures-Produkte zu listen. Daraus folgert die CFTC, dass CME keinen Schaden geltend machen könne, nur weil Kalshi die Genehmigung für konkurrierende Produkte erhalten hat.
Die Behörde verwies zudem auf CMEs eigene Handelsdaten und hob hervor, dass die Volumina der Bitcoin- und Ether-Futures im Juni und August gegenüber Mai gestiegen waren – dem Monat, in dem die CFTC ihre Genehmigung erteilte.
Daher bezeichnete die CFTC die behauptete Wettbewerbsverletzung von CME als selbstverschuldet: Die Börse habe sich entschieden, keine Perpetual-Futures anzubieten, obwohl sie dazu in der Lage gewesen wäre.
Die Behörde fügte hinzu, dass eine Umklassifizierung der Verträge als Swaps CMEs Bedenken ohnehin nicht ausräumen würde, da andere designierte Vertragsmärkte unter dieser Einstufung weiterhin ähnliche Produkte anbieten könnten.
Der Rechtsstreit könnte die US-Krypto-Derivate prägen
Der Streit hat weiterreichende Implikationen für den US-Markt für Kryptoderivate. Perpetual-Verträge sind weltweit zu einem wichtigen Handelsprodukt geworden, da sie kein festes Fälligkeitsdatum haben und über Finanzierungsmechanismen an Spotmarktpreise gekoppelt sind. Historisch wurden sie überwiegend auf offshore-gelegenen, schwach regulierten Plattformen gehandelt – ein Grund, warum US-Aufseher und Börsen nun darüber ringen, wie und ob diese Produktstruktur in regulierte Inlandsmärkte überführt werden soll.
Die CFTC hat angestrebt, mehr Perpetual-artige Produkte in regulierte US-Märkte zu bringen. Ihre Mai-Richtlinie schuf einen Rahmen für bestimmte digitale Perpetual-Futures auf Rohstoffbasis; spätere Aufsichtsleitlinien behandelten den Umgang mit diesen Produkten.
CME muss bis zum 2. Oktober auf den Abweisungsantrag reagieren. Der Ausgang des Verfahrens könnte bestimmen, wie Aufsichtsbehörden und Börsen den wachsenden US-Markt für Krypto-Perpetual-Futures klassifizieren und um ihn konkurrieren. Über den 2. Oktober hinaus sind die Entscheidung des Gerichts zur Klagebefugnis und – falls das Verfahren fortgeführt wird – die Argumente zur gesetzlichen Klassifizierung der Perpetual-Verträge die nächsten wichtigen Schritte.