CFTC bereitet Krypto-Marktregeln vor, während der CLARITY Act im Kongress stockt
Wichtige Erkenntnisse
- •Die CFTC bereitet vor, mithilfe ihrer bestehenden Befugnisse Regeln zur Kryptomarktstruktur voranzutreiben, falls der Kongress den CLARITY Act nicht verabschiedet.
- •Michael Selig sagte, die Behörde habe ihr Personal bereits angewiesen, ein Rahmenwerk für die Kryptoaufsicht zu prüfen, auch wenn er weiterhin eine Gesetzgebung des Kongresses bevorzugt.
- •Mögliche CFTC-Regeln könnten die Aufsicht über Krypto-Handelsplattformen ausweiten und klarere Standards für den gehebelten und margenfinanzierten Handel mit digitalen Vermögenswerten festlegen.
- •Die Behörde prüft außerdem Wege, wie Entwickler von On-Chain-Finanzprotokollen legal in den Vereinigten Staaten tätig sein können.
- •Der CLARITY Act liegt im Senat weiterhin auf Eis; eine für September angesetzte Verfahrensabstimmung ist der nächste wichtige Prüfpunkt.

Die US-amerikanische Commodity Futures Trading Commission macht sich bereit, Regeln zur Marktstruktur für Kryptowährungen voranzutreiben, sollte der Kongress den CLARITY Act nicht verabschieden, wie Vorsitzender Michael Selig am Donnerstag mitteilte.
Selig sagte, die Behörde habe ihr Personal bereits angewiesen, ein regulatorisches Rahmenwerk auf Grundlage ihrer bestehenden Befugnisse zu prüfen. Seine Äußerungen deuten darauf hin, dass die CFTC nicht beabsichtigt, den Kryptomarkt in den USA ohne regulatorischen Weg zu belassen, falls die Gesetzgeber keine Einigung erzielen. Die Brisanz ergibt sich aus einer langjährigen Zuständigkeitsaufteilung in der US-Kryptopolitik: Das Mandat der CFTC konzentrierte sich traditionell auf Futures- und Derivatemärkte, während die Wertpapieraufsicht bei der Securities and Exchange Commission liegt, sodass Unternehmen mit digitalen Vermögenswerten überlappende regulatorische Ansprüche zu bewältigen haben.
CFTC baut einen alternativen Regulierungsweg auf
Bei seinem Auftritt auf der ersten Sitzung des Innovation Advisory Committee der Behörde sagte Selig, dass eine Gesetzgebung des Kongresses für ihn nach wie vor die bevorzugte Option sei. Er stellte jedoch klar, dass die CFTC mit der Regelsetzung fortfahren könnte, sollte das Gesetzesvorhaben weiterhin stocken.
Das vorgeschlagene Rahmenwerk könnte die Aufsicht über Krypto-Handelsplattformen ausweiten und klarere Regeln für den gehebelten und margenfinanzierten Handel mit digitalen Vermögenswerten schaffen – ein Bereich, der den Derivategeschäften nahesteht, welche die Behörde bereits beaufsichtigt. Zudem prüft die Behörde Wege, wie Entwickler von On-Chain-Finanzprotokollen legal in den Vereinigten Staaten tätig sein können.
Ein solcher Schritt würde es der CFTC ermöglichen, die Marktstruktur anzugehen, ohne unbegrenzt auf den Kongress zu warten. Die Behörde müsste allerdings weiterhin innerhalb ihrer bestehenden gesetzlichen Befugnisse agieren – eine Einschränkung, die bestimmt, wie weit reichend von der CFTC formulierte Regeln ausfallen könnten.
CLARITY Act bleibt Schlüssel zu einem langfristigen Rahmenwerk
Der CLARITY Act soll ein umfassenderes Rahmenwerk auf Bundesebene für digitale Vermögenswerte schaffen und die jeweiligen Zuständigkeiten der CFTC und der Securities and Exchange Commission klarstellen – ebendiese Arbeitsteilung, aufgrund derer die Frage, wer den Kryptohandel reguliert, bislang ungelöst geblieben ist. Die Gesetzgebung hat den Kongress durchlaufen, liegt im Senat jedoch weiterhin auf Eis.
Präsident Donald Trump hat die Gesetzgeber zur Verabschiedung des Gesetzes gedrängt und damit den Druck für eine parteiübergreifende Einigung erhöht. Die Führungen des Senats haben für September eine Verfahrensabstimmung angesetzt, die den Abgeordneten eine weitere Gelegenheit bietet, das Vorhaben voranzubringen. Diese Abstimmung stellt nun den klarsten kurzfristigen Prüfpunkt dafür dar, ob der gesetzgeberische Weg offen bleibt oder ob die behördliche Regelsetzung in den Vordergrund rückt.
Selig hatte zuvor gewarnt, dass die Aufsichtsbehörden am Ende einen Großteil des Regelwerks der Branche verfassen könnten, wenn der Kongress nicht handelt. Nun scheint er bereit, diese Warnung in eine regulatorische Strategie umzuwandeln.
Für Kryptounternehmen könnte die Aussicht auf eine Regelsetzung durch die CFTC mehr Klarheit für den Handel und für dezentrale Finanzen bringen. Gleichwohl könnten die Marktteilnehmer eine Gesetzgebung bevorzugen, da Regeln des Kongresses ein dauerhafteres Rahmenwerk bieten könnten als behördliche Vorschriften: Von einer Kommission erlassene Regeln können von einer künftigen Kommission erneut überprüft werden, während die Änderung eines Gesetzes einen erneuten Beschluss des Kongresses erfordert.