Celsius-Masse verklagt BitMEX wegen Bitcoin-Liquidationen in Höhe von 495 Millionen US-Dollar
Wichtige Erkenntnisse
- •Die Celsius-Insolvenzmasse hat Klage gegen BitMEX eingereicht und wirft der Börse vor, vor dem Zusammenbruch 2022 Bitcoin-Sicherheiten im Wert von rund 495 Millionen US-Dollar unsachgemäß liquidiert zu haben.
- •Die Masse argumentiert, dass die Liquidationen zu größeren Verlusten führten als eine ordnungsgemäße Abwicklung; eine Stellungnahme von BitMEX lag zum Redaktionsschluss nicht vor.
- •Celsius meldete im Juli 2022 Insolvenz an, nachdem Kundenauszahlungen eingefroren worden waren und Hunderttausende Nutzer keinen Zugang mehr zu ihren Mitteln hatten.
- •Alle von BitMEX zurückgewonnenen Mittel würden in den gerichtlich überwachten Asset-Pool fließen und gemäß dem genehmigten Rückzahlungsplan an die Gläubiger verteilt werden.
- •Die Forderung ist ein behaupteter Betrag und keine bestätigte Schadenssumme; der Fall könnte Jahre dauern und prägen, wie digitale Assets künftig als Sicherheiten in Börsenstreitigkeiten behandelt werden.

Die Insolvenzmasse des Celsius Network hat Klage gegen BitMEX eingereicht. Der Krypto-Derivatebörse wird vorgeworfen, Bitcoin-Liquidationen im Wert von rund 495 Millionen US-Dollar durchgeführt zu haben, die Celsius und damit auch dessen Gläubigern geschadet hätten. Die Klage zählt zu den größten Rechtsfordderungen, die aus dem Zusammenbruch von Celsius im Jahr 2022 hervorgegangen sind.
Was die Celsius-Masse BitMEX vorwirft
Nach Angaben der Klageschrift liquidierte BitMEX Bitcoin-Sicherheiten im Wert von rund 495 Millionen US-Dollar. Die Masse argumentiert, dass diese Liquidationen unsachgemäß waren und Celsius in der Zeit vor der Insolvenzanmeldung unmittelbaren finanziellen Schaden zugefügt haben. BitMEX ist als Beklagte benannt. Eine Stellungnahme der Börse lag zum Zeitpunkt der Veröffentlichung nicht vor.
BitMEX betreibt eine Derivateplattform, auf die Trader digitale Assets als Sicherheiten für gehebelte Positionen hinterlegen können. Fällt der Wert der hinterlegten Sicherheiten unter einen festgelegten Schwellenwert, sind Börsen in der Regel berechtigt, diese Assets zu liquidieren, um potenzielle Verluste abzudecken. Im Kern der Klage steht die Frage, ob BitMEX diesen Prozess rechtmäßig und in gutem Glauben abgewickelt hat.
Celsius, einst eine der größten Krypto-Kreditplattformen, meldete im Juli 2022 Insolvenz an, nachdem das Unternehmen Kundenauszahlungen eingefroren und Hunderttausenden Nutzern den Zugang zu ihren Mitteln unmöglich gemacht hatte. Der Zusammenbruch fiel in eine breitere Welle von Ausfällen bei Krypto-Kreditgebern und Handelsfirmen in jenem Jahr, die Gerichte mit einer Reihe von Streitfällen zwischen zahlungsunfähigen Kontrahenten konfrontierte. Die Gründer von Celsius sahen sich bereits separat regulator Maßnahmen gegenüber, darunter dauerhafte Verbote aus der Kryptobranche wegen unerfüllter finanzieller Verpflichtungen in Höhe von insgesamt 16,5 Millionen US-Dollar.
Die umstrittenen Liquidationen und die Rechtstheorie der Masse
Die Summe von 495 Millionen US-Dollar entspricht dem angeblichen Wert der strittigen Bitcoin-Positionen und nicht einer bestätigten Schadensersatzfeststellung. Was die Masse letztlich zurückgewinnt, hängt davon ab, wie das Gericht das Verhalten von BitMEX während der Liquidationen bewertet.
Die Rechtstheorie der Masse stützt sich auf das Argument, dass BitMEX die Sicherheiten von Celsius auf eine Weise liquidierte, die zu Verlusten führte, wie sie bei einer ordnungsgemäß verwalteten Abwicklung nicht entstanden wären. Einer der ersten Verfahrensmeilensteine ist die formelle Stellungnahme von BitMEX zur Klageschrift, die die Fragen rahmen wird, welche das Gericht abwägen muss. Fälle dieser Größenordnung dauern in Insolvenzgerichten in der Regel Jahre, und der Ausgang bleibt ungewiss.
Die Celsius-Masse – der gerichtlich überwachte Pool der verbliebenen Assets, der im Auftrag der Gläubiger verwaltet wird – verfolgt mehrere rechtliche Wege zur Rückgewinnung, um die Rückzahlung zu maximieren. Alle von BitMEX zurückgewonnenen Mittel würden in diesen Asset-Pool fließen und gemäß dem gerichtlich genehmigten Gläubiger-Rückzahlungsplan verteilt werden. Fragen der Börsenverantwortung und der Handhabung großer institutioneller Liquidationen durch Plattformen sind seit 2022 ein wiederkehrendes Thema in Krypto-Rechtsstreitigkeiten.
Warum die Klage für Celsius-Gläubiger wichtig ist
Für Kunden, die beim Zusammenbruch von Celsius Guthaben hatten, stellt die Klage eine potenzielle Quelle für zusätzliche Rückzahlungen dar. Eine erfolgreiche Klage gegen BitMEX würde die Gesamtmenge der für die Verteilung an Gläubiger verfügbaren Assets erhöhen.
Gläubiger sollten jedoch jede Rückgewinnung als unsicher betrachten. Die Forderung von 495 Millionen US-Dollar spiegelt wider, was die Masse angeblich geschuldet bekommt, nicht was sie erhalten hat – und ein abschließendes Urteil samt etwaiger Zahlung könnte Jahre auf sich warten lassen.
Die Klage wirft auch eine praktische Frage für alle auf, die Krypto auf einer Börse halten: Wie sollten Plattformen große Sicherheiten-Liquidationen dokumentieren und ausführen, insbesondere wenn der Kontrahent später zahlungsunfähig wird? Der Ausgang dieses Falls könnte einen Präzedenzfall dafür schaffen, wie Bitcoin und andere digitale Assets künftig in Börsenstreitigkeiten als Sicherheiten behandelt werden. Celsius-Gläubiger können die Entwicklungen über das offizielle Insolvenzdossier verfolgen – vor dem Hintergrund des gesamten Bitcoin-Marktumfelds, das die Bewertung der Rückgewinnung weiterhin beeinflusst.
Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Finanz- oder Anlageberatung dar. Kryptowährungs und Digital-Asset-Märkte sind mit erheblichen Risiken verbunden. Führen Sie stets eigene Recherchen durch und konsultieren Sie einen qualifizierten Finanzexperten, bevor Sie Anlageentscheidungen treffen.