NachrichtenMakroKanadas BIP im August bei 0,0 % flach – Schätzung 0,2 %; Vorabschätzung für September signalisiert Rückgang von 0,1 %

Kanadas BIP im August bei 0,0 % flach – Schätzung 0,2 %; Vorabschätzung für September signalisiert Rückgang von 0,1 %

Autor: ForexLive·

Wichtige Erkenntnisse

  • •Das reale BIP blieb im August zum Vormonat unverändert, nach einem unveränderten Wert im Juli, und verfehlte damit die Schätzung von 0,2 %.
  • •Der Einzelhandel stieg um 1,2 % und das verarbeitende Gewerbe um 0,3 %, doch der Großhandel fiel um 1,4 % und die Öl- und Gasförderung um 1,2 %.
  • •Die Vorabschätzung von Statistics Canada geht für September von einem monatlichen Rückgang von 0,1 % aus, vorbehaltlich von Revisionen.
  • •Die Branchendaten weisen auf ein vorläufiges Wachstum von 0,3 % zum Vorquartal im dritten Quartal hin, vor Bestätigung durch die offizielle Quartalsveröffentlichung.
  • •Das schwache Wachstumsbild könnte bei zulässigen Inflationsbedingungen die Erwartungen auf eine lockerere Geldpolitik der Bank of Canada verstärken.
Kanadas BIP im August bei 0,0 % flach – Schätzung 0,2 %; Vorabschätzung für September signalisiert Rückgang von 0,1 %

Kanadas reales Bruttoinlandsprodukt blieb im August unverändert und lag mit 0,0 % zum Vormonat unter der Schätzung von 0,2 %, wie aus dem Bericht von Statistics Canada zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) nach Branchen hervorgeht. Dem flachen Ergebnis war im Vormonat ein Wert von 0,0 % gefolgt, sodass die Wirtschaft nun den zweiten Monat in Folge stagniert.

Zentrale Zahlen für August

  • Reales BIP im August: 0,0 % zum Vormonat (Vormonat: 0,0 %)
  • Vorabschätzung für September: -0,1 % zum Vormonat
  • Vorläufiger Wachstumshinweis für Q3: +0,3 % zum Vorquartal, nicht annualisiert
  • Breite: 9 von 20 Wirtschaftszweigen wuchsen im August
  • Dienstleistungsbereiche: -0,1 %
  • Warenproduzierende Bereiche: +0,1 %

Details zu den Branchen

  • Einzelhandel: +1,2 %, angeführt von Händlern für Kraftfahrzeuge und Teile
  • Verarbeitendes Gewerbe: +0,3 %, gestützt durch Maschinenbau und Erdölraffinerie
  • Großhandel: -1,4 %, der größte Wachstumsdämpfer
  • Öffentlicher Sektor: -0,2 %, teilweise bedingt durch das Auslaufen der Volkszählungsarbeiten
  • Öl- und Gasförderung: -1,2 %, dritter Monatsrückgang in Folge
  • Energieversorgung: -0,4 %, belastet durch Wartungsausfälle in Kernkraftwerken

Die flache Gesamtbilanz des Augusts verbarg darunter erhebliche Bewegungen. Der Einzelhandel erholte sich um 1,2 % und mehr als revidierte damit den Rückgang des Julis, während die Maschinenproduktion und eine Erholung der Erdölraffinerie das verarbeitende Gewerbe stützten. Diese Gewinne wurden durch einen schwächeren Großhandel, eine geringere Aktivität im öffentlichen Sektor und einen weiteren Rückgang der Öl- und Gasförderung ausgeglichen. Besonders schwach war die Automobilproduktion: Die Herstellung von Kraftfahrzeugen und Teilen fiel infolge eines langanhaltenden sommerlichen Werksstillstands um 5,8 %.

Die weicheren Details lieferte die Vorabschätzung: Für September wird ein Rückgang der Produktion von 0,1 % erwartet, was darauf hindeutet, dass die Wirtschaft zum Ende des dritten Quartals an Schwung verlor. Wenn die Vorabschätzung bei Veröffentlichung der endgültigen Zahlen Bestand hat, wird Kanada drei Monate in Folge ohne Produktionswachstum verzeichnet haben. Die branchenbasierten Zahlen deuten auf ein quartalsweises Wachstum von 0,3 % im dritten Quartal hin, vorbehaltlich der Bestätigung in der offiziellen Quartalsveröffentlichung.

Analyse

Die begleitende Analyse stellte fest, dass zwei flache Monate gefolgt von einem erwarteten Rückgang auf eine Wirtschaft hindeuten, die kaum Schwung aufbauen kann. Die Erholung des Einzelhandels wurde als ermutigend angesehen, doch das Wachstum war schmal – weniger als die Hälfte der Wirtschaftszweige expandierte. Ein Teil der Schwäche ist auf Wartungsausfälle, Werksstillstände in der Automobilindustrie und das Auslaufen der Volkszählungsarbeiten zurückzuführen, was begrenzt, wie viel auf eine schwächere zugrunde liegende Nachfrage zurückgeführt werden kann.

Für die Bank of Canada könnten die Wachstumszahlen den Fall für eine lockerere Politik stärken, sofern es die Inflation zulässt. Das BIP nach Branchen gehört zu den Kernindikatoren, die die Zentralbank bei der Festlegung des Leitzinses beobachtet; weshalb monatliche Daten dieser Art unmittelbar in den politischen Ausblick einfließen. Für sich genommen würden schwächere Wachstumszahlen in der Regel die kanadischen Renditen und den kanadischen Dollar belasten und eine Aufwärtsneigung für USDCAD erzeugen. Der nächste Prüfpunkt ist der 30. November, wenn das BIP für September und die offiziellen Einkommens- und Ausgabenschätzungen für das dritte Quartal veröffentlicht werden – die Daten, die die Vorabschätzungen bestätigen oder revidieren werden.

Was der Bericht misst

Das BIP nach Branchen erfasst die inflationsbereinigte Produktion in Kanadas Wirtschaft; die monatlichen Veränderungen zeigen, ob die Aktivität expandiert oder schrumpft und welche Branchen sie antreiben. Die Vorabschätzung ist vorläufig und revidierbar; sie wird vor dem vollständigen Monatsbericht veröffentlicht und kann angepasst werden, sobald vollständigere Quelldaten vorliegen. Der offizielle quartalsweite Einkommens- und Ausgabenbericht bietet ein separates Maß für das Gesamtwachstum. Das Quartalswachstum in diesem Bericht wird in Prozent zum Vorquartal angegeben und nicht – wie bei den US-Schlagzeilenzahlen – annualisiert; das vorläufige Tempo von 0,3 % für Q3 entspräche annualisiert etwa 1,2 %.

Technische Anmerkung zu USDCAD

In der begleitenden Chartanalyse gab USDCAD gemeinsam mit dem US-Dollar nach, erholte sich jedoch moderat, nachdem die 61,8-%-Rücksetzung der Aufwärtsbewegung vom Augusttief getestet worden war – ein Niveau bei 1,39497. Das Paar muss jedoch über das Hoch der Schwankungszone bei 1,3963 steigen und sich dort halten, um Käufern bei Rücksetzern auf dem 61,8-%-Niveau Hoffnung zu geben.