US-Gericht ermächtigt Bybit zur Rückverfolgung von 1,5 Milliarden USD aus Nordkorea-Hack
Wichtige Erkenntnisse
- •Ein US-Gericht hat Bybit ermächtigt, Vermögenswerte einzufrieren und Subpoenas an andere Kryptobörsen zuzustellen, um Wallet-Cluster zu untersuchen, die mit dem Diebstahl in Höhe von 1,5 Milliarden USD verbunden sind.
- •Etwa 90 % der gestohlenen Gelder wurden bereits über Mixing-Services und Cross-Chain-Swaps gewaschen und sind weitgehend nicht mehr nachverfolgbar.
- •Bybit hat eine Klage gegen Nordkorea, sein Reconnaissance General Bureau und die Lazarus Group wegen des Cyberangriffs vom Februar 2025 eingereicht.
- •Bewertungen der Vereinten Nationen und des US-Finanzministeriums haben dokumentiert, dass Nordkorea systematisch gestohlene Kryptowährungen zur Finanzierung seiner Nuklear- und Raketenprogramme einsetzt.
- •Der Vorfall treibt Regulierungsbehörden und Börsen hin zu strengeren KYC-Anforderungen, erweiterten Proof-of-Reserves-Audits und einer verstärkten Zusammenarbeit zwischen den Börsen.

Bybit hat von einem US-Gericht die Erlaubnis erhalten, Vermögenswerte einzufrieren, die mit einem Cyberangriff in Höhe von 1,5 Milliarden USD in Verbindung stehen und Hackern zugeschrieben werden, die mit Nordkorea affiliiert sind. Die gerichtliche Anordnung ermächtigt die in Dubai registrierte Kryptobörse, die Vermögensrückgewinnung in weiteren Rechtsgebieten zu verfolgen. On-Chain-Daten zeigen jedoch, dass etwa 90 % der gestohlenen Gelder bereits gewaschen oder verschleiert wurden und daher weitgehend nicht mehr nachverfolgbar sind. Der Vorfall vom Februar 2025 gehört zu den größten Kryptodiebstählen der Geschichte und unterstreicht das Ausmaß der Herausforderungen, vor denen sowohl Bybit als auch die gesamte Branche stehen.
Gericht unterstützt Bybits Suche nach 1,5 Milliarden USD aus Hackerangriff
Im Februar 2025 erlitt Bybit einen Cyberangriff, der dem Unternehmen zufolge einen Verlust von 1,5 Milliarden USD an Krypto-Assets zur Folge hatte. US-Behörden haben Bybit nun die Genehmigung erteilt, Subpoenas zuzustellen, um Informationen über Wallet-Cluster von anderen Kryptobörsen und Dienstleistern anzufordern.
BYBIT SUED NORTH KOREA! Bybit Technology Limited v. Democratic People's Republic of Korea et al., filed under seal June 18, 2026 IS NOW PUBLIC. Here's your breakdown of what's going on. Plaintiffs name the DPRK, its Reconnaissance General Bureau, the Lazarus Group, and 20 John… pic.twitter.com/uMH37LoyCo — Ariel Givner (@GivnerAriel) August 8, 2026
Zu den wichtigsten beteiligten Parteien gehören Bybit, Blockchain-Ermittler, die US-Justizbehörden und Einrichtungen, die mit dem primären Zielland der Hacker verbunden sind. Die Angreifer wurden mit der mit Nordkorea assoziierten Lazarus Group in Verbindung gebracht, die US-Behörden bereits in der Vergangenheit für ähnliche Cybereinbrüche verantwortlich gemacht haben, darunter auch den Diebstahl von 620 Millionen USD beim Ronin Bridge im Jahr 2022. Gremien der Vereinten Nationen und Bewertungen des US-Finanzministeriums haben dokumentiert, dass Nordkorea systematisch gestohlene Kryptowährungen zur Finanzierung seiner Nuklear- und Raketenprogramme eingesetzt hat, wodurch der Bybit-Fall Teil eines wiederkehrenden Musters staatlich ausgerichteter Finanzkriminalität rather als eines isolierten Vorfalls ist.
Geldwäsche überholt die Rückverfolgung
Da etwa 90 % der gestohlenen Gelder über verschiedene Mixing-Services und Cross-Chain-Swaps verteilt wurden, ist die Wahrscheinlichkeit einer erfolgreichen Rückverfolgung sehr gering. Dies erschingt es erheblich für zentralisierte Plattformen wie Börsen, die für die Erkennung und Abfangung illegaler Geldflüsse erforderlichen Echtzeit-Monitoring-Maßnahmen umzusetzen.
Regulierungsbehörden haben bereits begonnen, diesen Vorfall als Hebel für strengere Vorschriften im Bereich Travel Rules und Wallet-Screening bei Stablecoins und Verwahrdienstleistungen zu nutzen. Diese Maßnahmen können sich auf Investoren, Institutionen und Entwickler auswirken, die auf den Ethereum-, Solana- und Bitcoin-Netzwerken tätig sind.
Welle staatlich gesponserter Hackerangriffe treibt strengere KYC-Vorschriften und Börsenkooperationen voran
Der Angriff ist ein Beispiel für eine breitere Welle staatlich gesponserter krimineller Cyberaktivitäten, die sich über 2024 und 2025 erstreckte und auf die Krypto-Infrastruktur abzielte. Dieser Trend wurde von Chainalysis und TRM Labs dokumentiert, die beide über Rekordniveaus bei mit Nordkorea verbundenen Kryptodiebstählen in diesem Zeitraum berichteten. Infolgedessen wird erwartet, dass KYC-Vorschriften strenger werden.
Darüber hinaus werden voraussichtlich auch die Audits der Proof-of-Reserves erweitert. Neben den Bemühungen der Strafverfolgungsbehörden wird erwartet, dass auch die Börsen ihre gegenseitige Zusammenarbeit bei der Abwehr solcher Bedrohungen vertiefen.