NachrichtenMakroBRICS prüft Verbindungen zwischen CBDCs und Zahlungssystemen zur Senkung der Kosten

BRICS prüft Verbindungen zwischen CBDCs und Zahlungssystemen zur Senkung der Kosten

Autor: Coindoo·

Wichtige Erkenntnisse

  • BRICS prüft Verbindungen zwischen nationalen Instant-Payment-Systemen und CBDCs, doch die Gespräche sind noch vorläufig.
  • Indien hat unterstützt, die Interoperabilität von CBDCs auf die Agenda des BRICS-Gipfels 2026 zu setzen, den es ausrichten wird.
  • UPI, Pix und bestehende bilaterale Verbindungen wie UPI mit PayNow und Aani zeigen, dass gewisse Zahlungs-Interoperabilität bereits technisch möglich ist.
  • China ist bei CBDCs am weitesten fortgeschritten, Russland bereitet eine breitere Einführung des digitalen Rubels vor, und Südafrika verfolgt einen vorsichtigeren Ansatz.
  • Eine zentrale Hürde ist nicht nur die Technik, sondern auch der Bedarf an Regeln für Abwicklung, Compliance, Liquidität und den Umgang mit anhaltenden Handelsungleichgewichten.
BRICS prüft Verbindungen zwischen CBDCs und Zahlungssystemen zur Senkung der Kosten

Die Diskussionen werden von einem praktischen Ziel getragen: grenzüberschreitende Zahlungen sind weiterhin teuer. Eine Verknüpfung nationaler Zahlungssysteme könnte die Zahl der zwischengeschalteten Parteien verringern, die Geld über Grenzen hinweg bewegen, und die Abwicklung für Handel und Tourismus beschleunigen. Die RBI strebt außerdem eine stärkere Nutzung lokaler Währungen im internationalen Zahlungsverkehr an, damit mehr bilateraler Handel ohne die bisherigen Kanäle abgewickelt werden kann.

Schnelle Zahlungsnetze neben CBDCs

Indiens eigene Infrastruktur zeigt, warum sich die Debatte nicht auf digitale Währungen beschränkt. Die digitale Rupie befindet sich weiterhin in einer RBI-Pilotphase, während das Unified Payments Interface (UPI) bereits in großem Maßstab betrieben wird. Nach offiziellen NPCI-Daten verarbeitete UPI im Juli 2026 allein rund 23,66 Milliarden Transaktionen im Wert von etwa 313 Milliarden US-Dollar.

Indien hat bereits gezeigt, dass bilaterale Verbindungen zwischen schnellen Zahlungssystemen technisch machbar sind. UPI ist mit Singapurs PayNow und dem Instant-Payment-System Aani der VAE verbunden und ermöglicht indischen Nutzern Auslandszahlungen über QR-Code-basierte Überweisungen. Diese bestehenden Verbindungen liefern eine erprobte Vorlage dafür, wie Interoperabilität in BRICS-Größe aussehen könnte, auch wenn sie auf bestimmte Länderpaare begrenzt bleiben.

Im Alltag überschneiden sich die beiden inländischen Systeme bereits: Wallets mit digitaler Rupie können QR-Codes von UPI-Händlern scannen, auch wenn die zugrunde liegenden Abwicklungsmechanismen unterschiedlich sind.

Brasilien verfolgt einen anderen Ansatz. Sein Pix-Instant-Payment-Netzwerk verarbeitete 2025 fast 80 Milliarden Transaktionen im Wert von mehr als 35 Billionen Reais, und die brasilianische Zentralbank prüft derzeit Verbindungen zwischen Pix und ausländischen Instant-Payment-Systemen.

Diese Vielfalt vergrößert die technische Herausforderung für BRICS. Einige Mitglieder verfügen bereits über ausgereifte Instant-Payment-Systeme, die international verbunden werden könnten, während ihre CBDCs in sehr unterschiedlichen Zeitplänen voranschreiten.

Die BRICS-Mitglieder liegen bei CBDCs weit auseinander

China ist am weitesten fortgeschritten. Wie bereits berichtet, erweiterte Peking im April das e-CNY-Netzwerk, indem 12 weitere Geschäftsbanken zugelassen und die grenzüberschreitende Abwicklungsinfrastruktur ausgebaut wurden. Offizielle chinesische Regierungsdaten zeigen, dass das e-CNY bis Ende November 2025 kumuliert 3,48 Milliarden Transaktionen im Wert von 2,47 Billionen US-Dollar verarbeitet hatte. 2026 wurde das Design zudem so geändert, dass digitale Yuan-Bestände in zugelassenen Geschäftsbank-Wallets Zinsen tragen können und als Bankeinlagenverbindlichkeiten gelten, die durch die Einlagensicherung abgedeckt sind.

Auch China und die VAE, beide inzwischen BRICS-Mitglieder, nahmen an Project mBridge teil – einer grenzüberschreitenden Multi-CBDC-Plattform, auf der Live-Transaktionen mit Geschäftsbanken durchgeführt wurden. Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich zog sich im Oktober 2024 aus dem Projekt zurück, und die teilnehmenden Zentralbanken entwickelten es unabhängig weiter. Das Experiment zeigte, dass eine direkte CBDC-zu-CBDC-Abwicklung zwischen Zentralbanken technisch möglich ist, machte aber zugleich dieselben Governance-Fragen sichtbar, vor denen BRICS nun steht.

Russland steuert auf eine breitere Einführung zu. Die Bank von Russland hat angeordnet, dass große Banken ab dem 1. September 2026 Dienstleistungen rund um den digitalen Rubel anbieten müssen; große qualifizierte Einzelhändler sind ebenfalls verpflichtet, ihn zu akzeptieren.

Südafrika geht vorsichtiger vor. Die South African Reserve Bank hat erklärt, dass es derzeit keinen zwingenden unmittelbaren Bedarf für die Einführung einer Retail-CBDC gebe, und konzentriert sich stattdessen auf eine breitere Modernisierung des Zahlungsverkehrs, während Wholesale-Anwendungen weiter untersucht werden.

Eine gemeinsame BRICS-Architektur müsste diese Unterschiede berücksichtigen, statt anzunehmen, dass alle Mitglieder denselben Typ digitaler Zahlungssysteme aufbauen.

Abwicklungsgeschwindigkeit und die Dollar-Debatte

Die Initiative wird zwangsläufig im Kontext der breiteren Debatte über die Rolle des US-Dollars im Welthandel betrachtet werden. Wenn ein indischer Importeur und ein brasilianischer Exporteur effizient über verbundene nationale Systeme in Rupien und Reais abrechnen können, könnte diese Transaktion weniger auf die Vermittlung über den Dollar angewiesen sein. Über genügend Handelsrouten hinweg könnten lokale Währungen schrittweise eine größere Rolle bei der Abwicklung spielen.

Die RBI hat betont, dass ihre Bemühungen zur Internationalisierung der Rupie nicht als formale Ent-Dollarisierungskampagne dargestellt werden. Das unmittelbarere Ziel besteht darin, Kosten zu senken und die Abwicklung in lokalen Währungen dort zu erleichtern, wo dies kommerziell sinnvoll ist.

Niedrigere Transaktionskosten hängen zudem von mehr ab als nur vom Zahlungsnetz selbst. Ein kürzliches Experiment der Bank von Italien zeigte, dass die größten Kosten bei grenzüberschreitenden Stablecoin-Transfers oft beim Ein- oder Austritt aus dem Digital-Asset-System entstanden, nicht während der eigentlichen Übertragung.

Handelsungleichgewichte bleiben ein hartnäckiges Problem

Unausgeglichener Handel schafft ein eigenes und schwierigeres Problem. Als die RBI das Konzept der CBDC-Verknüpfung Anfang dieses Jahres erstmals vorantrieb, berichtete Reuters, dass Governance, technische Standards, Regulierung und Handelsungleichgewichte zu den erwarteten Hürden gehörten.

Indien und Russland sind in der Praxis bereits auf dieses Problem gestoßen. Der verstärkte Handel in lokalen Währungen führte dazu, dass Russland Rupienbestände anhäufte, die sich nur schwer effizient wiederverwenden ließen. Eine schnellere Abwicklung löst nicht das strukturelle Problem, das entsteht, wenn eine Seite dauerhaft mehr von der Währung eines anderen Landes erhält, als sie sinnvoll einsetzen kann.

Zentralbanken bräuchten weiterhin Mechanismen für Währungsumtausch, Liquiditätsbereitstellung und den Umgang mit anhaltenden Ungleichgewichten zwischen Handelspartnern.

Die schwierigsten Fragen kommen nach der Zahlung

Ein funktionsfähiges BRICS-Zahlungssystem würde gemeinsame Regeln für die endgültige Abwicklung, Compliance, Cybersicherheit, Datenschutz und Zugang erfordern. Außerdem bräuchte es klare Vorgaben dafür, was nach einer Zahlung geschieht: welche Währung gehalten wird, wie überschüssige Bestände umgewandelt werden und wer bei ungleichen Handelsströmen Liquidität bereitstellt.

Technische Interoperabilität kann den Weg zwischen Zahler und Empfänger verkürzen. Ob das Netzwerk in großem Maßstab zuverlässig funktioniert, hängt jedoch von den wirtschaftlichen und rechtlichen Rahmenbedingungen ab. Wenn BRICS beide Ebenen lösen kann, hätten die Mitgliedsländer praktischere Möglichkeiten, Handel direkt in nationalen Währungen abzuwickeln, auch wenn ihre inländischen Zahlungssysteme und Digitalgeldprojekte sehr unterschiedlich aussehen.

Die eigentliche Frage ist daher nicht nur, ob BRICS Zahlungssysteme und CBDCs verbinden kann, sondern ob die dahinterliegende Abwicklung über Länder hinweg mit unterschiedlichen Technologien, Regulierungssystemen und Handelsbeziehungen verlässlich funktioniert.

Der Beitrag BRICS Eyes CBDC and Payment-System Links to Cut Costs erschien zuerst auf Coindoo.