NachrichtenKryptoIMF: Stablecoins entwickeln sich zu Brasiliens wichtigstem digitalen Dollar-Kanal

IMF: Stablecoins entwickeln sich zu Brasiliens wichtigstem digitalen Dollar-Kanal

Autor: DailyCoin·

Wichtige Erkenntnisse

  • Brasilianische Behörden meldeten zwischen August 2019 und Dezember 2025 Stablecoin-Transaktionen von mehr als 200 Milliarden Dollar.
  • Stablecoins machten in diesem Zeitraum 71,7% der gemeldeten Kryptoaktivität und 2025 rund 80% des monatlich gemeldeten Krypto-Volumens aus.
  • Der IWF sagte, dass grenzüberschreitende Krypto-Flüsse in Brasilien schneller wachsen als traditionelle Kapitalflüsse und das nominale BIP im Verhältnis zur Wirtschaftsaktivität.
  • Der Fonds erklärte, dass die Risiken für die Finanzstabilität durch Krypto vorerst begrenzt bleiben, das rasche Wachstum aber eine genaue Beobachtung erfordert.
  • Brasiliens Kongress bereitet sich darauf vor, den Gesetzentwurf 4308/2024 zu prüfen, der Stablecoins offiziell regulieren soll.
IMF: Stablecoins entwickeln sich zu Brasiliens wichtigstem digitalen Dollar-Kanal

Brasilien hat sich laut Internationalem Währungsfonds (IWF) zu einem der größten realen Experimente für digitale Dollars entwickelt, wobei Stablecoins inzwischen den Großteil der gemeldeten Kryptoaktivität in Lateinamerikas größter Volkswirtschaft ausmachen.

Digitale Dollars übernehmen die Führung

Laut dem IWF-Bericht ist Brasiliens Kryptomarkt, insbesondere USD-gekoppelte Stablecoins, seit 2017 rasant gewachsen.

Der Fonds stellte fest, dass grenzüberschreitende Krypto-Flüsse im Verhältnis zur Wirtschaftsaktivität schneller gewachsen sind als traditionelle Kapitalflüsse und das nominale BIP, auch wenn die Risiken für die finanzielle Stabilität im Zusammenhang mit Krypto bislang begrenzt bleiben.

Brasilianische Behörden meldeten zwischen August 2019 und Dezember 2025 ein Stablecoin-Transaktionsvolumen von mehr als 200 Milliarden Dollar, was 71,7% der gemeldeten Kryptoaktivität in diesem Zeitraum entspricht. Im Jahr 2025 standen Stablecoins für rund 80% des monatlich gemeldeten Krypto-Volumens.

Zum Vergleich: Brasiliens reales BIP stieg zwischen 2017 und 2024 kumuliert um rund 20%.

Das Wachstum von Stablecoins vollzieht sich vor dem Hintergrund eines breiteren Wandels im brasilianischen Finanzsystem, in dem Digital Banking und Pix bereits verändert haben, wie Millionen von Verbrauchern Geld bewegen. Dass der IWF dies hervorhebt, liegt nicht daran, dass Stablecoins diese Instrumente ersetzen, sondern daran, dass sie zunehmend Teil derselben digitalen Zahlungslandschaft werden, die Aufseher bereits über Banken, Zahlungsunternehmen und Meldevorschriften beaufsichtigen.

Der Aufstieg des Digital Banking und die breite Einführung des kostengünstigen Sofortzahlungssystems Pix haben die brasilianische Finanzlandschaft grundlegend verändert, den Wettbewerb gestärkt und die Effizienz im Sektor erhöht.

Neue Digitalbanken haben zudem den Wettbewerb in einem Markt verstärkt, der historisch von wenigen großen Finanzinstituten dominiert wurde.

Warum globale Aufseher hinschauen

Der IWF-Bericht weist darauf hin, dass Stablecoin-Ströme weitaus empfindlicher auf globale wirtschaftliche Turbulenzen reagieren als traditionelle internationale Investitionen.

Zwischen einem Drittel und zwei Dritteln der Bewegungen bei Stablecoin-Käufen werden durch externe finanzielle Faktoren getrieben — etwa den Volatilitätsindex VIX, Schwankungen im S&P 500 und Bewegungen des Bitcoin-Preises.

„Während die mit Krypto verbundenen systemischen Risiken für die Finanzstabilität derzeit begrenzt erscheinen, rechtfertigt das rasche Wachstum der Kryptoaktivität, einschließlich Stablecoins als einem Bestandteil, eine genaue Beobachtung“, so der IWF.

Der IWF empfiehlt eine stärkere Aufsicht über Stablecoins, einschließlich klarerer Regeln für Verwahrung, Verbraucherschutz und die Koordination zwischen Aufsichtsbehörden. Der Fonds warnt zudem, dass es angesichts der zunehmenden Verbreitung möglicherweise nicht ausreicht, Risiken allein den Kryptounternehmen zu überlassen.

Warum das wichtig ist

Die Erkenntnisse kommen zu einem Zeitpunkt, an dem Brasiliens Kongress sich darauf vorbereitet, sich mit dem Gesetzentwurf 4308/2024 zu befassen, der Stablecoins offiziell regulieren soll.

Die Kryptoindustrie hat sich gegen Teile des Entwurfs ausgesprochen, insbesondere gegen den Ansatz zur Klassifizierung von Stablecoins — eine Debatte, die an die Fragen zu Transparenz der Reserven und Aufsicht erinnert, mit denen sich US-Gesetzgeber bei ihrer eigenen Stablecoin-Gesetzgebung befasst haben.

Da grenzüberschreitende Kryptoaktivitäten im Verhältnis zur Wirtschaftsaktivität schneller wachsen als traditionelle Kapitalflüsse und eine überdurchschnittliche Sensibilität für Schwankungen an den Dollar-Märkten zeigen, erhöht die Einschätzung des IWF den Druck auf brasilianische Gesetzgeber, den Entwurf voranzubringen — und sie gibt einen Ausblick auf das Compliance-Niveau, das Aufseher von Emittenten und Plattformen erwarten.