Brasiliens Zentralbank wird Krypto-Überweisungen über 10.000 US-Dollar unter neuen Betrugsbekämpfungsregeln verzögern
Wichtige Erkenntnisse
- •Die brasilianische Zentralbank wird Kryptowährungsüberweisungen über 10.000 US-Dollar unter Betrugsbekämpfungsregeln, die im kommenden Jahr in Kraft treten sollen, um bis zu 24 Stunden zurückhalten.
- •Die Schwelle kann durch eine einzelne Transaktion oder durch die kumulativen Tagesüberweisungen eines Kunden ausgelöst werden, was bedeutet, dass auch mehrere kleinere Zahlungen überprüft werden können.
- •Die Vorschriften gelten für Überweisungen an ausländische Anbieter virtueller Vermögenswerte und Self-Custody-Wallets mit besonderer Aufmerksamkeit für Stablecoins, die mit der grenzüberschreitenden Verlagerung von Betrugserlösen in Verbindung stehen.
- •Die Richtlinie friert Vermögenswerte weder ein noch blockiert sie diese dauerhaft, sondern führt eine befristete Verzögerung ein, um eine Betrugsüberprüfung vor der Verarbeitung zu ermöglichen.
- •Die Zentralbank hat keine Strafen bei Nichteinhaltung genannt, keine spezifischen betroffenen Anbieter identifiziert und die Verfahren, die Benutzer während einer Verzögerungsfrist befolgen müssen, nicht detailliert beschrieben.

Die brasilianische Zentralbank wird bestimmte Kryptowährungsüberweisungen über 10.000 US-Dollar unter neuen Betrugsbekämpfungsregeln, die im kommenden Jahr in Kraft treten sollen, um bis zu 24 Stunden verzögern, berichtet Reuters. Die Maßnahmen bauen auf Brasiliens Rechtsrahmen aus dem Jahr 2022 auf, der die Zentralbank als Aufsichtsbehörde für Anbieter virtueller Vermögenswerte bestimmte.
Die Regeln betreffen Überweisungen an ausländische Anbieter virtueller Vermögenswerte und Self-Custody-Wallets. Die Bank erklärte, dass die Maßnahmen auf die schnelle Verlagerung von Betrugserlösen über virtuelle Vermögenswerte, einschließlich Stablecoins, abzielen. Brasilien gehört zu den größten Kryptowährungsmärkten in Lateinamerika, und der Fokus der Zentralbank auf Stablecoins spiegelt deren zunehmende Verwendung bei grenzüberschreitenden Überweisungen und Remittances in der Region wider.
10.000-US-Dollar-Schwelle und kumulative Überweisungen
Die 10.000-US-Dollar-Schwelle kann auf eine einzelne Transaktion oder die kombinierten Überweisungen eines Kunden im Laufe eines Tages angewendet werden. Das bedeutet, dass mehrere kleinere Zahlungen eine Überprüfung auslösen könnten, wenn ihr kumulativer Tageswert 10.000 US-Dollar übersteigt. Der Betrag entspricht einem weit verbreiteten Richtwert in der internationalen Finanzüberwachung, bei dem ähnliche Schwellen in mehreren Rechtsgebieten Meldepflichten oder Überprüfungsverpflichtungen auslösen.
Die Zentralbank merkte an, dass auch andere Transaktionen unter ihren Risikomanagement-Richtlinien verzögert werden können. Die maximale Verzögerung für eine Transaktion, die einer zusätzlichen Überprüfung bedarf, ist jedoch auf 24 Stunden begrenzt.
Keine Vermögensbeschlagnahmung
Die Bank betonte, dass die Maßnahme weder Vermögenswerte einfriert noch Überweisungen dauerhaft blockiert. Stattdessen können berechtigte Transaktionen bis zu 24 Stunden ausgesetzt bleiben, während die erforderlichen Betrugsprüfungen durchgeführt werden. Dieser Ansatz unterscheidet sich von herkömmlichen Anti-Geldwäsche-Vermögensbeschlagnahmungen und führt stattdessen einen zeitbasierten Reibungsmechanismus ein, der speziell auf die Abwicklungsgeschwindigkeit blockchainbasierter Überweisungen zugeschnitten ist.
Stablecoins in Betrugsmustern identifiziert
Die Zentralbank erklärte, dass die Regeln eine Reaktion auf die zunehmende Verwendung virtueller Vermögenswerte im Finanzbetrug darstellen. Sie identifizierte Stablecoins ausdrücklich als eines der Vermögenswerte, die zur schnellen Verlagerung illegaler Erlöse verwendet werden.
Laut der Bank verschafft die Verzögerung markierten Transaktionen zusätzliche Überprüfungszeit, bevor sie verarbeitet werden. Die Institution legte keine weiteren Details zu ihren Risikomanagement-Verfahren offen.
Bekanntmachung und Zeitplan
Die Bekanntmachung erfolgte am Freitag, den 7. August. Brasilien plant, die Regeln im kommenden Jahr umzusetzen, wobei in den veröffentlichten Informationen kein spezifisches Implementierungsdatum genannt wurde.
Geltungsbereich und offene Fragen
Die Maßnahmen der Zentralbank konzentrieren sich auf Überweisungen, an denen Anbieter virtueller Vermögenswerte und Self-Custody-Wallets beteiligt sind, und ermöglichen zudem die Überprüfung anderer Transaktionen unter den Risikomanagement-Regeln.
Reuters berichtete, dass die Bank die Maßnahme im Rahmen umfassendererer Betrugsbekämpfungsanforderungen für Krypto-Vermögenswerte eingeführt hat. Die Regeln befassen sich mit der Geschwindigkeit, mit der Betrugserlöse über Kanäle für virtuelle Vermögenswerte verlagert werden können.
Die veröffentlichten Informationen enthalten keine Angaben zu Strafen bei Nichteinhaltung, identifizieren keine betroffenen Dienstleister und beschreiben nicht die Verfahren, die Benutzer während einer Verzögerungsfrist befolgen müssen. Marktteilnehmer werden auf Umsetzungsleitlinien achten, die klären, wie Broker, Verwahrungsanbieter und einzelne Wallet-Benutzer in der Praxis betroffen sein werden.