BofA: Monatsende-Fixing-Ströme im August dürften den Dollar leicht stützen
Wichtige Erkenntnisse
- •Das Modell von Bank of America sieht ein Monatsend-Rebalancing aus GBP und EUR in USD vor.
- •Das Signal ist für das Pfund mit -1.3σ stärker als für den Euro mit -0.6σ.
- •BofA erwartet im August nur sehr geringe, möglicherweise vernachlässigbare Marktauswirkungen durch Monatsendströme.
- •EUR/USD liegt diese Woche 0,3% im Minus, GBP/USD 0,4%.
- •Die Jackson-Hole-Keynote von Fed-Chef Warsh ist vor dem London-Fixing angesetzt und könnte die Aufmerksamkeit des Marktes dominieren.

Das Monatsend-Rebalancing-Modell von Bank of America deutet auf Abflüsse in EUR/USD und GBP/USD im Vorfeld des Monatsendes hin — ein Signal, das zwar begrenzt ist, aber den US-Dollar leicht stützt.
In seiner Notiz legte das Institut die Methodik dar:
"We estimate FX rebalancing needs based on a conventional 60/40 portfolio of global equities & bonds. The underperformance of USD vs GBP & EUR denominated assets over August suggests rebalancing out of GBP (-1.3σ) and EUR (-0.6σ) and into USD."
Die σ-(Sigma-)Werte sind in den Monatsend-Flow-Notizen der Banken eine gängige Kurzform, um geschätzte Rebalancing-Bedarfe relativ zu typischen Monatsendniveaus auszudrücken; größere Abweichungen gelten dabei in der Regel als marktseitig relevantere Signale. Auf dieser Skala ist der Wert für das Pfund ausgeprägter als der für den Euro, auch wenn beide moderat bleiben. Wie bei solchen Schätzungen üblich, handelt es sich um Modellwerte auf Basis von Annahmen zur Portfoliozusammensetzung und nicht um beobachtete Transaktionen, weshalb sie eher als Richtungsindikator denn als präzise Flow-Prognose gelesen werden.
Monatsendliche Rebalancing-Ströme sind ein regulärer Bestandteil der Devisenmärkte. Institutionelle Anleger mit ausgewogenen globalen Portfolios passen ihre Währungsengagements regelmäßig an, um Zielallokationen wiederherzustellen, und ein großer Teil dieses Umsatzes wird rund um Referenz-Fixing-Kurse ausgeführt — vor allem um das 16:00-Uhr-London-Fixing, den WM/Refinitiv-Benchmark, der Portfolio-Bewertungen und benchmarkgebundene Ausführung in einem Markt verankert, den die BIS in ihrer dreijährlichen Erhebung 2022 auf ein durchschnittliches Tagesvolumen von rund 7,5 Billionen Dollar schätzte.
Der diesmal erwartete Effekt ist klein, doch es könnten sich bereits in dieser Woche erste Anzeichen gezeigt haben. Sowohl EUR/USD als auch GBP/USD notieren diese Woche niedriger, vor allem nach einem Rückgang am Mittwoch gegen Mittag in Europa, der zudem nach einem gemischten US-Datenmix erfolgte. EUR/USD — das am meisten gehandelte Währungspaar am globalen Markt — liegt bislang in dieser Woche 0,3% im Minus, GBP/USD 0,4%.
Die Veränderungen bislang heute sind relativ gering. Abgesehen von möglichen Monatsendströmen werden Marktteilnehmer später stärker auf die Keynote-Rede von Fed-Chef Warsh in Jackson Hole achten — das jährliche wirtschaftspolitische Symposium der Federal Reserve Bank of Kansas City, bei dem Fed-Chefs in den vergangenen Jahren wichtige geldpolitische Botschaften gesendet haben. Der Zeitpunkt der Rede liegt unmittelbar vor dem London-Fixing und dürfte die Ströme im Gesamtbild überlagern, auch wenn das nicht ausschließt, dass es sich zum Monatsende hin später am Tag unruhig entwickeln kann. Da ein mögliches geldpolitisches Signal kurz vor der Festlegung der Referenzkurse ankommt, ist das Zusammenspiel zwischen Rede und Fixing-Fenster die entscheidende Dynamik zum Monatsende.
Insgesamt rechnet BofA für August nur mit sehr geringen, wenn überhaupt vorhandenen, Auswirkungen der Monatsendströme. Die vollständige Aufschlüsselung ist verfügbar unter Month-end fixing to be mildly supportive of the dollar - BofA.