NachrichtenKryptoBNB Chain wendet sich von niedrigen Gebühren ab und hin zu einer Strategie nachhaltiger Einnahmen

BNB Chain wendet sich von niedrigen Gebühren ab und hin zu einer Strategie nachhaltiger Einnahmen

Autor: Tron Weekly·

Wichtige Erkenntnisse

  • BNB Chain betrachtet die Senkung von Gasgebühren laut der Präsentation von Wachstumsdirektorin Nina Rong vom 6. September nicht mehr als vorrangige Priorität.
  • BNB Chain hatte die Transaktionskosten zuvor um mehr als 90 % gesenkt und die Gebühren auf bis zu 0,05 Gwei reduziert.
  • Robinhood Chain ist wegen Transaktionsgebühren von bis zu 0,40 US-Dollar pro Transaktion in die Kritik geraten.
  • Robinhood Chain teilt 10 % ihrer Einnahmen mit dem Arbitrum-Ökosystem: 8 % gehen an die Treasury des Arbitrum DAO, 2 % in die Entwicklung.
  • Bei breiter Anwendung könnten einnahmenorientierte Modelle Gasgebühren als Einnahmequelle statt nur als Nutzerkosten positionieren.
BNB Chain wendet sich von niedrigen Gebühren ab und hin zu einer Strategie nachhaltiger Einnahmen

BNB Chain hat seine Transaktionsgebührenpolitik nach Jahren der Senkung der Kosten für Blockchain-Transaktionen geändert. Das Netzwerk ist zu dem Schluss gekommen, dass künftige Einnahmen eine immer wichtigere Rolle bei der Entwicklung und dem Betrieb der Blockchain-Infrastruktur spielen werden.

Wie Nina Rong, Wachstumsdirektorin von BNB Chain, in ihrer Präsentation am 6. September ausführte, ist die Senkung der Gasgebühren für das Netzwerk keine Priorität mehr. Laut Rong benötigen Blockchain-Projekte ein nachhaltiges Geschäftsmodell, das über Gasgebühren und Umsatzbeteiligung Einnahmen erzielt.

BNB Chain wendet sich vom Gebührenkrieg ab

BNB Chain, das EVM-kompatible Netzwerk mit enger Anbindung an den Börsenbetreiber Binance, gehört zu den am stärksten genutzten Smart-Contract-Blockchains, und niedrige Gebühren waren ein zentraler Bestandteil seines Angebots an Nutzer und Entwickler. In den vergangenen Jahren konzentrierte sich das Netzwerk darauf, die Transaktionskosten zu senken, um Nutzer und Entwickler zur Teilnahme zu bewegen. Es gelang, die Transaktionskosten auf bis zu 0,05 Gwei zu drücken und die Kosten im Vergleich zu früheren Werten um mehr als 90 % zu reduzieren.

Nach Angaben von Rong ist es jedoch an der Zeit, dass die Branche einen völlig anderen Ansatz verfolgt. Statt stark auf Fördermittel und reduzierte Transaktionskosten zu setzen, sollte sich die Branche auf einnahmenorientierte Modelle konzentrieren.

Ihre Äußerungen fielen in eine Zeit, in der im Kryptobereich weiterhin über die Transaktionsgebühren der Robinhood Chain diskutiert wird. Die kürzlich gestartete Blockchain ist wegen Gebühren von bis zu 0,40 US-Dollar pro Transaktion in die Kritik geraten.

Robinhood Chain verweist seinerseits auf sein Einnahmenbeteiligungsprogramm mit dem Arbitrum-Ökosystem, bei dem die Chain 10 % ihrer Einnahmen aufteilt: 8 % fließen in die Treasury des Arbitrum DAO, 2 % werden für die Entwicklung verwendet.

Umsatzbeteiligung könnte das nächste Rennen im Blockchain-Bereich prägen

Der Ansatz von Robinhood Chain zeigt einen Weg auf, wie ein Blockchain-Netzwerk sein Wachstum mit dem breiteren Ökosystem verknüpfen kann. Durch die Umsatzbeteiligung mit dem Arbitrum-Netzwerk ermöglicht Robinhood Chain dem DAO und den Entwicklern des Projekts, finanziell vom Wachstum der Chain zu profitieren. So entsteht ein System, bei dem die Transaktionsaktivität dem gesamten Netzwerk zugutekommen kann, statt lediglich die Gebühren zu senken.

BNB Chains strategischer Kurswechsel wäre nach Jahren kontinuierlicher Gebührensenkungen eine logische Konsequenz. Niedrige Kosten haben bereits viele Nutzer angezogen, und das Netzwerk dürfte durch weitere Preissenkungen nur noch vergleichsweise wenig zusätzlichen Nutzen erzielen.

Die nächste Phase des Wettbewerbs könnte daher nicht mehr darin bestehen, wer die niedrigsten Gasgebühren verlangt, sondern wer nachhaltig wirtschaftet. Für Netzwerke, die in den letzten Jahren die Nutzung durch Fördermittel und minimale Kosten subventioniert haben, wird die Frage, wie die Infrastruktur langfristig finanziert wird, zunehmend drängender.

Findet dieses Modell breitere Akzeptanz, könnten Gasgebühren künftig nicht mehr nur als Kosten der Nutzer betrachtet werden, sondern als zusätzliche Einnahmequelle für das Blockchain-Ökosystem und die zugehörige Infrastruktur.