Blockworks' Token Transparency Framework führt standardisierte Fact Sheets für die Offenlegung tokenisierter Assets ein
Wichtige Erkenntnisse
- •Der Token Transparency Framework wurde im Juni 2025 als Open-Source-Standard gestartet und liefert Fact Sheets zu offchain-Rechts-, Governance-, Finanz- und Marktstrukturdetails tokenisierter Assets.
- •Der TTF nutzt zwei Anlagearten – einmalige B-1-Einreichungen für Token-Generierungs-Events und B-2-Einreichungen für fortlaufende Aktualisierungen – und vergibt jeweils eine Transparenzbewertung; die anfänglichen Kohortenwerte lagen über 35.
- •Bis Mai 2026 hatten mehr als 44 Protokolle den TTF übernommen, mit dem Ziel, bis Jahresende mehr als 200 Protokolle zu erreichen.
- •Die Ende Mai 2026 mit über 40 Unternehmen, darunter Coinbase und Kraken, gegründete Crypto Transparency Alliance unterstützt die TTF-Adoption, und Blockworks startete im August 2026 das Automatisierungstool RapidFile zur Vereinfachung von Einreichungen.

Die Kryptobranche hat seit langem ein Transparenzproblem – und das ist kein Geheimnis. Token-Projekte starten routinemäßig mit Whitepapern, die wie Fieberträume klingen, Tokenomics, die zur Entschlüsselung einen Doktortitel erfordern, und Governance-Strukturen, die irgendwo zwischen „vertraut uns" und „viel Glück" angesiedelt sind. Blockworks setzt darauf, dass ein standardisierter Offenlegungsrahmen das ändern kann.
Der Token Transparency Framework (TTF) wurde im Juni 2025 als Open-Source-Standard für Token-Offenlegungen eingeführt. Sein Kernprodukt ist eine Reihe von Fact Sheets, die detaillierte offchain-Informationen zu Recht, Governance, Finanzen und Marktstruktur für jedes tokenisierte Asset liefern. Der Ansatz erinnert an traditionelle Wertpapiermärkte, auf denen standardisierte Berichte wie Registrierungserklärungen und Periodenberichte Anlegern schon lange eine gemeinsame, vergleichbare Informationsbasis bieten – und er kommt zu einem Zeitpunkt, da die Tokenisierung realer Vermögenswerte zunehmend institutionelle Aufmerksamkeit erhält.
Wie die Fact Sheets funktionieren
Der TTF gliedert Offenlegungen in zwei verschiedene Anlagearten. Die B-1-Einreichung umfasst einmalige Offenlegungen, vor allem im Zusammenhang mit Token-Generierungs-Events. Die B-2-Einreichung ist für fortlaufende Aktualisierungen reiferer Protokolle konzipiert.
Die 2026 eingeführte B-2-Aktualisierung legt besonderen Wert auf die Unterscheidung zwischen organischem und gekauftem Wachstum, indem offchain-Finanzdaten hervorgehoben werden – eine Unterscheidung, die in der Kryptobranche schwer zu überprüfen war, da incentivisierte Nutzung und Market-Maker-Vereinbarungen die sichtbare Aktivität aufblähen können.
Jede Einreichung erhält eine Transparenzbewertung, die misst, wie vollständig und gründlich die Offenlegungen tatsächlich sind. Die anfänglichen Bewertungen der TTF-Kohorte lagen über 35 und dienen als Benchmark für die Vollständigkeit der Offenlegungen bei den bisher verarbeiteten Einreichungen.
Bis Mai 2026 hatten mehr als 44 Protokolle den TTF für ihre Offenlegungen genutzt. Das Ziel ist es, bis Jahresende mehr als 200 zu erreichen.
Die Transparency Alliance und institutionelle Unterstützung
Die Crypto Transparency Alliance wurde Ende Mai 2026 gegründet, um den TTF zu unterstützen und eine breitere Branchenadoption voranzutreiben. Die Allianz umfasst über 40 Unternehmen, darunter Coinbase und Kraken.
Um die Einstiegshürde zu senken, startete Blockworks im August 2026 RapidFile, ein Tool zur Automatisierung des Einreichungsprozesses.
Warum das für den Markt wichtig ist
Historisch gesehen funktionierten Token-Märkte ohne standardisierte Offenlegungspraktiken, sodass Anleger verstreute Informationen zu Emissionsplänen, Insider-Beteiligungen, Market-Maker-Vereinbarungen und Finanzdaten durchsuchen mussten. Diese fehlende einheitliche Berichterstattung hat eine stärkere institutionelle Beteiligung am Kryptosektor behindert.
Der TTF stellt sicher, dass offchain-rechtliche und -wirtschaftliche Kontexte für tokenisierte Assets jederzeit verfügbar sind, ergänzt bestehende onchain-Daten und fördert das Engagement von Selbstregulierung und Regulierungsbehörden, ohne für die betreffenden Tokens vorbestimmte rechtliche Klassifizierungen festzulegen. Ob es dem Framework gelingt, von der anfänglichen Kohorte hin zum Jahresziel von 200 Protokollen zu skalieren, und wie Regulierungsbehörden auf einen freiwilligen Offenlegungsstandard neben sich entwickelnden Token-Regeln reagieren, wird seinen Einfluss auf die Marktpraxis bestimmen.