Arthur Hayes und BitMEX-Gründer sehen sich neuer Sammelklage wegen angeblich verdecktem Trading Desk gegenüber
Wichtige Erkenntnisse
- •Eine am 23. Juli 2026 eingereichte Sammelklage behauptet, BitMEX habe heimlich einen internen Trading Desk betrieben, der gegen Kunden handelte, während sich die Börse öffentlich als neutraler Marktplatz darstellte.
- •Die Kläger BKX Services Inc. und David Namdar machen gemeinsame Verluste von 622.66 BTC, etwa $40.7 million, geltend und beantragen die Zulassung als Sammelklage sowie Ausgleichs- und Strafschadenersatz.
- •In der Beschwerde heißt es, BitMEX habe zwischen November 2014 und Oktober 2024 mehr als $1 billion an Transaktionsgebühren erzielt; in diesem Zeitraum habe der XBTUSD-Perpetual-Kontrakt ein Handelsvolumen von über $2 trillion verarbeitet.
- •Die Klage greift den Markteinbruch vom 13. März 2020 erneut auf und behauptet, dass gehebelte Positionen im Wert von rund $800 million liquidiert wurden, während viele Nutzer wegen Systemausfällen keinen Zugang zur Börse hatten.
- •Die neue Klage folgt auf den Vergleich von BitMEX aus dem Jahr 2020 über $100 million mit der CFTC und FinCEN wegen Verstößen gegen Vorschriften zur Geldwäschebekämpfung und den Bank Secrecy Act sowie auf Schuldbekenntnisse der Mitgründer Hayes, Delo, Reed und Dwyer.

BitMEX und seine Mitgründer sehen sich einer neuen Sammelklage gegenüber, die nur einen Tag nach der Ankündigung der Schließung der Krypto-Derivatebörse eingereicht wurde. Die Klage wirft der Börse vor, über einen internen Trading Desk heimlich gegen die eigenen Nutzer gehandelt zu haben; die Kläger BKX Services Inc. und David Namdar machen gemeinsame Verluste von 622.66 BTC (rund $40.7 million) geltend. Der Fall reiht sich in eine lange Liste rechtlicher Herausforderungen für die Börse ein, die einst der dominierende Handelsplatz für gehebelten Kryptohandel war und den Perpetual-Swap-Kontrakt mitbegründete, der inzwischen bei großen Börsen zum Branchenstandard geworden ist.
BitMEX und Gründer in neuer Sammelklage genannt
Die Klage wurde am 23. Juli 2026 beim U.S. District Court for the Southern District of New York von BKX Services Inc. und David Namdar im Namen einer vorgeschlagenen Gruppe von BitMEX-Nutzern eingereicht.
In der Beschwerde werden HDR Global Trading Limited sowie die BitMEX-Mitgründer Arthur Hayes, Ben Delo, Samuel Reed und der ehemalige Manager Gregory Dwyer als Beklagte genannt. Die Kläger behaupten, die Börse habe heimlich einen in der Einreichung als "Insider Trading Desk" bezeichneten Bereich betrieben, der direkt gegen Kunden gehandelt habe, während sie sich öffentlich als neutraler Marktplatz dargestellt habe.
Laut Beschwerde hatte BitMEX privilegierten Zugang zu Kundenorders, darunter sogenannte "hidden orders", wodurch Insider einen unfairen Handelsvorteil erhalten hätten, den gewöhnliche Nutzer nicht sehen konnten. Die Klage macht geltend, Kunden hätten geglaubt, ausschließlich gegen andere Marktteilnehmer zu handeln, während BitMEX selbst angeblich die Gegenseite der Trades eingenommen habe.
Beschwerde wirft verdecktem Trading Desk Gewinne aus Kundenliquidationen vor
Ein zentraler Vorwurf lautet, BitMEX habe den internen Desk genutzt, um von Kundenliquidationen zu profitieren und zugleich zusätzliche Handelsgebühren zu generieren. Laut der Gerichtseinreichung erzielte die Börse zwischen November 2014 und Oktober 2024 mehr als $1 billion an Transaktionsgebühren, während ihr Flaggschiffprodukt, der XBTUSD-Perpetual-Kontrakt, in diesem Zeitraum ein Handelsvolumen von über $2 trillion abwickelte.
Die Kläger geben an, beim Handel auf der Plattform erhebliche Bitcoin-Verluste erlitten zu haben. BKX Services macht Verluste von insgesamt 305.80903296 BTC geltend, während David Namdar Verluste von 316.85578220 BTC durch mehrere Liquidationen angibt. Die Beschwerde behauptet zudem, Kunden hätten infolge des Verhaltens der Börse insgesamt Tausende Bitcoin verloren.
Die Klage greift auch den Markteinbruch vom 13. März 2020 erneut auf und behauptet, dass gehebelte Positionen im Wert von rund $800 million liquidiert wurden, während viele Nutzer wegen Systemausfällen keinen Zugang zur Börse hatten. Laut Beschwerde funktionierte der angebliche Insider-Handelsbetrieb während der Störung weiter. Die Einreichung argumentiert, diese Ereignisse hätten BitMEX ermöglicht, durch Handelsgebühren, Kundenliquidationen und den wachsenden Insurance Fund sogenannte "ill-gotten gains" zu erzielen.
Kläger fordern Rückgabe von Bitcoin
Die Kläger beantragen beim Gericht, den Fall als Sammelklage zuzulassen und BitMEX zur Rückgabe der Bitcoin der Kunden zu verpflichten. Außerdem fordern sie Ausgleichs- und Strafschadenersatz, Anwaltsgebühren, Gerichtskosten und Zinsen. Laut Beschwerde hätten Nutzer nicht auf BitMEX gehandelt, wenn sie von dem angeblich verdeckten Trading Desk gewusst hätten.
Die Klage wurde nur einen Tag eingereicht, nachdem BitMEX seine Börse geschlossen hatte. Sie folgt außerdem auf die rechtlichen Probleme der Plattform im Jahr 2020, als US-Regulierungsbehörden dem Unternehmen Verstöße gegen Vorschriften zur Geldwäschebekämpfung und den Bank Secrecy Act vorwarfen — Vorwürfe, die in einem Vergleich über $100 million mit der CFTC und FinCEN sowie Schuldbekenntnissen von Hayes, Delo, Reed und Dwyer mündeten. Der neue Fall verlagert den Fokus von Compliance-Verstößen darauf, wie BitMEX Kundenhandelsgeschäfte angeblich intern behandelte — ein Bereich, der im Kryptobörsensektor zunehmend geprüft wird, da Trader mehr Transparenz bei Risiken von Interessenkonflikten verlangen.