Bithumb gewinnt zwei Gerichtsurteile in Bitcoin-Rückforderungsklagen
Wichtige Erkenntnisse
- •Das Zentralbezirksgericht Seoul entschied in den ersten beiden von vier Klagen im Zusammenhang mit den fehlerhaften Bitcoin-Gutschriften zugunsten von Bithumb.
- •Die beiden entschiedenen Verfahren betrafen Forderungen über 5 Millionen Won und 194 Millionen Won; zwei weitere Verfahren sind noch nicht entschieden.
- •Der Streit begann, nachdem ein Mitarbeiter während einer Werbeaktion am 6. Februar 2026 versehentlich 620.000 BTC statt 620.000 Won gutgeschrieben hatte.
- •Bithumb gab an, 618.212 BTC bzw. 99,7 % der fehlerhaften Überweisung zurückgeholt zu haben; 1.788 BTC waren jedoch bereits verkauft worden, bevor die Konten eingefroren wurden.
- •Die südkoreanische Finanzaufsichtsbehörde Financial Supervisory Service hat den Vorfall überprüft und könnte Sanktionen erwägen; eine Strafentscheidung wurde bislang nicht verkündet.

Bithumb hat in den ersten beiden von vier Klagen obsiegt, die das Unternehmen gegen Kunden eingereicht hat, weil diese Bitcoin verkauften, das die Börse ihnen irrtümlich gutgeschrieben hatte. Das Unternehmen versucht, die Erlöse aus diesen Verkäufen zurückzufordern.
Laut Chosun Biz entschied das Zentralbezirksgericht Seoul sowohl am Mittwoch als auch am Donnerstag zugunsten der Börse. Die beiden Entscheidungen sind die ersten Urteile in vier Verfahren, die gegen Nutzer eingeleitet wurden, die irrtümlich Bitcoin erhielten und anschließend einen Teil davon verkauften.
Das am Donnerstag entschiedene Verfahren betraf eine Forderung über 194 Millionen Won, umgerechnet rund 140.000 US-Dollar. Das Urteil vom Mittwoch betraf eine kleinere Forderung über 5 Millionen Won, rund 3.600 US-Dollar. Zwei weitere Verfahren sind noch nicht entschieden; die Forderungen belaufen sich auf geschätzte 14,8 Millionen Won (10.700 US-Dollar) und 500 Millionen Won (362.000 US-Dollar). Den Beklagten in diesen beiden anhängigen Verfahren wurde den Berichten zufolge per öffentlicher Zustellung zugestellt, nachdem die Gerichtsdokumente nicht auf dem üblichen Weg übermittelt werden konnten.
Ursprung: Belohnungsfehler im Februar
Die Klagen gehen auf einen schwerwiegenden Buchungsfehler während einer Werbeaktion von Bithumb am 6. Februar 2026 zurück. Die Börse hatte geplant, Belohnungen in Höhe von insgesamt 620.000 Won an 249 Nutzer zu verteilen. Ein Mitarbeiter wählte jedoch versehentlich Bitcoin statt den südkoreanischen Won als Währungseinheit aus, wodurch 620.000 BTC auf die Kundenkonten gutgeschrieben wurden.
Bithumb gab später bekannt, dass es 618.212 BTC – das entspricht 99,7 % des fälschlich übertragenen Bitcoin – zurückholen konnte. Bevor die Börse die betroffenen Konten einfrieren ließ, hatten einige Personen jedoch 1.788 BTC verkauft, sodass die Börse die Rückzahlung nun gerichtlich statt durch freiwillige Rückgabe verfolgen muss. Statt die betroffenen Kunden aufzufordern, das zu Unrecht erhaltene Bitcoin zurückzuzahlen, entschied sich Bithumb im März dafür, vier Klagen wegen ungerechtfertigter Bereicherung einzureichen.
Regulatorischer und rechtlicher Druck hält an
Der Vorfall hat auch die Aufmerksamkeit der südkoreanischen Finanzaufsichtsbehörde Financial Supervisory Service (FSS) erregt. Sie untersuchte, wie Bithumb seinen Nutzern Bitcoin zuteilen konnte, das der Börse gar nicht gehörte. Anfang August übersandte die FSS dem Unternehmen eine Prüfungsverfügung und leitete damit ein Verfahren ein, das zu Sanktionen gegen die Börse führen könnte. Über mögliche Strafen ist bislang noch nicht entschieden worden.
Die Börse sieht sich zudem mit weiteren rechtlichen Problemen konfrontiert. Im Juni durchsuchte die Polizei ihre Büros im Rahmen einer separaten Untersuchung zu Einstellungspräferenzen im Zusammenhang mit dem Parlamentsabgeordneten Kim Byung-ki. Darüber hinaus wehrt sich Bithumb gegen eine sechsmonatige Geschäftsaussetzung wegen Verstößen gegen das Anti-Geldwäsche-Gesetz; diese Entscheidung hatte das Gericht in Seoul im April ausgesetzt.
Die jüngsten Entscheidungen des Gerichts bedeuten für die Börse einen entscheidenden Durchbruch bei ihren Bemühungen, Gelder im Zusammenhang mit dem Bitcoin-Gutschriftsproblem vom Februar zurückzugewinnen. Die verbleibenden Verfahren werden zeigen, wie weit das Gericht Rückforderungsansprüche ausdehnt, wenn Vermögenswerte nach einem operativen Fehler schnell verkauft wurden.