NachrichtenKryptoBitcoins nicht realisierter Verlust fällt unter die Deep-Stress-Spanne, Kapitulationssignale bleiben aus

Bitcoins nicht realisierter Verlust fällt unter die Deep-Stress-Spanne, Kapitulationssignale bleiben aus

Autor: CryptoBriefing·

Wichtige Erkenntnisse

  • Bitcoins Kennzahl für den prozentual nicht realisierten Verlust sank zum 2. August auf 35,2% und fiel damit erstmals seit Ende Juni unter die 40%-Schwelle des Deep-Stress-Bereichs.
  • Der Indikator erreichte Ende Juni einen Höchststand von 42,2%, fiel bis zum 21. Juli auf 30,4% und erholte sich Anfang August leicht auf 35,2%.
  • Rund ein Drittel des erfassten Bitcoin-Angebots wird derzeit mit Verlust gehalten, was bedeutet, dass diese Coins über dem aktuellen Marktpreis gekauft wurden.
  • Analysten sehen den Markt derzeit eher in einer Konsolidierungsphase als am Beginn eines neuen Aufwärtstrends, da Halter im Minus bei Annäherung an ihren Einstandspreis verkaufen könnten.
  • Der aktuelle Wert liegt deutlich unter dem 60%-Niveau, das historisch mit umfassenden Kapitulationsereignissen am Bitcoin-Markt zusammenfiel.
Bitcoins nicht realisierter Verlust fällt unter die Deep-Stress-Spanne, Kapitulationssignale bleiben aus

Bitcoins Kennzahl für den prozentual nicht realisierten Verlust fiel zum 2. August auf 35,2% und damit unter die 40%-Marke, die von On-Chain-Analysten weithin als der „Deep-Stress-Bereich“ betrachtet wird. Dies ist das erste Mal seit Ende Juni, dass der Wert unter dieses Niveau gefallen ist. Ende Juni hatte die Kennzahl mit 42,2% ihren Höchststand erreicht und den Markt damit klar in ein tiefes Stressumfeld gebracht.

Die Kennzahl für den prozentual nicht realisierten Verlust ist Teil einer breiteren Gruppe von On-Chain-Indikatoren — darunter das Market Value to Realized Value (MVRV)-Verhältnis —, die Bitcoins transparentes öffentliches Ledger nutzen, um die aggregierte Profitabilität der Halter zu bewerten. Anders als volumenbasierte Börsendaten oder Derivatemetriken erfasst der nicht realisierte Verlust direkt die Kostenbasis jeder einzelnen Coin auf der Blockchain und liefert damit einen netzwerkweiten Blick auf finanziellen Stress, der an traditionellen Finanzmärkten nicht verfügbar ist.

Die jüngste Entwicklung der Kennzahl

Der Indikator für nicht realisierte Verluste zeigte in den vergangenen Wochen ein klares Muster. Nachdem er Ende Juni 42,2% erreicht hatte, fiel er bis zum 21. Juli auf 30,4%, als sich der Bitcoin-Preis stabilisierte. Zum Monatsbeginn August stieg der Wert dann leicht wieder auf 35,2% an.

Historisch gesehen haben Werte über 60% mit umfassenden Kapitulationsereignissen am Bitcoin-Markt zusammengefallen — Phasen, in denen Notverkäufe die Preise auf nachhaltige Tiefststände gedrückt haben. Beim aktuellen Wert von 35,2% liegt der Markt deutlich unter dieser Schwelle, was darauf hindeutet, dass keine breit angelegte Kapitulation im Gange ist.

Diese On-Chain-Daten verfolgen die tatsächlichen Kostenbasen der Bitcoin-Bestände und ermöglichen es Analysten zu beurteilen, wie viel des gesamten Angebots derzeit mit Verlust gehalten wird — also zu einem Preis gekauft wurde, der über dem aktuellen Marktwert liegt — und wie stark der finanzielle Druck auf die Halter ist.

Rund ein Drittel des Angebots im Minus

Derzeit wird etwa ein Drittel des gesamten erfassten Bitcoin-Angebots mit Verlust gehalten. Der Rückgang von 42,2% auf 35,2% innerhalb von rund fünf Wochen deutet darauf hin, dass einige der finanziell am stärksten unter Druck stehenden Halter — oft als „weak hands“ bezeichnet — ihre Positionen bereits verkauft haben.

Konsolidierung statt Umkehr

Marktanalysten beschreiben das aktuelle Umfeld eher als Konsolidierungsphase denn als Beginn eines neuen Aufwärtstrends. Der Rückgang unter die 40%-Marke bedeutet, dass weniger Halter Verluste aufweisen, was den Verkaufsdruck verringern kann. Allerdings könnte der Umstand, dass rund 33% des Angebots weiterhin im Minus liegen, als Widerstand gegen einen anhaltenden Anstieg wirken, da Halter nahe ihrem Einstandspreis zum Ausstieg tendieren könnten.

Die zentrale Frage für die kommenden Wochen ist, ob die Kennzahl ihren Abwärtstrend fortsetzt oder wieder in Richtung 40% zurückkehrt. Ein anhaltender Rückgang der nicht realisierten Verluste würde auf eine echte Erholung in der Halterbasis hindeuten. Ein erneuter Anstieg über die Deep-Stress-Schwelle könnte dagegen signalisieren, dass die jüngste Kursentwicklung nur ein Fehlimpuls war und keine echte Veränderung markiert.