Bitcoin Supply in Profit erreicht 57,5 %, doch laut CryptoQuant-Rahmenwerk fehlt noch die Bestätigung
Wichtige Erkenntnisse
- •Bitcoins Kennzahl Supply in Profit stieg bis zum 22. Juli auf 57,5 % und erholte sich damit deutlich vom am 30. Juni verzeichneten Tief von 46,2 %.
- •Das Rahmenwerk von CryptoQuant verlangt, dass der 30-Tage-SMA des LTH-SOPR über 1 steigt und Supply in Profit gleichzeitig über 64 % liegt, bevor ein Ende des Bärenmarkts bestätigt wird.
- •Eine frühere Erholung zwischen dem 28. April und dem 1. Juni erfüllte beide Schwellenwerte kurzzeitig, kehrte sich jedoch wieder um. Dies zeigt, dass kurzfristige Verbesserungen keinen bestätigten Zykluswechsel darstellen.
- •Der 30-Tage-SMA des LTH-SOPR liegt seit mehr als 50 aufeinanderfolgenden Tagen unter 1, was darauf hindeutet, dass langfristige Halter noch keine nachhaltige Ausgabenprofitabilität erreicht haben.
- •Die Nachfragesignale bleiben gemischt: Schwaches Interesse am Spotmarkt steht schwankender institutioneller Aktivität über börsengehandelte Bitcoin-Produkte gegenüber.

Bitcoin-Halter verzeichnen laut On-Chain-Analysen wieder eine breite Rückkehr in die nicht realisierte Profitabilität. Derselbe Datensatz weist jedoch auch auf ein bekanntes Risiko hin: Der Markt könnte vor der Bestätigung einer nachhaltigen Bullenphase eine weitere abgebrochene Erholung ausbilden.
CryptoQuant, eine weit verbreitete On-Chain-Analyseplattform, deren Kennzahlen häufig von Tradern und Analysten zitiert werden, liefert Daten, die laut Plattform-Beitragendem thechessONCHAIN zeigen, dass der Anteil des umlaufenden Bitcoin-Angebots, der derzeit über seinem ungefähren Anschaffungspreis gehandelt wird — eine als Supply in Profit bekannte Kennzahl — bis zum 22. Juli auf 57,5 % gestiegen ist. Dem steht ein am 30. Juni verzeichneter Wert von 46,2 % gegenüber, den CryptoQuant als Referenzpunkt für ein Tief im Jahr 2026 verwendet. Obwohl die Erholung bemerkenswert ist, mahnt das Rahmenwerk von CryptoQuant zur Vorsicht: Die Verbesserung einer einzelnen Kennzahl stellt für sich genommen noch keine bestätigte Erholung dar.
Supply in Profit erholt sich in Richtung 60 %
On-Chain-Analyseplattformen leiten die Kostenbasis von Investoren ab, indem sie untersuchen, unter welchen Bedingungen Coins zuletzt on-chain aktiv waren — ein für Kryptowährungsmärkte besonderer Ansatz, da jede Transaktion dauerhaft in einem öffentlichen Ledger aufgezeichnet wird. CryptoQuants Supply in Profit (%) misst konkret den Anteil des gesamten Bitcoin-Angebots, der mehr wert ist als der Preis, zu dem er zuletzt bewegt wurde. Wenn dieser Prozentsatz steigt, deutet dies im Allgemeinen darauf hin, dass ein größerer Teil des Angebots mit nicht realisierten Gewinnen gehalten wird.
Laut CryptoQuant überschritt die Kennzahl im Juli erneut die Marke von 50 %. ThechessONCHAIN bezifferte den Anstieg bis zum 22. Juli auf 57,5 %, nach dem Tief von 46,2 % am 30. Juni. Auch das Tempo der Erholung ist bemerkenswert: Der Anstieg vom mittleren 40-Prozent-Bereich in den oberen 50-Prozent-Bereich innerhalb von weniger als einem Monat deutet auf eine deutliche Neubewertung im Markt hin.
Der Beitragende von CryptoQuant betont jedoch, dass eine nachhaltige Erholung in einem Bullenmarkt in der Regel voraussetzt, dass diese Zugewinne Bestand haben — insbesondere wenn sie zusammen mit dem Verhalten langfristiger Halter bewertet werden.
SOPR langfristiger Halter bleibt der zentrale Prüfstein
Während sich Supply in Profit verbessert, beobachtet CryptoQuant auch verwandte Indikatoren, die mit realisiertem Verkaufsdruck verbunden sind. Einer der wichtigsten ist der SOPR langfristiger Halter, oder Spent Output Profit Ratio (LTH-SOPR), der den Verkaufspreis lange inaktiver Coins mit dem Preis vergleicht, zu dem sie zuletzt transferiert wurden.
Nach den Definitionen von CryptoQuant sind langfristige Halter Einheiten, deren Bitcoin seit mindestens 157 Tagen (etwa sechs Monaten) nicht bewegt wurde. SOPR-Werte über 1 zeigen an, dass Coins langfristiger Halter im Allgemeinen zu Preisen ausgegeben werden, die über ihrem vorherigen Transaktionswert liegen, während Werte unter 1 darauf hindeuten, dass diese Coins mit Verlust bewegt werden.
CryptoQuant vertritt die Auffassung, dass Bärenmärkte in früheren Zyklen nur dann vollständig abgeschlossen waren, wenn zwei Bedingungen gleichzeitig erfüllt waren:
- Der 30-Tage-Simple-Moving-Average (SMA) des LTH-SOPR bleibt über 1.
- Der gesamte Supply in Profit bleibt über 64 %.
Diese doppelte Anforderung ist wichtig, weil Supply in Profit allein schon durch eine Erholung der Marktpreise steigen kann. Das garantiert jedoch nicht, dass langfristige Halter strukturell bereit sind, in Stärke hinein zu verkaufen. Wenn der LTH-SOPR ins Stocken gerät oder wieder unter 1 fällt, kann dies auf anhaltende Vorsicht oder wiederkehrende Distribution aus älteren Coin-Beständen hindeuten.
Vorgeschichte eines früheren gescheiterten Versuchs
Die Analyse von CryptoQuant enthält eine Warnung, die auf der jüngeren Geschichte des aktuellen Zyklus beruht: Der Markt hat bereits eine Erholung hervorgebracht, die zu diesem Zeitpunkt überzeugend wirkte, sich später jedoch umkehrte.
Wie thechessONCHAIN beschreibt, blieb der 30-Tage-SMA des LTH-SOPR vom 28. April bis zum 1. Juni etwa 35 Tage lang über 1,0, während Supply in Profit 67 % erreichte. Beide Kennzahlen gaben letztlich wieder nach, was bedeutet, dass die Verbesserung nicht lange genug anhielt, um als bestätigter Zykluswechsel zu gelten.
Seit dieser Umkehr liegt der 30-Tage-SMA des LTH-SOPR laut CryptoQuant seit mehr als 50 aufeinanderfolgenden Tagen unter 1. Dieses Detail ist bedeutsam, weil es zeigt, dass die jüngste Erholung von Supply in Profit noch nicht von dem Maß an Ausgabenprofitabilität langfristiger Halter begleitet wurde, das CryptoQuants Rahmenwerk für eine validierte Erholung voraussetzt.
Die Schlussfolgerung lautet nicht, dass der Markt zwangsläufig bärisch ist, sondern dass die On-Chain-Evidenz weiterhin unvollständig bleibt. Ein Anstieg von Supply in Profit in Richtung 60 % kann die Grundlage für gesündere Bedingungen schaffen, doch die Kriterien von CryptoQuant legen nahe, dass es verfrüht wäre, diese Bewegung als Bestätigung einer nachhaltigen Bullenphase zu interpretieren.
Breitere Marktsignale: Timing eines Bodens vs. unsichere Nachfrage
Frühere Berichterstattung von Cointelegraph stellte fest, dass das Überschreiten bestimmter Schwellen beim Bitcoin-Angebot im Verlust historisch genutzt wurde, um abzuschätzen, wo sich Tiefpunkte von Bärenmärkten bilden könnten. Diese Sichtweise passt zu CryptoQuants Begründung für die Beobachtung von Profitabilitätskennzahlen: Übergänge vom Angebot im Verlust zum Angebot im Gewinn fielen in früheren Zyklen tendenziell mit Wendepunktverhalten zusammen.
Cointelegraph beschrieb, wie die Schwelle beim Supply in Loss historisch einem Countdown in Richtung Zyklustiefs vorausging. Auch wenn dieses Muster keine Wiederholung im aktuellen Zyklus garantiert, erklärt es, warum die Aufwärtsbewegung bei Supply in Profit die Aufmerksamkeit von Analysten auf sich zieht.
Die Nachfragesignale bleiben jedoch gemischt. Cointelegraph berichtete zuvor über kurzfristig schwaches Interesse am Spotmarkt, dem eine Erholung der institutionellen Aktivität über börsengehandelte Bitcoin-Produkte gegenüberstand. Insbesondere verwies Cointelegraph auf verhaltene Spotmarktnachfrage neben einer verbesserten institutionellen BTC-Allokation, da Bitcoin-ETF-Flüsse kurzzeitig in eine kurzfristige Zuflussserie übergegangen waren, bevor Abflüsse verzeichnet wurden.
Diese Asymmetrie ist relevant: Selbst wenn sich Profitabilitätskennzahlen rasch verbessern, kann unzureichende frische Nachfrage Ausbrüche anfällig machen. Umgekehrt könnte eine fortgesetzte institutionelle Allokation bei gleichzeitiger Stabilisierung des LTH-SOPR über 1 eine dauerhafte Erholung stärker unterstützen.
Worauf als Nächstes zu achten ist
Das Rahmenwerk von CryptoQuant deutet darauf hin, dass der nächste zentrale Prüfpunkt darin besteht, ob der LTH-SOPR wieder an Dynamik gewinnt und diese halten kann — konkret, ob sein 30-Tage-SMA wieder über 1 steigt und ob Supply in Profit über 64 % hinausgehen und dort bleiben kann. Bis beide Bedingungen gleichzeitig erfüllt sind, sollte Bitcoins Rückkehr in die aggregierte Profitabilität am ehesten als vielversprechende Entwicklung betrachtet werden, die weiterhin eine On-Chain-Bestätigung benötigt.