NachrichtenKryptoBitcoin Suisse plant bis zu 60 Stellenstreichungen am Hauptsitz in Zug trotz globaler Expansion

Bitcoin Suisse plant bis zu 60 Stellenstreichungen am Hauptsitz in Zug trotz globaler Expansion

Autor: Crypto Valley Journal·

Wichtige Erkenntnisse

  • Die geplanten Kürzungen betreffen hauptsächlich Backoffice-Stellen und sollen die Betriebskosten senken.
  • Bitcoin Suisse erwartet vorbehaltlich der Konsultation mit den Mitarbeitenden, dass die ersten Entlassungen vor Ende 2026 beginnen.
  • Zug bleibt trotz der Verlagerung ausgewählter Support-Funktionen ins Ausland der Hauptsitz von Bitcoin Suisse.
  • Das Unternehmen erweitert sein Angebot über Handel, Verwahrung und Staking hinaus um Beratung, Portfoliomanagement und Krypto-Absicherung.
  • Lizenzen in Bermuda, Liechtenstein und Abu Dhabi unterstützen die internationale Expansion von Bitcoin Suisse.
Bitcoin Suisse plant bis zu 60 Stellenstreichungen am Hauptsitz in Zug trotz globaler Expansion

Bitcoin Suisse hat die Mitarbeitenden an ihrem Hauptsitz in Zug darüber informiert, dass im Zuge der Verlagerung bestimmter Backoffice-Funktionen ins Ausland bis zu 60 Stellen wegfallen könnten. Die geplanten Kürzungen unterliegen einer zehntägigen Konsultation mit den Mitarbeitenden; erste Entlassungen sollen laut Finews vor Ende 2026 wirksam werden.

Das Unternehmen hat bislang keine eigene Pressemitteilung zu den Kürzungen veröffentlicht. Die Mitarbeitenden wurden bei einer internen Versammlung im September 2026 über die Pläne informiert. Die gefährdeten Stellen befinden sich hauptsächlich in Backoffice-Funktionen. Bitcoin Suisse plant, diese entweder nach Bratislava in der Slowakei oder an einen neuen, derzeit in Vietnam entstehenden Standort zu verlagern. Mit dem Schritt sollen Kosten gesenkt werden.

Hauptsitz in Zug bleibt bestehen

Bitcoin Suisse ist einer der ältesten Krypto-Finanzdienstleister der Schweiz und auf den Handel mit und die Verwahrung von Kryptowährungen spezialisiert. Niklas Nikolajsen gründete das Unternehmen 2013 gemeinsam mit anderen frühen Bitcoin-Enthusiasten in Zug. Später wurde es als Pionier des Schweizer Crypto Valley bekannt und erweiterte sein Angebot um Staking und Lending.

Andrej Majcen, ein Mitgründer von Bitcoin Suisse, ist seit Januar 2024 Group CEO. Er hat die Stellenstreichungen mit einer umfassenderen Änderung der Unternehmensstrategie und nicht mit einem Rückzug aus der Schweiz in Verbindung gebracht. Zug bleibt der Hauptsitz der Gruppe, während internationales Wachstum zur Priorität wird. Die geplanten Änderungen trennen damit den Standort des zentralen Hauptsitzes der Gruppe vom Standort bestimmter operativer Tätigkeiten: Zug bleibt bestehen, während ausgewählte Support-Funktionen ins Ausland verlagert werden.

“In the past, our focus was mainly on Switzerland. Now international growth is our priority. Building on our extensive crypto experience, we want to offer international clients a broad range of wealth and asset management services. That offering goes beyond crypto.” — Andrej Majcen, Group CEO and co-founder of Bitcoin Suisse, speaking to Finews

Das Unternehmen verfügt bereits über Erfahrung mit dem Betrieb in Bratislava. Im September 2025 ernannte es Peter Camenzind zum CEO von Bitcoin Suisse AG und verwies auf seine Büros in Kopenhagen und Bratislava. In Vietnam baut Bitcoin Suisse dagegen einen Standort vollständig neu auf.

Breiteres Wealth-Management-Angebot

Majcen äußerte sich ähnlich im Vorwort des Crypto Wealth Management Report 2026. Er schrieb, dass die steigende Nachfrage der Kunden nach umfassenderen und anspruchsvolleren Lösungen für digitale Vermögenswerte „the next phase of Bitcoin Suisse’s global expansion“ vorantreibe.

Nach Angaben von Majcen werden neue Lizenzen dem Unternehmen ermöglichen, sein Angebot auszuweiten. Zusätzlich zu Handel, institutioneller Verwahrung und Staking nimmt Bitcoin Suisse Anlageberatung, Portfoliomanagement und Absicherungslösungen auf. Das Unternehmen beschreibt seine angestrebte Position als „global crypto-native wealth management partner“.

Lizenzen in Bermuda, Liechtenstein und Abu Dhabi

Drei im Jahr 2026 erhaltene Lizenzen unterstützen die internationale Expansion des Unternehmens. Im Mai erteilte die Bermuda Monetary Authority Bitcoin Suisse (International) Ltd. in Hamilton eine Class-F-Lizenz gemäß dem Digital Asset Business Act. Die Tochtergesellschaft erhielt außerdem eine Class-B-Registrierung gemäß dem Investment Business Act 2003. Beide Genehmigungen sind derzeit noch nicht operativ.

Im Juni erteilte die Finanzmarktaufsicht Liechtenstein Bitcoin Suisse (Europe) AG eine MiCAR-Lizenz für den Betrieb als Anbieter von Kryptoasset-Dienstleistungen. Die Genehmigung baut auf der früheren Registrierung der Tochtergesellschaft gemäß dem liechtensteinischen TVTG auf. Das von CEO Roman Przibylla geführte Unternehmen kann das sogenannte Passporting nutzen, um seine Dienstleistungen im gesamten Europäischen Wirtschaftsraum anzubieten.

Im Juli schloss die Gruppe ein mehrstufiges Genehmigungsverfahren in Abu Dhabi ab. Die Financial Services Regulatory Authority des Abu Dhabi Global Market erteilte BTCS (Middle East) Ltd. eine vollständige Financial Services Permission. Die Genehmigung umfasst den Handel, die Verwahrung, die Verwaltung und die Absicherung von Kryptoengagements. Damit verfügt das Unternehmen über regulatorische Abdeckung in drei ausländischen Regionen, die vom Europäischen Wirtschaftsraum über Bermuda bis in den Nahen Osten reichen. Die Genehmigung wurde von der Aufsichtsbehörde in Abu Dhabi hier bekannt gegeben.

Die Nutzung ausländischer Lizenzen durch Bitcoin Suisse folgt auf einen früheren Versuch, im Heimatmarkt eine Genehmigung zu erhalten. Im Juli 2019 beantragte das Unternehmen bei der Schweizerischen Finanzmarktaufsicht, kurz FINMA, eine Banklizenz. Im März 2021 zog es den Antrag zurück, nachdem die Aufsichtsbehörde das Unternehmen als „not eligible for approval“ eingestuft und unter anderem Mängel bei den Maßnahmen zur Bekämpfung der Geldwäsche angeführt hatte.

Quelle: Crypto Valley Journal