Bitcoin festgefahren bei 63.500 USD – ETF-Zuflüsse gleichen Verkaufsdruck aus; CPI-Bericht steht bevor
Wichtige Erkenntnisse
- •US-Spot-Bitcoin-ETFs ziehen weiterhin Nachfrage an, doch dieser Kaufdruck wird durch Verkäufe von Minern und Treasury-Anlegern von Unternehmen konterkariert.
- •Bitcoin handelte am Dienstag nahe 63.500 USD und war während des größten Teils des Sommers auf eine Spanne von etwa 62.000 bis 66.000 USD begrenzt.
- •Krypto-Handelsvolumina und implizite Volatilität sind auf Mehrjahrestiefs gefallen, was auf einen begrenzten Marktschwung hindeutet.
- •Die US-CPI-Daten am Mittwoch könnten die Erwartungen zur Geldpolitik der Federal Reserve beeinflussen und Bitcoin einen Katalysator für einen Ausbruch bieten.
- •Analysten zufolge erscheinen Anleger gut abgesichert, und einige erwarten, dass die Konsolidierung ohne einen neuen Katalysator bis Mitte September andauert.

Bitcoin ist seit mehreren Wochen in einer engen Handelsspanne von etwa 62.000 bis 66.000 USD eingeschlossen, da stetige Nachfrage aus US-Spot-Exchange-Traded-Funds – die im Januar 2024 aufgelegt wurden und inzwischen ein wichtiger Kanal für institutionelles Kapital sind – weitgehend durch Verkäufe von Minern und Unternehmensanlegern wie MicroStrategy, einem der größten börsennotierten Unternehmenshalter von BTC, kompensiert wird. Handelsvolumen und implizite Volatilität sind auf Mehrjahrestiefs gefallen, was dem Markt nur noch wenig Schwung lässt und auf eine Positionierung hindeutet, bei der Anleger gut abgesichert sind, anstatt auf eine starke richtungsweisende Bewegung zu setzen.
BTC gab am Dienstag auf etwa 63.500 USD nach, ein Minus von 0,6 % in den vergangenen 24 Stunden, und verlängerte damit einen fünfwöchigen Stillstand. Die größte Kryptowährung bleibt in der Spanne von rund 62.000–66.000 USD gefangen, die die Kurse während des größten Teils des Sommers eingegrenzt hat.
„Die jüngste Kursentwicklung von Bitcoin wird maßgeblich durch stetige ETF-Zuflüsse angetrieben, die durch OTC-Verkäufe von Minern und Strategy (MSTR) ausgeglichen werden", sagte Paul Howard, Senior Director beim Handelsunternehmen Wincent. Die Krypto-Handelsvolumina seien auf ihren niedrigsten Stand seit drei Jahren gefallen, fügte er hinzu, was kaum noch Feuerkraft lasse, um BTC entscheidend in eine der beiden Richtungen zu bewegen.
Analysten von Bitfinex wiesen ebenfalls auf die gegenläufigen Ströme in einem aktuellen Bericht hin. ETFs und Bitcoin-Treasuries von Unternehmen seien zwei bedeutende Quellen für preisunempfindliche Nachfrage gewesen, stellten sie fest, doch kürzlich habe die Treasury-Aktivität von Unternehmen einen kompensierenden Verkaufsdruck erzeugt. Das erkläre, warum BTC in der Vorwoche trotz starker ETF-Zuflüsse und einer besseren Entwicklung an den breiteren Risikomärkten nur etwa 2 % zulegte.
CPI-Bericht könnte Bitcoin aus dem Dämmerzustand wecken
Der US-Inflationsbericht am Mittwoch könnte den Händlern einen Anlass geben, die Pattsituation zu durchbrechen. Inflationsdaten prägen direkt die Erwartungen an die Zinsentscheidungen der Federal Reserve, die wiederum historisch die Neigung zu Risikomitteln einschließlich Kryptowährungen beeinflusst haben. Die CPI-Daten werden die erste wichtige Inflationsmessung seit der auf Inflation fokussierten Pressekonferenz von Fed-Präsident Kevin Warsh nach der Fed-Sitzung im Juli sein.
„Die Überzeugung ist auf beiden Seiten dünn, während die Sommer-Illiquidität dominiert", sagte Jeff Anderson, Managing Partner bei STS Digital. Die implizite Volatilität sei eingebrochen, während Händler auf Klarheit zur Geldpolitik und zum Schicksal des Digital Asset Market Clarity Act warteten, fügte er hinzu. Das Gesetz zielt darauf ab, einen klareren US-Regulierungsrahmen für digitale Vermögenswerte zu schaffen, einschließlich der Frage, welche Token als Wertpapiere und welche als Rohstoffe eingestuft werden. Das lässt den Markt für eine größere Bewegung bereit erscheinen, falls Bitcoin aus der Spanne in eine der beiden Richtungen ausbricht.
Howard erwartet, dass die Konsolidierung bis Mitte September ohne einen fundamentalen Katalysator anhält, wobei regulatorische Fortschritte beim Clarity Act potenziell den nächsten bedeutenden Impuls liefern könnten. Die Positionierung am Derivatemarkt zeigt ebenfalls, dass Anleger gut abgesichert bleiben, was darauf hindeutet, dass Händer nicht stark auf einen unmittelbar bevorstehenden Ausbruch setzen.
Der Kalender könnte weniger günstig werden, falls die Pattsituation anhält. Der September war historisch der schwächste Monat für Bitcoin – die Kryptowährung fiel seit 2013 durchschnittlich um etwa 4 % in diesem Monat, wie Daten von CoinGlass zeigen.
Quelle: CoinDesk