NachrichtenKryptoBitcoin und Gold geben nach, während Fed-Chef Kevin Warsh einen strafferen Kurs signalisiert

Bitcoin und Gold geben nach, während Fed-Chef Kevin Warsh einen strafferen Kurs signalisiert

Autor: CryptoNewsNet·

Wichtige Erkenntnisse

  • Fed-Chef Kevin Warsh signalisierte in seiner ersten Jackson-Hole-Rede, dass die Finanzbedingungen möglicherweise nicht restriktiv genug sind und eine weitere Straffung der Geldpolitik möglich bleibt.
  • Bitcoin fiel unter 79.000 US-Dollar, während auch Gold und Silber nachgaben; Berichten zufolge wurden in sieben Minuten rund 670 Milliarden US-Dollar an Marktwert ausgelöscht.
  • Ein stärkerer Dollar und die Erwartung einer restriktiven Fed-Politik verringerten die Attraktivität nicht verzinslicher Anlagen wie Bitcoin und Gold im Vergleich zu verzinslichen Alternativen wie Staatsanleihen.
  • Der Fokus der Anleger hat sich von der Absicherung gegen Währungsabwertung zur Einpreisung möglicher weiterer Zinserhöhungen verlagert.
  • Die künftige Entwicklung hängt vom Dollar, den Treasury-Renditen, den Zinserwartungen sowie den kommenden Fed-Sitzungen und Inflationsdaten ab.
Bitcoin und Gold geben nach, während Fed-Chef Kevin Warsh einen strafferen Kurs signalisiert

Die Anleger wurden am 28. August vorsichtig, während der Dollar stärker wurde und die Märkte die falkenartigen Äußerungen von Fed-Chef Kevin Warsh verarbeiteten, die er in seiner ersten Rede als Fed-Vorsitzender in Jackson Hole, Wyoming, abgab. Das jährliche Jackson-Hole-Symposium diente historisch als Veranstaltung, bei der Fed-Chefs Verschiebungen der Politikrichtung signalisieren, weshalb die Märkte auf eine aussagekräftige Botschaft eingestellt waren.

Bitcoin fiel unter 79.000 US-Dollar, während auch Gold und Silber starke Verluste verzeichneten. Berichten zufolge löschte der massive Aktienverkauf innerhalb von nur sieben Minuten rund 670 Milliarden US-Dollar an Marktwert aus.

Der gemeinsame Nenner hinter diesen Bewegungen war ein stärkerer Dollar und wachsende Erwartungen, dass die Fed die Zinsen hoch halten könnte, um die Inflation unter Kontrolle zu bringen. Sowohl Bitcoin als auch Gold sind nicht verzinsliche Anlagen, das heißt, sie zahlen weder Zinsen noch Dividenden, weshalb höhere Zinserwartungen ihre relative Attraktivität im Vergleich zu verzinslichen Anlagen wie Staatsanleihen verringern können. Ein stärkerer Dollar belastet in der Regel auch Dollar-denominierte Anlagen, einschließlich Gold, das weltweit in Dollar gehandelt wird.

Warsh lässt weitere Straffung offen

Warsh deutete an, dass die Fed im Kampf gegen die Inflation möglicherweise noch nicht fertig ist, und erklärte, dass die Finanzbedingungen derzeit nicht restriktiv genug erscheinen. Zwar versprach er keine sofortige Zinserhöhung, doch der Fed-Chef machte deutlich, dass eine weitere Straffung der Geldpolitik weiterhin eine Option bleibt.

Diese Botschaft verändert die Denkweise der Anleger, insbesondere in Bezug auf Anlagen, die typischerweise gut performen, wenn Geld billig und die Zinsen niedrig sind.

Unsicherheit in der Anlegerstimmung

Warshs Äußerungen und der anschließende Verkauf druck verstärken die Unsicherheit. Die zentrale Frage lautet nun, ob der jüngste Anstieg von Bitcoin und Gold durch echte, langfristige Verschiebungen angetrieben wurde oder durch die Erwartung, dass die Geldpolitik immer unterstützender werden würde.

Die nächsten Signale, auf die man achten sollte, sind der Dollar, die Treasury-Renditen und die Zinserwartungen sowie die kommenden Fed-Sitzungen und Inflationsdaten, die prägen, wie sich diese Erwartungen entwickeln. Ein stärkerer Dollar könnte die Aussichten erschweren und die Attraktivität von Bitcoin und Gold gleichermaßen verringern.

Wenn der Dollar weiter steigt und die Renditen hoch bleiben, könnte Bitcoin weiterhin unter Druck geraten. Sollten die Märkte Warshs Äußerungen jedoch eher als Warnung denn als Signal für aggressive Zinserhöhungen einordnen, könnte der Kursverfall des Tages lediglich eine weitere volatile Schwankung sein und nicht der Beginn eines längeren Abschwungs.

Warshs Rede war nicht der einzige Auslöser für den Rückgang, da die Märkte bereits vor der Veranstaltung äußerst sensibel waren und die Anleger auf ein bedeutendes politisches Signal vorbereitet waren.

Vorerst scheint die Anlegerstimmung – gemessen am Kursverfall von Bitcoin und der Schwäche von Gold – von der Absicherung gegen eine Währungsabwertung hin zur Einschätzung abgewandert zu sein, wie viele weitere Zinserhöhungen der Markt noch einpreisen muss.

Quelle: CryptoNewsNet | Original: Coin Edition