Bitcoin-Optionen werden bullischer, während defensive Positionierung abgebaut wird
Wichtige Erkenntnisse
- •Das Put/Call-Verhältnis von Bitcoin ist von 0.76 Ende Juni deutlich auf etwa 0.52 gefallen, was auf einen erheblichen Rückgang bärischer Optionspositionierung hindeutet.
- •Der einwöchige 25-Delta-Skew ist auf rund 4% gefallen, während Kontrakte mit Laufzeiten von 3 bis 6 Monaten bei 11–12% erhöht bleiben; das zeigt, dass kurzfristige Absicherungen abgebaut werden, längerfristige Vorsicht aber anhält.
- •Die At-the-money-implizite Volatilität für einwöchige Kontrakte liegt bei 34.3%, verglichen mit 40.8% bei sechsmonatigen Kontrakten, was gedrückte kurzfristige Volatilitätserwartungen und eine nach oben geneigte Laufzeitenstruktur widerspiegelt.
- •Bitcoin notiert nahe $64,280, obwohl breitere Marktstimmungsindikatoren weiterhin im Bereich „Fear“ liegen, was eine Divergenz zwischen Derivatemärkten und auf Privatanleger ausgerichteten Stimmungsindikatoren zeigt.

Der Bitcoin-Optionsmarkt zeigt Anzeichen eines Stimmungswandels, während Händler defensive Positionen abbauen. Das Put/Call-Verhältnis ist deutlich auf etwa 0.52 gefallen, nach 0.76 Ende Juni. Das signalisiert eine klare Abkehr von bärischen Wetten und eine wachsende Nachfrage nach Aufwärtsexposure. Ein Put/Call-Verhältnis unter 1.0 bedeutet, dass mehr offene Positionen in Call-Optionen (bullisch) als in Put-Optionen (bärisch) bestehen; der aktuelle Wert nahe 0.52 zählt zu den bullischeren Messwerten der vergangenen Monate.
Trends beim Options-Skew
Der 25-Delta-Skew ist am kurzen Ende der Kurve deutlich zurückgegangen. Der einwöchige (1W) Skew ist auf rund 4% gefallen, während länger laufende Kontrakte im Bereich von 3 bis 6 Monaten (3M–6M) mit etwa 11–12% erhöht bleiben. Der 25-Delta-Skew misst die Differenz der impliziten Volatilität zwischen Puts und Calls mit entsprechendem Delta und gilt daher als viel beachteter Indikator für die relative Nachfrage nach Absicherung gegen Kursverluste gegenüber Aufwärtsexposure. Dieses Muster deutet darauf hin, dass kurzfristige Absicherungen gegen Abwärtsrisiken abgebaut werden, Marktteilnehmer bei länger laufenden Optionen jedoch weiterhin eine defensive Prämie halten, was Vorsicht gegenüber weiter entfernten Risiken widerspiegelt.
25-delta skew has fallen sharply at the front end, with 1W dropping near 4%, while 3M–6M remain around 11–12%. Near-term downside hedging is unwinding, but longer-dated options retain a defensive premium. pic.twitter.com/Lv9oowJ2ud
— glassnode (@glassnode) July 24, 2026
Implizite Volatilität bleibt gedrückt
Die implizite Volatilität entlang der Bitcoin-Optionskurve bleibt verhalten. Die At-the-money-(ATM)-implizite Volatilität für einwöchige Kontrakte liegt bei 34.3%, verglichen mit 40.8% bei sechsmonatigen Kontrakten. Die nach oben geneigte Laufzeitenstruktur zeigt, dass der Markt kurzfristige Ereignisrisiken geringer einpreist, während längerfristige Unsicherheit weiterhin mit einer moderaten Prämie versehen wird. Eine gedrückte kurzfristige implizite Volatilität kann darauf hindeuten, dass Optionshändler eine geringere Wahrscheinlichkeit starker kurzfristiger Kursschwankungen einpreisen — ein Umfeld, das historisch häufig Phasen der Konsolidierung oder niedriger realisierter Volatilität vorausging.
$BTC ATM implied volatility remains compressed across the curve, with 1W at 34.3% versus 6M at 40.8%. The upward-sloping term structure shows near-term event risk is being discounted, while longer-dated uncertainty retains a modest premium. pic.twitter.com/e0TyEL29Eh
— glassnode (@glassnode) July 24, 2026
Marktkontext
Bitcoin notiert zum Zeitpunkt der Berichterstattung nahe $64,280. Der Abbau defensiver Optionspositionierung erfolgt, während die breitere Marktstimmung laut verbreiteten Stimmungsindikatoren weiterhin im Bereich „Fear“ liegt. Diese Divergenz — eine verbesserte Optionspositionierung bei zugleich anhaltender Vorsicht in breiteren Stimmungsbarometern — zeigt, dass Derivatemärkte und auf Privatanleger ausgerichtete Sentiment-Indikatoren unterschiedliche Signale zur Marktstruktur senden können. Der erhöhte Skew bei länger laufenden Kontrakten unterstreicht zugleich, dass die Unsicherheit über den breiteren Ausblick bestehen bleibt, auch wenn die kurzfristige Positionierung konstruktiver wird. Händler und Analysten beobachten in der Regel, ob sich der Skew am kurzen Ende weiter normalisiert und ob die implizite Volatilität neu bewertet wird, da dies Hinweise darauf liefern kann, dass Überzeugung in den Markt zurückkehrt.
Datenquelle: Glassnode, via DailyCoin