Bitcoin (BTC)-Kurs hält Juli-Gewinn trotz hawkischer Fed, KI-Ausverkauf und Coldcard-Folgen
Wichtige Erkenntnisse
- •Bitcoin steuert auf ein Juli-Plus von rund 7,5% zu, obwohl der Markt mit Erwartungen an Zinserhöhungen der Fed, steigenden Renditen und einem Coldcard-Exploit belastet war.
- •Analysten führen die relative Stabilität von Bitcoin auf ein Deleveraging Ende Juni zurück, das überschüssige Hebelwirkung aus den Kryptoderivatemärkten entfernt hat.
- •Ein Coldcard-Hardware-Wallet-Exploit führte zum Diebstahl von Bitcoin im Wert von mindestens $38 million und entfachte Sorgen über die operativen Risiken der Selbstverwahrung neu.
- •Analysten erwarten eine defensive Positionierung der Anleger, bis der geldpolitische Kurs der Fed klarer wird; der kommende US-Arbeitsmarktbericht gilt als nächster wichtiger Impuls.
- •Die Rückkehr konsistenter Zuflüsse in Spot-Bitcoin-ETFs gilt als wichtiges Signal für die institutionelle Nachfrage, das bislang nicht aggressiv sichtbar geworden ist.

Bitcoin hält Monatsgewinn, erwartet „holprigen“ August, da das „Forced-Selling“-Potenzial erschöpft ist, sagen Analysten
Bitcoin dürfte den Juli mit einem Plus von etwa 7,5% abschließen und damit eine Reihe von Belastungsfaktoren überstehen, darunter steigende Erwartungen an Zinserhöhungen der Federal Reserve, höhere Anleiherenditen, ein scharfer Rückzug aus KI-bezogenen Trades und ein viel beachteter Sicherheitsvorfall bei Coldcard, einer der bekanntesten Hardware-Wallet-Marken für Bitcoin.
Die nach Marktkapitalisierung größte Kryptowährung fiel am Freitag unter $63,000 und verlor an diesem Tag etwa 3%, bevor sie bei rund $63,408.52 gehandelt wurde. Trotz dieser Korrektur steuert BTC auf einen respektablen Monatsgewinn zu und konsolidiert oberhalb seiner Bärenmarkttiefs, obwohl die Risikobereitschaft in anderen Teilen der Finanzmärkte nachließ.
Widerstandskraft hängt mit Deleveraging zusammen
Ein Teil der relativen Stabilität von Bitcoin ist nach Ansicht von Analysten bei Bitfinex auf die Positionierung zurückzuführen. Die Kryptomärkte gingen mit deutlich geringerem Hebel in die jüngste Fed-Sitzungsphase als Aktien, nachdem Derivatehändler während des Ausverkaufs Ende Juni weitgehend aus dem Markt gespült worden waren, der BTC am 1. Juli unter $58,000 drückte. Dieser Ausverkauf fiel mit groß angelegten Bitcoin-Transfers der deutschen Regierung und dem Beginn der lang erwarteten Rückzahlungen an Gläubiger der insolventen Börse Mt. Gox zusammen, Ereignisse, die die Stimmung belastet hatten, bevor die Hebelwirkung letztlich zurückgesetzt wurde.
Seitdem liegen die durchschnittlichen täglichen Liquidationen deutlich unter der diesjährigen typischen Spanne von $400 million bis $500 million, was laut Bitfinex darauf hindeutet, dass es trotz des makroökonomischen Schocks nur wenig Zwangsverkauf gab.
"Crypto fell less than levered equity themes because the forced-selling fuel was already spent," schrieben die Bitfinex-Analysten.
Sicherheitsbedenken bleiben bestehen
Daneben verarbeitet der Markt weiterhin die Folgen eines größeren Exploits im Zusammenhang mit Coldcard, bei dem Bitcoin im Wert von mindestens $38 million gestohlen wurden.
Der Vorfall hat die Kursentwicklung bislang nicht wesentlich beeinflusst, markiert aber einen weiteren Rückschlag, nachdem Angriffe auf digitale Vermögenswerte zugenommen und die Debatte über die Risiken der Selbstverwahrung, eines der grundlegenden Versprechen von Krypto, neu entfacht haben.
"The proceeds haven't yet been liquidated, but the knock-on effect of this and the likelihood of liquidation will weigh on bitcoin pricing in the near term," sagte Paul Howard, Direktor bei der Handelsfirma Wincent. Allgemeiner betrachtet, so Howard, zeige der Exploit die operativen Risiken, die der Selbstverwahrung weiterhin innewohnen.
Mehr dazu: Coldcards Exploit über $38 million (bisher) erschüttert das Vertrauen in Selbstverwahrung und könnte Anleger zu ETFs treiben
Blick auf Arbeitsmarktdaten und ETF-Zuflüsse
Mit Blick nach vorn bleibt makroökonomische Unsicherheit das dominierende Thema.
Jeff Anderson, Managing Partner bei STS Digital, sagte, die Märkte könnten in "a new volatility regime" eintreten, da Anleger zwischen Erwartungen an Zinssenkungen, Pausen und Zinserhöhungen hin- und herschwenken. Diese Unsicherheit dürfte Druck auf High-Beta-Assets wie Bitcoin ausüben, bis der wirtschaftliche Ausblick klarer wird, so Anderson.
Bitfinex-Analysten erwarten, dass sich Anleger im Vorfeld des US-Arbeitsmarktberichts der kommenden Woche defensiv positionieren werden. Dieser Bericht ist der nächste große makroökonomische Impuls nach der Fed-Sitzung. Statt sich vor einer weiteren Welle von Zwangsliquidationen zu fürchten, sei die größere Frage, ob die Zuflüsse in Spot-Bitcoin-ETFs wieder anziehen, sobald die Märkte einen klareren Blick auf den Kurs der Fed haben.
"We believe positioning stays defensive while hike risk is live," schrieben die Analysten. "The institutional bid being aggressive or price-agnostic is the signal for traders which has not fired yet."
„Das Basisszenario ist ein holpriger August mit Bitcoin in einer Seitwärtsrange, sofern die Realrenditen nicht fallen oder die ETF-Zuflüsse nicht wieder durchgehend positiv werden“, sagte Lacie Zhang, Research Analyst bei Bitget Wallet. „Der Markt kann eine neutrale Fed verkraften, aber nicht gleichzeitig einen stärkeren Dollar, höhere Realrenditen und eine schwache ETF-Nachfrage.“
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