Bitcoin behauptet sich trotz $90-Öl und steigender Renditen, während Gold fällt
Wichtige Erkenntnisse
- •WTI-Rohöl-Futures sind über $90 gestiegen und liegen für die Woche fast 9% höher, was den Inflationsdruck erhöht und den Spielraum der Fed für Zinssenkungen verringert.
- •Die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihe ist um 10 Basispunkte auf 4.81% gestiegen und damit auf den höchsten Stand seit 2023.
- •Der S&P 500 fiel am Montag zum dritten Handelstag in Folge, während auch asiatische Aktien niedriger notierten.
- •Gold ist in weniger als einer Woche von etwa $4,700 je Unze auf $4,300 je Unze gefallen.
- •Bitcoin blieb trotz des jüngsten makroökonomischen Gegenwinds in einer Spanne von rund $76,000 bis $80,000, während der Dollar-Index ein mögliches Belastungsrisiko bleibt.

Bitcoin behauptet sich trotz $90-Öl und steigender Renditen, während Aktien und Gold unter Druck geraten
Die Gegenwinde, die Bitcoin belasten, greifen nicht durch, obwohl sie großen traditionellen Vermögenswerten zusetzen. Diese relative Stärke könnte jedoch vom robusten Dollar-Index weiter auf die Probe gestellt werden.
Die an WTI-Öl gekoppelten Futures haben die Marke von $90 überschritten und liegen zum Zeitpunkt des Schreibens laut Daten von TradingView für die Woche fast 9% im Plus. Ein höherer Ölpreis bedeutet mehr Inflation und weniger Spielraum für die Fed, die Zinsen zu senken.
Die Renditen länger laufender Staatsanleihen in den Industrieländern steigen weiter aufgrund fiskalischer Sorgen. Die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihe, die die Finanzierungskosten in der Wirtschaft beeinflusst, ist um 10 Basispunkte auf 4.81% gestiegen und damit auf den höchsten Stand seit 2023. Das kann die finanziellen Bedingungen straffen und die Risikobereitschaft in der Wirtschaft und an den Finanzmärkten dämpfen.
Beide Entwicklungen verunsichern die Aktienmärkte. Der S&P 500 von Wall Street fiel am Montag zum dritten Handelstag in Folge und erreichte ein Vier-Wochen-Tief. Asiatische Aktien liegen zum Zeitpunkt des Schreibens im Minus, da die Öl-Rallye makroökonomische Risiken für energieimportierende Staaten mit sich bringt.
Auch Gold ist deutlich zurückgekommen und fiel in weniger als einer Woche von $4,700 je Unze auf $4,300 je Unze.
Bitcoin hingegen bleibt stabil. Die Anschlussbewegung auf den Rückgang vom Freitag um 3% auf knapp unter $77,000 war bestenfalls verhalten, wodurch sich die Kurse laut Daten von CoinDesk zwischen $76,000 und $80,000 bewegen. In einem Markt, in dem höhere Renditen und straffere finanzielle Bedingungen häufig zuerst spekulative Anlagen treffen, fällt dieses Ausbleiben einer deutlichen Abwärtsfortsetzung auf.
Ein Markt, der sich trotz Gegenwind behauptet, gilt oft als stark. Eine Interpretation lautet, dass steigende Anleiherenditen eher durch fiskalische Sorgen als durch Wirtschaftswachstum getrieben werden und dadurch die Nachfrage nach harten Vermögenswerten wie Bitcoin erhöhen, die außerhalb des Fiat-Finanzsystems liegen.
Unabhängig von der Erklärung liefert die Kursentwicklung von $BTC den Bullen Anlass zur Hoffnung. Dennoch bleibt der Dollar-Index (DXY) ein Gegenwind, da er versucht, das fast 1%ige Plus der Vorwoche auf 99.67 auszudehnen. Ein stärkerer Dollar ist für Bitcoin relevant, weil sich die beiden historisch oft in entgegengesetzte Richtungen bewegt haben, insbesondere wenn makroökonomischer Stress die Nachfrage nach Bargeld und Reserven erhöht.
Ein genauerer Blick auf den DXY-Chart zeigt, dass der Index nahe einer wichtigen bullischen Trendlinie ausgehend von den Tiefs von 2011 pendelt. Ein Abprallen an dieser Unterstützung könnte die Nachfrage nach dem Greenback verstärken.
Historisch gesehen hatte $BTC eine inverse Beziehung zum Dollar.
Trendlinien werden von vielen Marktteilnehmern genau beobachtet, und diese Aufmerksamkeit kann sie zu selbsterfüllenden Marken machen. Da viele Trader dieselben diagonalen Unterstützungs- und Widerstandsniveaus in ihre Charts einzeichnen, werden diese Linien zu Bezugspunkten für Einstiege, Ausstiege und Stop-Losses. Wenn sich der Preis einer Trendlinie nähert, treibt die kollektive Reaktion — Käufe nahe der Unterstützung und Verkäufe nahe dem Widerstand — den Markt oft in die erwartete Richtung und verstärkt so die Gültigkeit der Linie.