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Bitcoin testet $69.000, während ETF-Zuflüsse auf Vorsicht professioneller Trader treffen

Autor: BeInCrypto·

Wichtige Erkenntnisse

  • Spot-Bitcoin-ETFs verzeichneten laut Santiment über sieben Handelstage ab dem 14. Juli rund $981,2 Millionen an Nettozuflüssen.
  • Bitcoin handelte in dieser Woche kurzzeitig über $66.800, bevor der Kurs vom höchsten Stand seit mehr als einem Monat zurückging.
  • Der Coinbase Premium Index ist seit mehr als 900 kumulierten Stunden negativ, was auf eine schwächere Nachfrage auf Coinbase im Vergleich zu Binance hindeutet.
  • Grayscale erklärte, Bitcoin könne inzwischen stärker von makroökonomischen Bedingungen als von seinem traditionellen vierjährigen Halving-Zyklus beeinflusst werden.
  • Glassnode identifizierte die Short-Term Holder Cost Basis bei $69.000 als Schlüsselniveau; eine Rückeroberung könnte potenziell eine Bewegung in Richtung $84.000 eröffnen.
Bitcoin testet $69.000, während ETF-Zuflüsse auf Vorsicht professioneller Trader treffen

Bitcoin (BTC) kletterte in dieser Woche kurzzeitig über $66.800 und erreichte damit den höchsten Stand seit mehr als einem Monat, bevor der Kurs wieder zurückging. Die Bewegung erfolgte, als aufeinanderfolgende Zuflüsse in Spot-Bitcoin-ETFs nach einer längeren Phase von Abflüssen wieder Kapital in den Markt brachten.

Die Erholung hat bei Tradern und Analysten eine wiederkehrende Frage neu aufgeworfen: ob Bitcoin ein Tief ausgebildet hat oder ob der jüngste Anstieg eine weitere Bear-Market-Rally ist, die wieder nachlassen könnte. Da US-Spot-Bitcoin-ETFs zu einem wichtigen Kanal für regulierten Zugang zu BTC geworden sind, werden ihre täglichen Flussdaten inzwischen genau als Maßstab für zusätzliche Nachfrage verfolgt, selbst wenn andere Marktbereiche gemischte Signale senden.

ETF-Zuflüsse kehren nach Abflüssen im Mai und Juni zurück

Die Bitcoin-ETF-Flows schwächten sich im Mai und Juni ab, als Anleger Gelder abzogen. Dieses Muster hat sich nun umgekehrt. Laut Santiment kehrten über sieben Handelstage ab dem 14. Juli rund $981,2 Millionen an Nettozuflüssen zurück.

Eine ähnliche Serie von Zuflüssen gab es zuletzt vor der Bitcoin-Rally im Oktober 2025, auch wenn frühere Muster keine Wiederholung garantieren.

💸 Bitcoin ETFs have now logged 7 straight trading days of inflows since July 14th, with Santiment tracking $981.2M net moving back in as $BTC pushed as high as $66.3K. After the heavy May and June outflow stretch, steady positive days are an encouraging sign that confidence is… pic.twitter.com/g0gvemNdwZ — Santiment Intelligence (@SantimentData) July 23, 2026

💸 Bitcoin ETFs have now logged 7 straight trading days of inflows since July 14th, with Santiment tracking $981.2M net moving back in as $BTC pushed as high as $66.3K. After the heavy May and June outflow stretch, steady positive days are an encouraging sign that confidence is… pic.twitter.com/g0gvemNdwZ

Die Erholung zeigt jedoch auch eine zunehmende Divergenz unter der Oberfläche. Während Spot-Bitcoin-ETFs erneut Angebot aufnehmen, deuten andere Marktindikatoren auf eine vorsichtigere Positionierung professioneller Trader hin.

Coinbase Premium signalisiert Vorsicht bei professionellen Handelsdesks

Der Coinbase Premium Index ist seit mehr als 900 kumulierten Stunden negativ geblieben, der längste derartige Zeitraum seit zwei Jahren.

Ein negativer Premium-Wert deutet auf relativ schwächere Nachfrage oder stärkeren Verkaufsdruck auf Coinbase im Vergleich zu Binance hin. Da Coinbase häufig als Referenzhandelsplatz für institutionelle Aktivitäten mit Sitz in den USA genutzt wird, wird die Prämie oft als ein Maß dafür verfolgt, ob professionelle Spot-Nachfrage die Kursstärke bestätigt. In diesem Fall deutet der negative Wert auf anhaltende Vorsicht unter professionellen Marktteilnehmern hin.

Analyst Darkfost brachte diese Vorsicht mit hartnäckiger Inflation, steigenden Ölpreisen und einer Federal Reserve in Verbindung, die der Analyst unter ihrem neuen Vorsitzenden als weniger transparent beschrieb.

„Diese Kombination hält den institutionellen Verkaufsdruck aufrecht, wie wir auch heute noch sehen“, merkte der Analyst an.

Zusammengenommen deuten die Signale darauf hin, dass ETF-Zuflüsse die Preise stützen, die Erholung aber noch keine Bestätigung durch eine breitere Spot-Marktnachfrage erhalten hat. Dadurch bleibt die Rally anfällig, falls die ETF-Zuflüsse nachlassen.

Grayscale rahmt die Debatte um Zyklen und makroökonomische Bedingungen

Die Divergenz hat eine breitere Debatte darüber befeuert, was Bitcoin derzeit antreibt. In einer Research-Notiz vom 22. Juli skizzierte Grayscale zwei Sichtweisen auf den Bärenmarkt.

Eine Sichtweise basiert auf Bitcoins Vierjahreszyklus, der mit Halving-Ereignissen verknüpft ist und auf weiteres Abwärtspotenzial sowie ein mögliches Tief im September oder Oktober hindeutet. Grayscale argumentierte hingegen, dass Bitcoin zu einem Makro-Asset gereift sei.

„Der aktuelle Bärenmarkt war außerdem von einer großen Verschiebung der Erwartungen an die Fed-Politik und steigenden Realzinsen geprägt. Wenn makroökonomische Faktoren am Steuer sitzen, könnte der Bitcoin-Preis naturgemäß seinen Boden finden, wenn sich diese makroökonomischen Faktoren wenden“, sagte Zach Pandl, Head of Research bei Grayscale.

Glassnode identifizierte unterdessen ein Schlüsselniveau für die kurzfristige Marktstruktur.

„Dies ist weiterhin eine Bear-Market-Rally, bis der Markt das Gegenteil beweist, und der Beweis hat eine Adresse“, schrieb das Unternehmen.

Bitcoin handelt unter der Short-Term Holder Cost Basis nahe $69.000, einem viel beachteten On-Chain-Niveau, das den durchschnittlichen Kaufpreis jüngerer Käufer widerspiegelt. Eine Rückeroberung dieses Niveaus bei stabilen Zuflüssen würde Raum in Richtung $84.000 eröffnen, während eine Ablehnung den Kurs zurück zur Nachfragezone bei $63.000 schicken würde.

Der nächste Test besteht darin, ob die ETF-Käufe anhalten und ob die professionelle Vorsicht nachlässt. Bis Bitcoin $69.000 zurückerobert, bleibt die Beweislast bei den Bullen.