NachrichtenMakroRaoul Pal: Bitcoins 87%ige Korrelation mit globaler Liquidität übertrifft Gewinne und Schlagzeilen

Raoul Pal: Bitcoins 87%ige Korrelation mit globaler Liquidität übertrifft Gewinne und Schlagzeilen

Autor: CryptoNewsNet·

Wichtige Erkenntnisse

  • Raoul Pal sagte, Bitcoin korreliere zu 87% mit globaler Liquidität und deute damit eher auf Geldmengenbedingungen als auf Schlagzeilen hin.
  • Pal sagte, der Nasdaq weise eine 97%ige Korrelation mit globaler Liquidität auf, was darauf hindeutet, dass Bitcoin und Technologiewerte vom gleichen makroökonomischen Treiber bewegt werden könnten.
  • Er hat zuvor gesagt, sein Bitcoin-Kursziel von 450,000 US-Dollar hänge davon ab, dass die Zentralbanken die Liquidität bis zum Jahresende deutlich ausweiten.
  • Keyrocks Modell verfolgt eine Verzögerung von etwa acht Monaten zwischen der Emission von Treasury Bills und den Bitcoin-Renditen, was die Annahme stützt, dass Liquiditätseffekte verzögert auftreten können.
  • Der Artikel sagt, dass Pal für die Korrelationswerte weder einen zugrunde liegenden Datensatz noch eine veröffentlichte Methodik vorgelegt hat.
Raoul Pal: Bitcoins 87%ige Korrelation mit globaler Liquidität übertrifft Gewinne und Schlagzeilen

Raoul Pal: Bitcoins 87%ige Korrelation mit globaler Liquidität übertrifft Gewinne und Schlagzeilen

Eine detaillierte Erklärung

Pal, Gründer der Finanzmedienplattform Real Vision und ehemaliger Hedgefonds-Manager bei Goldman Sachs, zählt zu den am meisten beachteten makroökonomischen Stimmen im Krypto-Bereich. In den vergangenen sieben Monaten hat er wiederholt argumentiert, dass Liquiditätsbedingungen und nicht Fundamentaldaten der Haupttreiber für die Preise digitaler Vermögenswerte sind.

In einem Beitrag auf X erklärte Pal:

“Bitcoin is 87% correlated to global liquidity. The Nasdaq is 97% correlated. Which tells you something most people never realise. These assets are not really trading on earnings, or news, or whatever the story of the week is. They’re tracking the amount of money in the system.”

Globale Liquidität bezeichnet den gesamten Geldpool, der in die Finanzmärkte fließen kann. Sie wird typischerweise anhand der Zentralbankbilanzen, globalem M2 oder der breiten Geldmenge sowie des Bankkreditwachstums gemessen.

Analysten des Krypto-Market-Makers Keyrock haben ein Modell mit achtmonatiger Verzögerung entwickelt, das verfolgt, wie sich die Emission von Treasury Bills auf die Bitcoin-Renditen auswirkt. Dieses Framework steht im Einklang mit Pals weiter gefasster Korrelationsargumentation. Der Nettoliquiditätsindikator des Unternehmens, definiert als die Bilanz der Federal Reserve minus Kassenbestände des US-Finanzministeriums und Reverse-Repo-Bestände, soll isolieren, wie viel Ausgabenkapazität tatsächlich zu einem bestimmten Zeitpunkt die Märkte erreicht.

Für Trader und Marktbeobachter ist diese Einordnung wichtig, weil sie den Fokus von den täglichen Nachrichtenströmen weg und hin zum Zeitpunkt lenkt, zu dem Geld in das Finanzsystem ein- oder austritt. Dadurch können Vermögenspreise eher auf frühere Politik- und Finanzierungsbedingungen als auf aktuelle Schlagzeilen reagieren.

Eine vertraute These, aktualisierte Zahlen

Pals aktuelle Zahlen bauen auf einer Sichtweise auf, die er im Mai ausführlicher dargestellt hatte, als er Real-Vision-Zuschauern sagte, Bitcoin weise eine ungefähr 90%ige Korrelation mit der globalen Geldmenge auf. Er argumentierte, dass die Abhängigkeit der Regierungen von kurzfristiger Schuldenemission die Zentralbanken dazu zwinge, in einem wiederkehrenden Zyklus Liquidität bereitzustellen.

“Every four years, global debt rolls over, and central banks are forced to pump liquidity to avoid systemic collapse,” sagte Pal damals.

Diese These stützt sein Bitcoin-Kursziel von 450,000 US-Dollar, das nach seinen Aussagen davon abhängt, dass die Zentralbanken die Liquidität vor Jahresende spürbar ausweiten.

Die aktualisierte Korrelationszahl lenkt zudem weiterhin Aufmerksamkeit darauf, wie Marktteilnehmer makroökonomische Signale in Echtzeit bewerten. Wenn Liquidität der Hauptmaßstab bleibt, könnten Veränderungen bei Zentralbankbilanzen, Treasury-Finanzierung und Geldmarktbedingungen für den Bitcoin-Trend wichtiger sein als der Nachrichtenzyklus rund um den Vermögenswert selbst.

Noch engere Korrelation beim Nasdaq

Die auffälligere Zahl in Pals Beitrag dürfte die von ihm angesetzte 97%ige Korrelation zum Nasdaq sein, dem technologieintensiven US-Aktienindex. Eine derart hohe Korrelation würde darauf hindeuten, dass Bitcoin und Mega-Cap-Tech-Aktien inzwischen praktisch als Stellvertreter derselben Liquiditätsbedingungen gehandelt werden, statt als getrennte Anlageklassen, die auf unterschiedliche Auslöser reagieren.

Diese Sicht widerspricht der Vorstellung, Bitcoin werde in erster Linie durch seine eigene Angebotsdynamik, Halving-Zyklen oder Adoptionsmeldungen bestimmt.

Pal ist mit dieser Argumentation nicht allein. Bereits Anfang des Monats sagte der Executive Chairman von Strategy Inc. (Nasdaq: MSTR), Michael Saylor, der traditionelle vierjährige, durch Halvings getriebene Bitcoin-Zyklus sei “no longer the dominant model”. Stattdessen verwies er auf ETF-Zuflüsse, die Akkumulation in Unternehmens-Treasuries, staatliche Reserven und globale Liquiditätsbedingungen als die größeren Treiber. Er fügte hinzu:

“Over the next decade, bitcoin’s trajectory will be driven less by miner issuance and more by capital flows.”

Weder Pal noch die in seinem Beitrag genannten Korrelationswerte wurden von einem zugrunde liegenden Datensatz oder einer veröffentlichten Methodik begleitet. Die Stärke des Zusammenhangs zwischen Bitcoin und Liquidität schwankte 2026 zudem, da Liquiditätsschübe zu- und abnahmen. Keyrocks eigene Beobachtungen ergaben, dass Bitcoin auf Treasury-Emissionen mit einer Verzögerung von rund acht Monaten reagiert. Das bedeutet, dass ein aktueller Korrelationswert wahrscheinlich eher Liquiditätsbedingungen widerspiegelt, die Monate zuvor gesetzt wurden, als Echtzeitverhältnisse.

Vor diesem Hintergrund bleiben die nächsten wichtigen Datenpunkte an demselben Ort, den Pal seit Monaten betont: Zentralbankbilanzen, Treasury-Finanzierungsströme und das Tempo, mit dem Liquidität tatsächlich die Märkte erreicht.