Bitcoin etabliert sich als Anleihe-Alternative für KI-lastige Portfolios
Wichtige Erkenntnisse
- •Die US-Bundesverschuldung hat 40 Billionen US-Dollar überschritten, während langfristige US-Staatsanleihen im vergangenen Jahrzehnt negative Realrenditen erzielten.
- •Matt Hougan, CIO von Bitwise, hat empfohlen, eine Bitcoin-Allokation zwischen 2 % und 10 % in Betracht zu ziehen.
- •River Financial berichtete, dass ein Portfolio mit einem Bitcoin-Anteil von 10 % über das vorangegangene Jahrzehnt den doppelten Endwert eines standardmäßigen 60/40-Portfolios erzielte.
- •Ein hohes Engagement in KI-orientierten Mega-Cap-Technologieaktien könnte die Anfälligkeit von Portfolios erhöhen, falls die Ausgaben im Sektor nachlassen, der regulatorische Druck zunimmt oder die Wertentwicklung schwächer ausfällt.
- •Bitcoin bleibt deutlich volatiler als Anleihen und ist möglicherweise nicht für Portfolios geeignet, die stabile Renditen benötigen.

Das traditionelle 60/40-Portfolio steht erneut auf dem Prüfstand, da zwei wichtige Kräfte die Vermögensallokation verändern: die zunehmende Dominanz künstlicher Intelligenz an den Aktienmärkten und das sich verschlechternde Realrenditeprofil US-amerikanischer Staatsanleihen.
Eine wachsende Zahl von Vermögensverwaltern argumentiert, dass Anleger mit einem erheblichen Engagement in KI-Aktien erwägen sollten, einen Teil oder ihre gesamte Anleiheallokation durch Bitcoin zu ersetzen. Ihre Begründung lautet, dass Anleihen ihre traditionelle Funktion möglicherweise nicht mehr erfüllen, während Bitcoin eine alternative Quelle für Diversifikation und Inflationsschutz bieten könnte. CryptoBriefing erläuterte dieses Argument in seinem Originalbericht.
Die Herausforderungen für Anleihen
Die US-Bundesverschuldung hat 40 Billionen US-Dollar überschritten. Gleichzeitig erzielten langfristige US-Staatsanleihen im vergangenen Jahrzehnt negative Realrenditen. Damit verzeichneten sie eine der schwächsten Phasen in den verfügbaren Daten aus 223 Jahren. Nach Berücksichtigung der Inflation verloren Anleger, die die traditionell als sicher geltenden Anleihen hielten, in diesem Zeitraum an Kaufkraft.
Anthony Pompliano argumentiert, dass die Kombination von Bitcoin und KI-Aktien beide Seiten der Portfolio-Gleichung abdeckt: KI bietet Wachstumsexposure, während Bitcoin möglicherweise Schutz vor Inflation bieten kann.
Das Argument für Bitcoin als Anleihe-Alternative
Matt Hougan, CIO von Bitwise, hat einen der konkreteren Vorschläge zur Allokation vorgelegt und Anlegern empfohlen, eine Bitcoin-Allokation zwischen 2 % und 10 % in Betracht zu ziehen. Er argumentiert, dass eine Bitcoin-Allokation von 0 % inzwischen eine Fehlallokation und keine konservative Position darstelle.
Ein Bericht von River Financial aus dem Jahr 2026 ergab, dass ein Portfolio mit einer Bitcoin-Allokation von 10 % über das vorangegangene Jahrzehnt den doppelten Endwert eines standardmäßigen 60/40-Portfolios erreichte. Auch BlackRock hat die geringe Korrelation von Bitcoin mit traditionellen Anlageklassen hervorgehoben und die Kryptowährung als möglichen Diversifikator präsentiert, während sich Aktien und Anleihen zunehmend in dieselbe Richtung bewegen.
Das begrenzte Angebot von 21 Millionen Bitcoin steht im Kontrast zum faktisch unbegrenzten Angebot an Staatsschulden. Da Regierungen weiterhin Anleihen zur Finanzierung ihrer Ausgaben emittieren können, könnte die wiederholte Ausgabe solcher Anleihen ihre Attraktivität als langfristiger Wertspeicher schwächen.
Die Konzentration auf KI erhöht den Handlungsdruck
Der KI-Trade ist zu einem der am stärksten überlaufenen Bereiche der Marktgeschichte geworden. Mega-Cap-Technologieunternehmen, die KI-Infrastruktur entwickeln, machen einen überproportional großen Anteil wichtiger Indizes aus. Dadurch haben auch passive Anleger ein erhebliches Engagement in diesem Sektor, selbst wenn sie sich nicht direkt dafür entschieden haben.
Sollten die KI-Ausgaben nachlassen, der regulatorische Druck zunehmen oder der Sektor nach Jahren außergewöhnlicher Kursgewinne eine Pause einlegen, könnten Portfolios mit einer hohen Aktiengewichtung im KI-Bereich und unterdurchschnittlich performenden Anleihen durch beide Positionen unter Druck geraten. Damit wird das Gleichgewicht zwischen KI-Aktien, Anleihen und Bitcoin zu einer Frage der Allokation und nicht zu einer einfachen Entscheidung zwischen Wachstum und Sicherheit.
Institutionelle Akzeptanz und das verbleibende Risiko
Die Untersuchungen von BlackRock zu den Korrelationseigenschaften von Bitcoin sowie Empfehlungen großer Vermögensverwalter für nicht-diskretionäre Allokationen deuten darauf hin, dass sich die institutionelle Diskussion von der Frage, ob Bitcoin überhaupt berücksichtigt werden sollte, hin zur Frage verschoben hat, wie viel investiert werden sollte. Für Anleger wird relevant sein, ob institutionelle Vorschläge in tatsächliche Portfolioallokationen umgesetzt werden, ob sich die Realrenditen von Anleihen verbessern und wie sich Bitcoin im Zusammenspiel mit KI-lastigen Aktien verhält.
Die historische Volatilität von Bitcoin bleibt jedoch eine erhebliche Einschränkung. Für Portfolios, die Stabilität benötigen, könnte Bitcoin ein schlechter Ersatz für Anleihen sein. Ein Rückgang von 30 % bei einer als „sicher“ eingestuften Allokation wäre eine wesentlich andere Erfahrung als eine längere Phase negativer Realrenditen.