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Bitcoins Boden im Fokus: On-Chain-Signale und Zyklus-Timing driften auseinander

Autor: AMBCrypto·

Wichtige Erkenntnisse

  • On-Chain-Indikatoren zeigen, dass langfristige Bitcoin-Halter die Gewinnmitnahmen nahezu eingestellt haben und der Verkaufsdruck erstmals seit September 2025 nachgelassen hat – ein Zeichen für ein mögliches Nachlassen des Verkaufsdrucks.
  • CryptoQuant-Daten zeigen, dass 9.030 BTC Binance verlassen haben, was in der Regel darauf hindeutet, dass Halter ihre Coins in Cold Wallets überführen, anstatt sie zum Verkauf vorzubereiten.
  • Bitcoins Coinbase Premium Index ist negativ geworden und spiegelt 900 aufeinanderfolgende Stunden Verkaufsdruck sowie den höchsten institutionellen Pessimismus seit zwei Jahren wider, wobei extreme Werte historisch oft bullische Trendwenden vorausgegangen sind.
  • Frühere Bitcoin-Bärenmärkte dauerten etwa 365 Tage, aber der aktuelle Zyklus scheint seinen Boden fast 100 Tage früher zu finden, was Unsicherheit darüber schafft, ob die Erholung nachhaltig ist.
  • Grayscale-Analysten deuten an, dass sich der Bärenmarkt bei einem Fortbestehen des traditionellen Vierjahreszyklus bis September oder Oktober erstrecken könnte, was möglicherweise eine weitere Abwärtsbewegung vor einem endgültigen Boden mit sich bringen würde.
Bitcoins Boden im Fokus: On-Chain-Signale und Zyklus-Timing driften auseinander

Die Frage, wann Bitcoins Bärenmarkt enden wird, bleibt das beherrschende Anliegen der Anleger in diesem Zyklus, wobei On-Chain-Metriken und historische Zyklusmuster derzeit widersprüchliche Signale senden.

Aus On-Chain-Sicht deuten Indikatoren darauf hin, dass der Bärenzyklus seinem Ende nahe sein könnte. Langfristige Bitcoin-Halter haben die Gewinnmitnahmen nahezu eingestellt, während der Verkaufsdruck erstmals seit September 2025 nachgelassen hat. CryptoQuant, eine weit verbreitete On-Chain-Analyseplattform, bestätigt diesen Trend und zeigt, dass 9.030 BTC Binance verlassen haben – ein Signal für eine verbesserte Spot-Nachfrage, da Abflüsse von Börsen in der Regel darauf hindeuten, dass Halter ihre Coins in Cold Wallets überführen, anstatt sie zum Verkauf vorzubereiten. Die Kombination aus nachlassendem Verkaufsdruck und neu erwachtem Kaufinteresse deutet auf die Bildung eines potenziellen Zyklusbodens hin.

Bitcoins Coinbase Premium Index fügt der Analyse eine weitere Ebene hinzu. Der negative Premium zeigt, dass US-amerikanische institutionelle Investoren weiterhin Nettoverkäufer bleiben. Coinbase verzeichnet seit 900 aufeinanderfolgenden Stunden einen kontinuierlichen Verkaufsdruck – der höchsten Pessimismus-Stufe der vergangenen zwei Jahre. CryptoQuant weist jedoch darauf hin, dass der Indikator extreme Niveaus erreicht hat, was historisch als bullisches Kontraindikator-Signal diente.

Das Nachlassen des Verkaufsdrucks ist nun über mehrere Metriken hinweg sichtbar und stimmt mit Bitcoins BTC vier aufeinanderfolgenden Wochen mit aufwärtsgerichteter Preisentwicklung überein. Bei einer Konsolidierung von BTC um 65.000 US-Dollar könnte die aktuelle Konstellation den Weg für eine Bewegung in Richtung 70.000 US-Dollar in den August hinein ebnen.

Das Timing-Problem

Trotz der sich verbessernden On-Chain-Bedingungen bleibt das Timing ein kritischer Unsicherheitsfaktor für Analysten. Bitcoin hat während großer Bärenmärkte historisch eine 5-Wellen-Korrektur durchlaufen – ein Strukturmuster, das 2015, 2018 und 2022 beobachtet wurde. Der aktuelle Zyklus hat eine ähnliche Formation durchlaufen, was einige als Beleg für eine bevorstehende Bodenbildung interpretieren.

Die Schwierigkeit liegt in der Dauer. Frühere Bärenmärkte dauerten jeweils etwa 365 Tage, während dieser Zyklus seinen Boden fast 100 Tage früher gefunden hätte. Das von Analysten herangezogene Vierjahreszyklus-Modell basiert auf Bitcoins programmierten Halving-Events, die das neue Angebot etwa alle vier Jahre halbieren und historisch mit wichtigen Wendepunkten im Marktzyklus einhergegangen sind. Jüngste Daten von Grayscale untermauern diese Vorsicht; Analysten dort suggestieren, dass der Bitcoin-Bärenmarkt bei einem Fortbestehen des traditionellen Vierjahreszyklus bis September oder Oktober andauern könnte.

Diese Diskrepanz hat dazu geführt, dass einige Analysten warnen, Bitcoins jüngste Gewinne könnten eher ein Dead-Cat-Bounce als eine nachhaltige Erholung sein. Die Lücke zwischen den sich verstärkenden On-Chain-Signalen und dem zyklusbasierten Timing hat selbst erfahrene Beobachter verunsichert. Eric Balchunas, Bloombergs leitender ETF-Analyst, dessen Berichterstattung den Markt für Spot-Bitcoin-ETFs verfolgt – eine wichtige neue institutionelle Nachfragequelle seit den Produkt-Launches im Januar 2024 –, reagierte auf die These der Bodenbildung mit einem zurückhaltenden „mal sehen“ (Quelle).

Ein anderer Marktbeobachter, @KillaXBT, hat sich ebenfalls in die Debatte um Bitcoins kurzfristige Preisentwicklung eingeschaltet.

Zusätzliche Technische Analysen veranschaulichen weiterhin die konkurrierenden Signale, mit denen Marktteilnehmer konfrontiert sind.

Sollten sich die historischen Timing-Muster durchsetzen – ein Rahmenmodell, dem viele Marktteilnehmer weiterhin folgen –, könnte Bitcoin vor dem Ende des Bärenzyklus eine weitere Abwärtsbewegung erleben, was mit Grayscales Zeitachse für einen möglichen Boden im späten dritten bis frühen vierten Quartal übereinstimmen würde.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Bitcoins Verkaufsdruck nachweislich nachlässt, was darauf hindeutet, dass sich ein Boden nähern könnte. Historische Präzedenzfälle zeigen jedoch, dass Bitcoin-Bärenmärkte in der Regel mehr Zeit benötigen, um sich vollständig aufzulösen, weshalb die Möglichkeit weiterer Abwärtsrisiken nicht ausgeschlossen werden kann.