BitBox behebt schwere Firmware-Schwachstellen, die bei KI-gestützten Audits entdeckt wurden, mit dem Dixence-Update
Wichtige Erkenntnisse
- •BitBox sagte, interne Ingenieure hätten bei einer Prüfung zwei schwerwiegende Firmware-Schwachstellen und ein zusätzliches Bootloader-Problem entdeckt.
- •Das Unternehmen erklärte, es gebe keine Hinweise auf eine Ausnutzung der Fehler und keine gestohlenen Nutzergelder.
- •Ein Problem hätte nach einer Phishing-Attacke und dem Entsperren des Geräts durch den Nutzer die Installation schädlicher Firmware auf einer echten BitBox02 ermöglicht.
- •Ein zweiter schwerer Fehler betraf die Multi-Edition vor der Wallet-Einrichtung und hätte auf einem feindlich gesinnten Computer beliebige Codeausführung ermöglichen können.
- •Alle drei Schwachstellen sind in Firmware v9.26.5 behoben, und BitBox sagt, ältere Geräte blieben bis zum Update verwundbar.

BitBox, der in Zürich ansässige Hersteller der BitBox02-Hardware-Wallet, hat sein Dixence-Sicherheitsupdate veröffentlicht, nachdem die eigenen Ingenieure zwei schwerwiegende Schwachstellen in der Firmware der Wallet entdeckt hatten; die interne Prüfung förderte zudem ein Bootloader-Problem zutage.
Das Unternehmen machte die Probleme selbst öffentlich, und es gibt keine Hinweise darauf, dass die Schwachstellen jemals ausgenutzt wurden. Laut BitBox hätte eine Ausnutzung eine erfolgreiche Phishing-Attacke in Kombination mit dem Entsperren eines manipulierten Geräts durch den Nutzer erfordert. Das Unternehmen sagt, es seien keine Nutzergelder gestohlen worden und der Wallet-Seed sei nie gefährdet gewesen.
Die Offenlegung kommt dennoch zu einem sensiblen Zeitpunkt für Bitcoin-Halter, nach dem jüngsten Exploit des Hardware-Wallet-Herstellers Coldcard, der zum Diebstahl von BTC im Wert von über $130 million geführt hat.
Das erste Problem betrifft den Bootloader, also den Code, der entscheidet, welche Firmware ein Gerät akzeptiert. Ein Fix, der im Juli-Release Oeschinen (v9.26.2) ausgeliefert wurde, schloss den Großteil des Problems, doch BitBox sagt nun, der ursprüngliche Fehler sei schwerwiegender gewesen als zunächst berichtet. Ein Angreifer, der eine Phishing-Betrugsmasche durchführte – also einen Nutzer dazu brachte, eine gefälschte BitBoxApp zu installieren und das Gerät zu entsperren –, hätte schädliche Firmware auf eine echte BitBox02 laden und mit den Coins verschwinden können. Die BitBox02 Nova, das neuere Modell, war aufgrund ihrer Bootloader-Version nie betroffen.
Der zweite schwere Fehler ist eine Speicher-Korruptionsschwachstelle in der Multi-Edition der BitBox, bevor sie mit einer Wallet eingerichtet wurde. In Kombination mit einem feindlich gesinnten Computer hätte sie die Ausführung beliebigen Codes und erneut die Installation schädlicher Firmware ermöglichen können. Die Bitcoin-only-Edition enthält den betroffenen Code nicht und ist daher nicht betroffen.
Ein drittes, weniger gefährliches Problem betraf die Silent-Payments-Funktion der Wallet. Es hätte Coins nicht direkt stehlen können, aber in einer Erpressungsart von Angriff die Guthaben an eine falsche Adresse binden können. Alle drei Schwachstellen sind in Firmware-Version v9.26.5 behoben, und BitBox sagt, Geräte mit älterer Firmware blieben bis zur Installation des Updates angreifbar.
BitBox setzte bei seiner internen Prüfung auf Frontier-KI-Modelle, Teil einer breiteren Initiative, die das Unternehmen in einem separaten Beitrag über Firmware-Audits mit KI-Unterstützung beschrieben hat. Das liefert zusätzlichen Kontext für den breiteren Hardware-Wallet-Sektor, in dem Anbieter unter Druck stehen, subtile Firmware-Fehler vor Angreifern zu finden, zumal Nutzer zunehmend auf diese Geräte setzen, um größere Bestände zu schützen.
Der Vorfall ist eine weitere Erinnerung daran, dass Hardware-Wallets, die lange als ideale Wahl für sicherheitsbewusste Krypto-Nutzer galten, nicht unverwundbar sind. Der Coldcard-Exploit zeigte, wie ein fünf Jahre alter Firmware-Bug Dieben ermöglichte, rund 1,596 BTC abzuziehen – der größte Hardware-Wallet-Hack des Jahres 2026. Vor einigen Tagen schürte der Datenvorfall beim Hardware-Wallet-Hersteller SafePal neue Sorgen vor sogenannten Wrench-Angriffen auf Wallet-Besitzer, deren persönliche Daten, einschließlich physischer Adressen, offengelegt wurden.
In diesem Fall sagt BitBox, abgesehen vom Aktualisieren gebe es keinen Anlass zur Sorge. Laut der Offenlegung des Unternehmens: "There are no reports of stolen user funds and there is no reason for users to panic."
Der Fix ist unter bitbox.swiss/download verfügbar.