NachrichtenKryptoBinance-Tochterunternehmen verklagen RedotPay auf 472,8 Mio. USD wegen angeblicher Nutzerabwerbung

Binance-Tochterunternehmen verklagen RedotPay auf 472,8 Mio. USD wegen angeblicher Nutzerabwerbung

Autor: Cryptofrontnews·

Wichtige Erkenntnisse

  • Tochtergesellschaften von Binance fordern 472,8 Millionen US-Dollar Schadensersatz von den drei Mitgründern von RedotPay wegen angeblicher Nutzerabwerbung und Vertragsbruchs.
  • Die Beschwerde wirft RedotPay vor, die Nutzung von Binance Pay-Geldern für verbotene Kartenaufladungen erlaubt zu haben, was gegen Anforderungen zur Trennung von Geldern verstieß, die nach März 2026 entdeckt wurden.
  • Die anfängliche Partnerschaft der Unternehmen aus dem November 2023 endete innerhalb von sechs Monaten aufgrund ähnlicher Bedenken, und eine im März 2025 getroffene Ersatzvereinbarung untersagte Kartenaufladungen über Binance Pay ebenfalls.
  • RedotPay prüft einen potenziellen US-Börsengang, der auf eine Bewertung von über 4 Milliarden US-Dollar mit JPMorgan, Goldman Sachs und Jefferies als Berater abzielt, ein Prozess, der durch die Offenlegungspflichten für wesentliche Rechtsstreitigkeiten erschwert wird.
  • Chaintecs Consulting Singapore hat separat eine damit zusammenhängende Klage gegen mit RedotPay verbundene Unternehmen in Singapur eingereicht, wobei die Gerichtsverhandlung für Freitag angesetzt ist.
Binance-Tochterunternehmen verklagen RedotPay auf 472,8 Mio. USD wegen angeblicher Nutzerabwerbung

Tochtergesellschaften von Binance haben in Hongkong eine Klage über 472,8 Millionen US-Dollar gegen die Mitgründer von RedotPay eingereicht. Sie werfen der Stablecoin-Zahlungsplattform vor, mehr als 470.000 Binance-Nutzer abgeworben und kommerzielle Vereinbarungen zwischen den beiden Unternehmen gebrochen zu haben. Der Fall verdeutlicht die wachsenden Spannungen zwischen Krypto-Börsen und Anbietern von Zahlungskarten, die in einem expandierenden Markt für digitale Zahlungen um die Bindung von Nutzern konkurrieren.

Laut Bloomberg haben die Kläger — Nest Trading, DistributedTechnologies und Chaintecs Consulting Singapore — rechtliche Schritte gegen Gao Zhangpeng, Chan Wa Choi und Yao Chao eingeleitet. RedotPay hat alle Vorwürfe bestritten und erklärt, es werde sich im Rahmen des juristischen Prozesses verteidigen.

Streitfall konzentriert sich auf Zahlungsvereinbarung

Die Beschwerde wirft RedotPay vor, die Nutzung von Binance Pay-Geldern für verbotene RedotPay-Kartenaufladungen erlaubt zu haben. Binance argumentiert, dass die Gelder gemäß ihrer vertraglichen Vereinbarung nicht getrennt aufbewahrt wurden – eine Praxis, die die Tochtergesellschaften der Börse eigenen Angaben zufolge nach März 2026 entdeckten. Die Trennung von Geldern – also die separate Verwahrung von Partnergeldern und Betriebskonten – ist eine standardmäßige vertragliche Schutzmaßnahme in Zahlungs-Partnerschaften, und Streitigkeiten über die Vermischung sind ein wiederkehrendes Problem im Krypto-Fiat-Zahlungssektor.

Nach einer Überprüfung der Händlerpartner beendeten die Kläger am 3. April 2026 die Unterstützung von Binance Pay für RedotPay.

Aus dem Antrag geht hervor, dass sich angeblich mehr als 470.000 Nutzer von den Zahlungsdiensten von Binance zu RedotPay verschoben haben. Die Kläger berechneten den Schaden auf Basis eines geschätzten Customer Lifetime Value von 925 US-Dollar pro Nutzer, einer Metrik, die im Fintech-Bereich häufig verwendet wird, um den langfristigen Umsatz zu quantifizieren, den eine Plattform von jedem gewonnenen Kunden erwartet.

Bisherige Partnerschaftshistorie

Bloomberg berichtete, dass die Unternehmen erstmals im November 2023 eine Partnerschaft eingingen. Diese erste Vereinbarung endete innerhalb von sechs Monaten, nachdem Binance ähnliche Bedenken geäußert hatte. Im März 2025 wurde eine Ersatzvereinbarung getroffen, die vorschrieb, dass Binance Pay-Gelder getrennt bleiben und nur für genehmigte Dienste verwendet werden sollten.

Gemäß der späteren Vereinbarung konnten Binance-Nutzer Kryptowährungen in Fiat-Geld umwandeln, Überweisungen tätigen und RedotPay-Produkte erwerben. Kartenaufladungen mit Binance Pay blieben jedoch ausdrücklich verboten.

Verwandte Verfahren und Unternehmensantworten

RedotPay bestritt die Vorwürfe und erklärte, man sei zuversichtlich bezüglich seiner Rechtsposition und werde alle vor Gericht erhobenen Anschuldigungen energisch verteidigen.

Zudem hat Chaintecs eine damit zusammenhängende Klage gegen mit RedotPay verbundene Unternehmen in Singapur eingereicht. Für diesen Fall ist am Freitag eine Gerichtsverhandlung angesetzt.

RedotPays Expansion und Binances Wachstum

Parallel dazu hat RedotPay sein Zahlungsgeschäft erweitert und prüft einen möglichen Börsengang in den USA. Berichten zufolge strebt das Unternehmen eine Bewertung von über 4 Milliarden US-Dollar an, wobei JPMorgan, Goldman Sachs und Jefferies das geplante Angebot begleiten. Die Klage birgt potenzielle Komplikationen für diesen Prozess, da Unternehmen, die einen US-Börsengang anstreben, verpflichtet sind, wesentliche Rechtsstreitigkeiten gegenüber Aufsichtsbehörden und potenziellen Investoren offenzulegen.

Binance hat weiterhin ein Wachstum auf seiner Plattform verzeichnet. Die Börse gab an, dass die Zahl der registrierten Nutzer in der ersten Hälfte des Jahres 2026 323 Millionen erreichte, während das kumulierte Handelsvolumen auf 156 Billionen US-Dollar kletterte.