Big-Tech-Bilanzen rücken KI-Ausgaben vor Fed-Entscheid in den Fokus
Wichtige Erkenntnisse
- •Microsoft dürfte seine Prognose für Investitionsausgaben im Jahr 2026 in Richtung $238 Milliarden anheben, während Anleger die Ausgabendisziplin bei KI-Infrastruktur bewerten.
- •Metas KI-Investitionspläne stehen unter Beobachtung, nachdem Anleger ihre Aufmerksamkeit auf Google verlagert haben, dessen Cloud-Sparte im vergangenen Quartal um 82% wuchs.
- •Apple wird voraussichtlich einen Umsatz von etwa $108.9 Milliarden melden, in der erwarteten letzten Telefonkonferenz zu Quartalszahlen von Tim Cook als Chief Executive.
- •Die Konsensschätzungen für SK Hynix deuten auf 84.1 Billionen Won Umsatz hin, was einen neuen Rekord beim operativen Gewinn markieren würde.
- •Die Ergebnisberichte fallen mit einer Zinsentscheidung der Federal Reserve und Ölpreisvolatilität zusammen, nachdem Brent kurzzeitig über $100 je Barrel gestiegen war.

Vier große Big-Tech-Unternehmen werden in dieser Woche ihre Ergebnisse für das zweite Quartal vorlegen. Der Fokus der Anleger liegt darauf, ob umfangreiche Ausgabenprogramme für künstliche Intelligenz messbare Erträge liefern. Auch SK Hynix wird die ersten Ergebnisse seit einem Rekorddebüt an der Nasdaq veröffentlichen, während Tim Cook voraussichtlich seine letzte Telefonkonferenz zu Quartalszahlen als Apple-CEO abhalten wird.
Der Berichtskalender liegt unmittelbar vor der Zinsentscheidung der Federal Reserve am Mittwoch, wobei die Märkte bereits eine mögliche Zinserhöhung einpreisen. Ölpreise haben eine weitere Variable hinzugefügt, nachdem Brent zunächst über $100 je Barrel gestiegen war und später wieder fiel, als die Feindseligkeiten im Nahen Osten pausierten. Zusammen liefern die Unternehmensberichte und makroökonomischen Ereignisse den Anlegern neue Daten zur Unternehmensnachfrage nach KI-Infrastruktur, zu den Finanzierungskosten großer Rechenzentrumsausbauprogramme und zum inflationsbezogenen Druck durch Energiepreise.
Microsoft und Meta berichten am Mittwoch
Microsoft und Meta eröffnen am Mittwoch den geschäftigsten Teil der Woche. Analysten erwarten, dass Microsoft seine Prognose für Investitionsausgaben im Jahr 2026 in Richtung $238 Milliarden anhebt. Diese Zahl wird zeigen, ob das Unternehmen Ausgabendisziplin wahren kann, während es höhere Kosten für Speicherchips bewältigt. Bei großen Cloud-Betreibern fließen KI-Investitionen typischerweise in Rechenzentren, Server, Netzwerkausrüstung und fortschrittliche Chips, sodass die Investitionsausgabenprognose ein wichtiger Maßstab dafür ist, wie aggressiv Unternehmen ihre Kapazitäten ausbauen.
Meta steht wegen seiner KI-bezogenen Investitionen unter eigener Beobachtung. Anleger sind gegenüber Metas KI-Ausgaben skeptischer geworden und haben Kapital stattdessen in Richtung Google umgeschichtet. Alphabets Cloud-Sparte wuchs im vergangenen Quartal um 82% und setzte damit eine Vergleichsmarke, die Wall Street nun auch von Meta sehen will.
Apple berichtet am Donnerstag zusammen mit Amazon
Apple soll am Donnerstag zusammen mit Amazon berichten, in einer voraussichtlich letzten Telefonkonferenz zu Quartalszahlen von Tim Cook als Chief Executive. Analysten erwarten für Apple laut Schätzungen von MarketBeat einen Umsatz von etwa $108.9 Milliarden.
Anders als mehrere Wettbewerber setzt Apple auf eine kapitalleichtere KI-Strategie und vermeidet damit die überdurchschnittlich hohen Ausgaben, die andere Rivalen belastet haben. Die Apple-Aktie erreichte Anfang dieses Monats ein Rekordhoch, als steigende Speicherpreise preisgünstigere Smartphone-Konkurrenten unter Druck setzten. Auch Amazons Ergebnisse werden auf Signale aus dem Cloud-Geschäft geprüft, wo KI-Nachfrage das Umsatzwachstum stützen kann, zugleich aber fortgesetzte Infrastrukturinvestitionen erfordert.
SK Hynix berichtet am Dienstag
SK Hynix berichtet am Dienstag und legt damit die ersten Ergebnisse seit einem Rekorddebüt an der Nasdaq vor. Konsensschätzungen deuten laut Yonhap Infomax auf einen Umsatz von 84.1 Billionen Won hin, was einen neuen Rekord beim operativen Gewinn bedeuten würde. Das Unternehmen ist eng mit dem KI-Infrastrukturzyklus verbunden, da Speicherangebot und -preise die Kosten von Servern beeinflussen, die von Cloud- und Internetunternehmen genutzt werden.
Der Bericht folgt auf einen volatilen Monat für das Unternehmen, einschließlich eines Ausverkaufs nach der Börsennotierung und einer Erholung des KOSPI über 7,000.
Der Anstieg von Brent über $100 kommt zu einer ohnehin dicht gefüllten Woche für Anleger hinzu, die innerhalb von drei Tagen vier große Ergebnisberichte und eine Entscheidung der Federal Reserve verfolgen. Die Ölpreise sind zudem um mehr als 7% gefallen, nachdem die Feindseligkeiten im Nahen Osten nachließen. Der nächste Fokus liegt darauf, ob die Unternehmensausblicke zeigen, dass KI-Ausgaben in Umsatzwachstum, Margenstützung oder klarere Zeitpläne für Renditen im aktuellen Investitionszyklus münden.