NachrichtenMakroFinanzminister Bessent scheint sich für Yen-Intervention auszusprechen

Finanzminister Bessent scheint sich für Yen-Intervention auszusprechen

Autor: ForexLive·

Wichtige Erkenntnisse

  • Finanzminister Scott Bessent bezeichnete den japanischen Yen als sehr unterbewertet und erklärte, dass die Vereinigten Staaten übermäßige Währungsvolatilität als schädlich ansehen.
  • Japan führte eine umfangreiche Devisenmarktintervention zur Stützung des Yen durch, der aufgrund eines großen Zinsgefälles nahe Mehrjahres-Tiefs gegenüber dem Dollar gehandelt wurde.
  • Bessents Bemerkungen signalisieren eine entgegenkommendere Haltung der USA gegenüber japanischen Interventionen, im Gegensatz zu früheren Regierungen, die sich teils gegen einseitige Währungsmaßnahmen von Verbündeten wandten.
  • Frühere japanische Interventionen in den Jahren 2022 und 2024 brachten nur vorübergehende Entlastung, bevor der Yen seinen Abwärtstrend wieder aufnahm – ein Beleg für die Schwierigkeit, zinsgetriebene Trends zu bekämpfen.
  • Die gegensätzlichen geldpolitischen Entwicklungen der Federal Reserve und der Bank of Japan haben die Zinsdifferenz groß gehalten, auch wenn die BOJ ihre Politik schrittweise anzieht.
Finanzminister Bessent scheint sich für Yen-Intervention auszusprechen

Finanzminister Bessent scheint sich für Yen-Intervention auszusprechen

US-Finanzminister Scott Bessent erklärte in einem Interview mit Fox Business, dass der japanische Yen „sehr unterbewertet" sei, und deutete an, dass er sein Gleichgewichtsniveau deutlich überschritten habe. Er betonte, dass die Vereinigten Staaten übermäßige Währungsvolatilität als schädlich ansehen.

Bessents Bemerkungen fallen in eine Phase erheblicher Bewegungen an den Devisenmärkten. Japan griff im Laufe des Tages mit einer umfangreichen Operation in die Devisenmärkte ein, um den Yen zu stützen. Der Yen steht seit Längerem unter Druck und wird nahe Mehrjahres-Tiefs gegenüber dem Dollar gehandelt, da das Zinsgefälle zwischen den Vereinigten Staaten und Japan weiterhin groß ist.

Die Wirksamkeit der japanischen Interventionsbemühungen könnte jedoch begrenzt sein, wenn die Renditen US-amerikanischer Staatsanleihen weiter steigen. Höhere US-Renditen ziehen in der Regel Kapitalflüsse in auf Dollar lautende Anlagen an, was den Yen unter Abwertungsdruck setzt. Japans frühere Interventionen in den Jahren 2022 und 2024 brachten nur vorübergehende Entlastung, bevor die Waltung ihren Abwärtstrend wieder aufnahm – ein Beleg für die Schwierigkeit, zinsgetriebene Trends mit direkten Marktmaßnahmen zu bekämpfen.

Währungsinterventionen japanischer Behörden haben in der Vergangenheit internationale Partner, insbesondere die Vereinigten Staaten, auf den Plan gerufen. Gemäß langjährigen G7- und G20-Vereinbarungen sollen Interventionen grundsätzlich dazu dienen, chaotische Marktbedingungen zu bekämpfen, anstatt bestimmte Wechselkursniveaus anzustreben. Bessents Charakterisierung des Yen als unterbewertet und seine Besorgnis über übermäßige Volatilität signalisieren eine entgegenkommendere Haltung gegenüber Tokios Bemühungen, seine Währung zu stabilisieren – ein Kontrast zu früheren US-Regierungen, die sich gelegentlich gegen einseitige Währungsmaßnahmen von Verbündeten wandten.

Die Kommentare markieren eine bemerkenswerte Übereinstimmung beider Regierungen in der Währungspolitik, während Japan versucht, die durch gegensätzliche geldpolitische Entwicklungen zwischen der Federal Reserve und der Bank of Japan verursachte Yen-Schwäche zu bewältigen. Die Bank of Japan hat ihre Politik nach Jahren ultralockerer Rahmenbedingungen schrittweise angezogen, während die Federal Reserve eine vergleichsweise restriktive Haltung beibehalten hat. Dadurch bleibt die Zinsdifferenz groß, auch wenn beide Notenbanken mit unterschiedlichem Tempo Anpassungen vornehmen.