NachrichtenAktienBerkshire Hathaways neuer CEO Greg Abel gibt Visa, Amazon und Mastercard im ersten Quartal beim Portfolio-Umbau auf

Berkshire Hathaways neuer CEO Greg Abel gibt Visa, Amazon und Mastercard im ersten Quartal beim Portfolio-Umbau auf

Autor: Blockonomi·

Wichtige Erkenntnisse

  • Greg Abel strich in seinem ersten Quartal als CEO 15 vollständige Aktienpositionen aus dem Portfolio von Berkshire Hathaway, darunter langjährig gehaltene Positionen in Visa, Mastercard und Amazon.
  • Abels größte Neuinvestition ist Alphabet mit einer Dividendenrendite von nur 0,2 %, gefolgt von Delta Air Lines mit etwa 1 %, was auf einen verringerten Schwerpunkt auf Dividendeneinkommen im Vergleich zu Buffetts Ansatz hindeutet.
  • Berkshires Barreserven stiegen im Quartal von 373,3 Milliarden auf 397,4 Milliarden Dollar und setzten damit einen Aktienverkaufstrend fort, den Buffett selbst in seinen letzten Monaten als CEO initiiert hatte.
  • Viele der abgestoßenen Aktien wiesen bedeutende Dividendenrenditen auf, wie Lamar Advertising mit 4 % und Diageo mit 3,8 %, was auf einen philosophischen Wandel weg von einkommenserzeugenden Beständen hindeutet.
  • Berkshire-Aktien stiegen im vergangenen Monat um 3,7 %, haben jedoch im Jahr 2026 bisher nur 4 % gewonnen und damit den S&P 500 deutlich unterperformt, der im gleichen Zeitraum 12,6 % Rendite erzielte.
Berkshire Hathaways neuer CEO Greg Abel gibt Visa, Amazon und Mastercard im ersten Quartal beim Portfolio-Umbau auf

Greg Abel handelte rasch, um das Anlageportfolio von Berkshire Hathaway umzugestalten, nachdem er am 1. Januar 2026 die CEO-Rolle von Warren Buffett übernommen hatte. Abel, der 2021 offiziell als Buffetts Nachfolger benannt wurde und zuvor alle Nicht-Versicherungsgeschäfte von Berkshire beaufsichtigte, leitet nun eines der größten börsennotierten Unternehmen der Welt – dies ist der erste Führungswechsel in der modernen Geschichte des Konglomerats. In seinem ersten Quartal an der Spitze strich Abel 15 vollständige Aktienpositionen, die Buffett im Laufe der Jahre angesammelt hatte – darunter einige, die über 15 Jahre lang gehalten wurden –, was eine klare Abkehr von der Portfolio-Management-Philosophie des Konglomerats markiert.

Wichtige Verkäufe

Abels Verkaufsliste umfasst mehrere namhafte Konzerne. Er gab Berkshires Positionen in Visa, Mastercard und Amazon vollständig auf, die alle unter Buffetts Führung solide Renditen erzielt hatten.

Der neue CEO liquidierte zudem unterdurchschnittlich performende Positionen wie Pool Corp, einen Distributor für Poolbedarf, den britischen Getränkegiganten Diageo und die Pizzakette Domino's Pizza.

Viele der abgestoßenen Bestände boten beträchtliche Dividendenrenditen. Lamar Advertising lieferte eine Rendite von 4 %, Diageo 3,8 % und Pool Corp zum Zeitpunkt des Verkaufs 2,5 %. Diese Verkäufe deuten darauf hin, dass Abel dividendenorientierten Anlagen im Vergleich zu seinem Vorgänger eine geringere Priorität einräumt. Buffett war dafür bekannt, Coca-Cola-Aktien über Jahrzehnte zu halten – eine anfängliche Investition von etwa 1,3 Milliarden Dollar erwirtschaftet nun rund 1,7 Milliarden Dollar an Dividenden alle zwei Jahre.

Neue Anlagerichtung

Abels größte neue Position zielt auf Alphabet, das Mutterunternehmen von Google, ab, das derzeit eine Dividendenrendite von nur 0,2 % bietet. Sein zweitgrößter Kauf war Delta Air Lines mit einer Rendite von etwa 1 %. Beide Auswahlentscheidungen deuten nicht auf einen Schwerpunkt auf Dividendeneinkommen hin.

Berkshires Barreserven dehnten sich im Laufe des Quartals aus und stiegen von 373,3 Milliarden auf 397,4 Milliarden Dollar. Diese Anhäufung zeigt, dass Abel Kapital aufbaut, anstatt es aggressiv einzusetzen. Bemerkenswerterweise war Buffett selbst in seinen letzten Quartalen als CEO ein erheblicher Nettoverkäufer von Aktien und reduzierte insbesondere Berkshires Apple- und Bank-of-America-Positionen, was bedeutet, dass Abels Bargeldaufbau einen etablierten Trend fortsetzt. Marktbeobachter haben spekuliert, dass die wachsende Barposition eine Vorbereitung auf eine große Übernahme signalisieren könnte, während andere sie als Klugheit angesichts erhöhter Aktienbewertungen betrachten.

Marktantwort

Berkshire-Aktien stiegen nach Abels anfänglichen strategischen Entscheidungen. Die Aktie erreichte kürzlich ihre höchste Bewertung seit Buffetts Rücktrittsankündigung im Mai 2025, wobei die Aktienkurse im vergangenen Monat um 3,7 % zulegten. Der Anstieg erfolgte teilweise, weil Marktteilnehmer von Technologieaktien hin zu etablierteren Unternehmen rotierten.

Berkshires Portfolio umfasst bekannte Tochtergesellschaften, darunter die Versicherung GEICO, die Eisenbahngesellschaft BNSF, Energieversorger und Fertigungsbetriebe – Unternehmen, die Buffett über sechs Jahrzehnte aufbaute, beginnend mit dem Kauf eines angeschlagenen Textilherstellers im Jahr 1965. Da Berkshire von institutionellen und Privatanlegern weitreichend gehalten wird und seine Portfolio-Offenlegungen als Stimmungsbarometer des Marktes betrachtet werden, zieht jede Verschiebung im Anlageansatz unter Abel erhöhte Aufmerksamkeit auf sich.

Trotz der jüngsten Gewinne sind Berkshire-Aktien im Jahr 2026 bisher nur um 4 % gestiegen. Zum Vergleich: Der S&P 500 hat im gleichen Zeitraum 12,6 % Rendite erzielt.

Buffett trat am 1. Januar 2026 formell als CEO zurück, behielt jedoch seine Position als Vorstandsvorsitzender. Bei der letzten Aktionärsversammlung nahm er als Zuschauer teil und saß in der ersten Reihe als sichtbares Zeichen seiner Unterstützung für Abels Führungsrichtung. Marktteilnehmer und Kommentatoren bezeichneten Abels erstes Jahresmeeting als operativ kompetent, wenn auch stilistisch von Buffetts gefeierter Präsentationsart verschieden.