21 Großbanken darunter Goldman Sachs, Bank of America und Citi planen gemeinsamen US-Dollar-Stablecoin für 2027
Wichtige Erkenntnisse
- •Einundzwanzig Finanzinstitute, darunter Goldman Sachs, Bank of America und Citi, planen die Gründung einer gemeinsamen Gesellschaft zur Ausgabe eines US-Dollar-Stablecoins mit einer Markteinführung im ersten Halbjahr 2027.
- •Das noch unbenannte Vorhaben soll im zweiten Halbjahr 2026 formell gegründet werden und beginnt mit einem Dollar-Stablecoin, wobei ein Euro-Token als nächste Priorität geplant ist.
- •Die Initiative wächst von zehn ursprünglich im Oktober angekündigten global systemrelevanten Banken auf einundzwanzig Mitglieder in fünf Regionen, mit dreizehn Neuzugängen darunter Fidelity, Wells Fargo und Standard Bank.
- •Der bankgestützte Coin tritt in einen Stablecoin-Markt ein, der von den nicht-banklichen Emittenten Tether und Circle dominiert wird, deren Token USDT und USDC den Großteil des rund 250-Milliarden-Dollar-Markts ausmachen.
- •Das Vorhaben soll sowohl mit dem US-GENIUS Act als auch mit den MiCA-Vorgaben der EU konform sein – zwei der strengsten Stablecoin-Regulierungsregime der Welt.

Einundzwanzig Finanzinstitute, darunter Goldman Sachs, Bank of America und Citi, haben angekündigt, eine gemeinsame Gesellschaft zur Ausgabe eines dollarbesicherten Stablecoins zu gründen, mit einer geplanten Markteinführung im ersten Halbjahr 2027.
Stablecoins sind digitale Token, die auf einen stabilen Wert ausgelegt sind, in der Regel durch eine eins-zu-eins-Besicherung mit Bargeld oder bargeldähnlichen Reserven. Sie haben sich zu einem zentralen Abwicklungsinstrument in Kryptomärkten entwickelt und sind ein aufkommendes Instrument für grenzüberschreitende Zahlungen.
Das Gemeinschaftsunternehmen wird zunächst mit einem einzigen US-Dollar-Stablecoin starten, wie aus einer Pressemitteilung hervorgeht, die über PR Newswire verbreitet und von BBVA, einem der Teilnehmer, veröffentlicht wurde. Im Laufe der Zeit beabsichtigt die Gruppe, Token in weiteren G7-Währungen auszugeben, wobei ein Euro-Stablecoin als nächste Priorität nach der Dollar-Version genannt wurde.
Die neue Gesellschaft, die noch namenlos ist, soll im zweiten Halbjahr 2026 formal gegründet werden. Der Stablecoin richtet sich an Großhandels-, institutionelle und Privatkunden, wobei grenzüberschreitende Zahlungen und die Abwicklung von Digitalasset-Transaktionen als frühe Anwendungsfälle gelten.
Die Einführung eines bankgestützten Stablecoins stellt eine neue Entwicklung dar, da die Münze in einen Markt eintritt, der bislang von nicht-banklichen Emittenten wie Tether dominiert wurde, deren Token USDT und Circles USDC zusammen den Großteil des rund 250-Milliarden-Dollar-Stablecoin-Markts ausmachen. Für Banken, die Kundengelder bereits über traditionelle Systeme bewegen, liegt der Reiz eines gemeinsamen Tokens in schnellereren Abwicklungen, während die Ausgabe – und die damit verbundene Reserve-Einnahmen – im regulierten Bankensystem bleibt, statt an krypto-native Unternehmen abgetreten zu werden.
Zehn Banken im Oktober, einundzwanzig jetzt
Die Initiative ist eine Erweiterung eines im Oktober vergangenen Jahres öffentlich gewordenen Vorhabens, als zehn global systemrelevante Banken (G-SIBs – Institute, die Aufsichtsbehörden als „too big to fail“ einstufen) bekannt gaben, ein 1:1-reservenbesichertes Token für öffentliche Blockchains zu prüfen. Acht dieser ursprünglichen zehn sind weiterhin beteiligt: Banco Santander, Bank of America, Citi, Deutsche Bank, Goldman Sachs, MUFG Bank, TD Bank und UBS.
Für die zweite Planungsphase sind dreizehn neue Namen hinzugekommen, womit die Beteiligten nun fünf Regionen umfassen. Aus Nordamerika kommen Capital One, Fidelity Investments, PNC Financial Services, Scotiabank, Wells Fargo und WisdomTree hinzu. Aus Europa kommen BBVA, Commerzbank, Crédit Agricole, Lloyds Banking Group und Rabobank hinzu. Ostasien wird durch MUFG Bank vertreten, der Nahe Osten durch Abu Dhabis Sirius International Holding, und aus Afrika stößt Standard Bank dazu. Die restliche Gruppe besteht aus zwei US-Vermögensverwaltern und der Tochter des Abu-Dhabi-Konglomerats.
Warum zwei konkurrierende Stablecoin-Emittenten beigetreten sind
Die bemerkenswertesten Neuzugänge sind Fidelity Investments und WisdomTree, die beide bereits eigene Stablecoins betreiben. Fidelity brachte FIDD im Januar über eine bundrechtlich charterte national trust bank heraus, während WisdomTree USDW unter einer New-York-Trust-Lizenz ausgibt.
Ihre Entscheidung, ein gemeinsames Token zu unterstützen, deutet möglicherweise auf ein Fazit in der Branche hin: Es ist unwahrscheinlich, dass das Token eines einzelnen Unternehmens die Reichweite und das Netzwerk erlangt, die für den Wettbewerb mit den derzeitigen nicht-banklichen Emittenten nötig sind.
Laut der Pressemitteilung der Gruppe beabsichtigt die Initiative, sowohl mit dem US-amerikanischen GENIUS Act als auch – soweit anwendbar – mit den MiCA-Vorgaben der EU konform zu sein, was darauf hindeutet, dass der Stablecoin mit zwei der strengsten Stablecoin-Regulierungssysteme der Welt im Blick entwickelt wird. Der im Juli 2025 in US-Gesetz umgesetzte GENIUS Act legt bundesweite Anforderungen an Reserven, Einlösung und Transparenz für Zahlungs-Stablecoin-Emittenten fest, während MiCA seit Mitte 2024 die Ausgabe von Kryptowerten in der EU regelt.
Wie das Gemeinschaftsunternehmen diese sich überschneidenden Regulierungen meistert und ob die geplante Gesellschaftsgründung 2026 und die Einführung 2027 termingerecht erfolgen, werden wichtige Indikatoren sein, wenn die Gruppe von der Planung in den Betrieb übergeht.
Quellen: Reuters, PR Newswire