NachrichtenKryptoUS-Banklobby drängt auf Kontopflicht für Stablecoin-Auszahlungen

US-Banklobby drängt auf Kontopflicht für Stablecoin-Auszahlungen

Autor: CoinLineup·

Wichtige Erkenntnisse

  • Der Bank Policy Institute und The Clearing House wollen, dass Stablecoin-Einlösungen eine Kundenidentifizierung und eine verifizierte Bankbeziehung voraussetzen.
  • Der Vorschlag ist Teil einer bundesweiten Regelsetzung zu Stablecoin-Emittenten und Geldwäschepflichten, die im Federal Register veröffentlicht wurde.
  • Die Lobby sagt, der Ansatz solle die Bedingungen der Einlösung regeln und Stablecoins nicht grundsätzlich verbieten.
  • Wird der Vorschlag umgesetzt, würden Stablecoin-Auszahlungen stärker über traditionelle Bankwege und regulierte Vermittler laufen.
  • Nutzer könnten mehr Schritte und einen langsameren Zugriff auf eingelöste Gelder erleben, falls die endgültige Regel die Kontopflicht enthält.
US-Banklobby drängt auf Kontopflicht für Stablecoin-Auszahlungen

Eine US-Banklobby will, dass Stablecoin-Inhaber ein Bankkonto eröffnen, bevor sie ihre Tokens auszahlen lassen, und fügt dem Prozess der Rückwandlung von Stablecoins in reguläre US-Dollar damit eine neue Identitätsprüfung hinzu.

Der Vorstoß stammt vom Bank Policy Institute und The Clearing House, zwei Organisationen, die große US-Banken vertreten. In einem gemeinsamen Stellungnahmebrief argumentierten sie, dass Personen, die Stablecoins einlösen, zunächst Kundenidentifizierungs-Schritte durchlaufen sollten, und forderten klare Regeln sowie Schutzmaßnahmen für den Sekundärmarkt in den Standards zur Kundenidentifizierung bei Stablecoins. Weitere Berichterstattung dazu: World Liberty launches USD1 stablecoin on Canton Network.

Die Forderung steht im Zusammenhang mit einer bundesweiten Regelsetzung zu Stablecoin-Emittenten und Pflichten zur Bekämpfung von Geldwäsche, die im Federal Register veröffentlicht wurde. Über die Position der Lobby berichtete CryptoSlate.

Was die Banklobby tatsächlich verlangt

Ein Stablecoin ist ein Krypto-Token, der darauf ausgelegt ist, einen stabilen Wert zu halten, meist einen US-Dollar. Das Halten eines Stablecoins ist etwas anderes als seine Einlösung: Dabei wird der Token an den Emittenten zurückgegeben und gegen echte Dollar getauscht. Weitere Berichterstattung: Canada and Australia Exit Tax: Unrealized Bitcoin Gains Explained.

Die Banken wollen, dass dieser Einlöseschritt über eine verifizierte Kundenbeziehung läuft. Praktisch könnte das bedeuten, dass ein Inhaber vor der Auszahlung ein Bankkonto eröffnen oder nutzen und Identitätsprüfungen bestehen muss.

Das würde vor allem alltägliche Privatanleger betreffen, ebenso wie Börsen und Bankpartner, die Auszahlungen abwickeln. Die Lobby stellt den Vorschlag als Bedingung für die Einlösung dar, nicht als Verbot von Stablecoins selbst.

Warum Banken vor der Einlösung ein Konto wollen

Banken bevorzugen kontobasierte Beziehungen, weil sie Identitätsprüfungen und eine laufende Überwachung von Geldbewegungen unterstützen. Ein bestehendes Konto liefert ihnen eine klarere Zuordnung, wer Geld bewegt und warum.

Die Gruppen verknüpfen ihr Argument mit Regeln zu Kundenidentifizierungsprogrammen unter dem GENIUS Act, wie in ihrem gemeinsamen Stellungnahmebrief zur CIP-Regel dargelegt. Auch die American Banking Association hat sich mit einem eigenen Schreiben zu Identifizierungspflichten für Stablecoin-Emittenten geäußert.

Die Folge wäre, dass Stablecoin-Auszahlungen über traditionelle Bankwege laufen würden. Dadurch erhielten regulierte Banken eine größere und zentralere Rolle bei Stablecoin-Off-Ramps.

Was das für Nutzer und die Verbreitung bedeuten könnte

Für Inhaber könnte eine Kontopflicht zusätzliche Schritte bedeuten und den Zugriff auf eingelöste Gelder verlangsamen. Besonders Nutzer, die auf schnelle Stablecoin-Abwicklung angewiesen sind, könnten diese Reibung spüren.

Auf der anderen Seite können Identitätsprüfungen den Betrugsschutz verbessern und Aufsichtsbehörden einen klareren Überblick über Stablecoin-Flüsse geben. Eine solche Struktur ist ein wiederkehrendes Thema in der breiteren Debatte, einschließlich der von Wall Street geäußerten Warnungen im Zusammenhang mit Verzögerungen bei Kryptoregeln.

Der Nachteil ist eine geringere Zugänglichkeit und eine Verlagerung von Macht hin zu regulierten Vermittlern. Ähnliche Spannungen zeigen sich, während Gesetzgeber an der Marktstruktur für Krypto und an Debatten über Stablecoin-Zinsregeln arbeiten.

Für eine normale Person mit wenigen Stablecoins ist die praktische Schlussfolgerung einfach: Sollte dieser Vorschlag vorankommen, könnte die Auszahlung dieselben Identitätsschritte erfordern wie die Eröffnung eines Bankkontos. Es lohnt sich daher, die endgültige Fassung der Regel genau zu beobachten.

Haftungsausschluss: Dieser Artikel dient ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Finanz- oder Anlageberatung dar. Kryptowährungs- und Digital-Asset-Märkte bergen erhebliche Risiken. Recherchieren Sie stets selbst, bevor Sie Entscheidungen treffen.