Baltic Dry Index fällt zum vierten Mal in Folge auf 2.844 Punkte
Wichtige Erkenntnisse
- •Der Baltic Dry Index fiel um rund 3,2 % auf 2.844 Punkte und erreichte damit seinen niedrigsten Stand seit dem 3. August sowie den vierten Rückgang in Folge.
- •Der Capesize-Index führte den Gesamtrückgang mit einem Minus von 5,2 % auf 4.469 Punkte an, was eine nachlassende Frachtnachfrage für große Eisenerz- und Kohleladungen widerspiegelt.
- •Der Panamax-Index sank um 1,7 % auf 2.262 Punkte und verbuchte damit seinen zweiten Verlusttag in Folge.
- •Der Supramax-Index stieg um 0,6 % auf 1.613 Punkte und durchbrach damit den allgemeinen Abwärtstrend bei den größeren Schiffsegmenten.
- •Der BDI wird von Ökonomen und Handelsanalysten als Frühindikator für die weltweite Rohstoffhandelsaktivität und Industrieproduktionszyklen betrachtet, da er tatsächliche Charterentscheidungen widerspiegelt und nicht die Stimmung an den Finanzmärkten.

Der Trockenmassengut-Frachtratenindex der Baltic Exchange sank am Donnerstag zum vierten Handelstag in Folge und fiel um rund 3,2 % auf 2.844 Punkte – seinen niedrigsten Stand seit dem 3. August.
Der Baltic Dry Index (BDI) ist ein zusammengesetzter Indikator, der täglich von der Baltic Exchange in London veröffentlicht wird. Er erfasst die globalen Frachtraten für Schiffe, die Trockenmassengüter wie Eisenerz, Kohle, Getreide und andere Rohstoffe transportieren. Der Index kombiniert Teilindizes für drei Schiffsklassen – Capesize, Panamax und Supramax – und wird weithin als Barometer für die Nachfrage nach Trockenmassengutfracht und damit für die weltweite Handelsaktivität im Rohstoffsektor genutzt. Da Frachtraten tatsächliche Charterentscheidungen widerspiegeln und nicht die Stimmung an den Finanzmärkten, wird der BDI von Ökonomen und Handelsanalysten häufig als Frühindikator für Industrieproduktionszyklen herangezogen, insbesondere für Volkswirtschaften, die stark von Rohstoffimporten abhängig sind.
Capesize-Segment führt den Rückgang an
Der Capesize-Index, der Schiffe erfasst, die typischerweise 150.000-Tonnen-Ladungen aus Eisenerz und Kohle transportieren, fiel um rund 5,2 % auf 4.469 Punkte und verlängerte damit die jüngsten Verluste dieses Segments. Die Capesize-Raten sind besonders empfindlich gegenüber den Versandmengen für Eisenerz, wobei die wichtigsten Routen Exportregionen wie Brasilien und Australien mit großen Importeuren verbinden – allen voran China, das der weltweit größte Abnehmer von Seewege-Eisenerz ist.
Panamax ebenfalls im Minus
Der Panamax-Index, der Schiffe erfasst, die etwa 60.000 bis 70.000 Tonnen Kohle oder Getreide laden, sank um 1,7 % auf 2.262 Punkte und markierte damit den zweiten Rückgang in Folge.
Supramax verzeichnet Gewinn
Bei den kleineren Schiffsklassen widersetzte sich der Supramax-Index dem allgemeinen Abwärtstrend und stieg um 0,6 % auf 1.613 Punkte. Supramax-Schiffe transportieren in der Regel eine Vielzahl von Trockenmassengütern und sind hinsichtlich der Häfen und Routen, die sie anlaufen können, vielseitiger einsetzbar. Die entgegengesetzte Entwicklung zwischen dem Anstieg bei Supramax und den Verlusten bei den größeren Schiffsegmenten verdeutlicht, wie unterschiedliche Rohstoffströme und Nischen im Schifffahrtsgewerbe je nach regionaler Nachfrage und Flottenverfügbarkeit voneinander unabhängige Entwicklungen nehmen können.
Quelle: Trading Economics