NachrichtenKryptoArthur Hayes: Bitcoin könnte über 1 Million Dollar steigen, wenn der KI-Investitionsboom eine Kreditkrise auslöst

Arthur Hayes: Bitcoin könnte über 1 Million Dollar steigen, wenn der KI-Investitionsboom eine Kreditkrise auslöst

Autor: DailyCoin·

Wichtige Erkenntnisse

  • Arthur Hayes vergleicht den aktuellen KI-Investitionszyklus mit einer schuldengetriebenen Kreditblase, die eher dem US-Immobilienmarkt vor 2008 ähnelt als dem Dotcom-Crash von 2000.
  • Die jährlichen Ausgaben für KI-Infrastruktur werden auf 400 bis 700 Milliarden Dollar geschätzt, wobei der Bau von Rechenzentren voraussichtlich bis 2027–2028 deutlich an Schwung verliert.
  • Hayes argumentiert, dass ein drastischer Einbruch der KI-Kreditmärkte die US-Behörden veranlassen könnte, über den Exchange Stabilization Fund des Finanzministeriums bis zu 280 Milliarden Dollar zu mobilisieren.
  • Die daraus resultierenden Liquiditätsspritzen würden die Geldmenge ausweiten und Bitcoin aufgrund seines algorithmisch begrenzten Angebots von 21 Millionen Coins langfristig über 1 Million Dollar treiben.
  • Hayes erwartet, dass Bitcoin kurzfristig zwischen 60.000 und 70.000 Dollar gehandelt wird, mit einem möglichen Rückgang auf bis zu 50.000 Dollar bei zunehmendem Verkaufsdruck.
Arthur Hayes: Bitcoin könnte über 1 Million Dollar steigen, wenn der KI-Investitionsboom eine Kreditkrise auslöst

Bitcoin könnte langfristig über 1 Million Dollar steigen, falls der Investitionsboom im Bereich der künstlichen Intelligenz in einer Kreditkrise mündet, die ein groß angelegtes Eingreifen der US-Regierung erfordert. Das sagt Arthur Hayes, Chief Investment Officer der Krypto-Investmentfirma Maelstrom und Mitbegründer von BitMEX.

Hayes legte diese These in seinem Newsletter vom 5. August dar und argumentierte, dass der aktuelle Anstieg der KI-Ausgaben eher einem Immobilienkreditboom ähnelt als einem herkömmlichen Technologieboom.

KI-Ausgaben als Kreditblase

Hayes argumentiert, dass der gegenwärtige KI-Investitionszyklus in erster Linie durch die Finanzierung von Rechenzentrumsbau angetrieben wird und nicht durch nachhaltige Technologiegewinne. Im Gegensatz zur Dotcom-Blase des Jahres 2000, die zusammenbrach, nachdem Internetunternehmen keine Gewinne erzielen konnten, ist er der Ansicht, dass der KI-Sektor eine schuldengetriebene Infrastruktur expansion durchläuft, die dem US-Immobilienmarkt vor der Finanzkrise von 2008 ähnelt. Große Technologieunternehmen – darunter Microsoft, Alphabet, Meta und Amazon – haben zig Milliarden Dollar für den Ausbau der KI-Infrastruktur zugesagt und damit das Risiko-Kapital erheblich vergrößert, falls die prognostizierten Renditen nicht eintreten.

Er wies darauf hin, dass der Bau von Rechenzentren voraussichtlich ab Mitte bis Ende 2027 an Dynamik verlieren wird, mit einer deutlicheren Verlangsamung bis 2028.

Hayes äußerte zudem grundsätzliche Bedenken hinsichtlich des Ausmaßes der KI-Investitionen. Die jährlichen Ausgaben für KI-Infrastruktur werden auf 400 Milliarden bis 700 Milliarden Dollar geschätzt, während Kritiker anmerken, dass viele KI-Projekte im Unternehmensbereich noch keine nennenswerten Renditen erbracht haben. Gleichzeitig besteht das Risiko, dass teure GPUs veraltet sind, bevor die Rechenzentren ihre Baukosten amortisiert haben – eine besondere Schwachstelle, da Spitzen-KI-Beschleunigerchips in der Regel einen Produktzyklus von zwei Jahren oder weniger haben.

Einschränkungen des Stromnetzes, langwierige Genehmigungsverfahren und Engpässe in den Lieferketten könnten zudem verhindern, dass viele der angekündigten Projekte abgeschlossen werden, was den Druck auf den Sektor weiter verstärkt.

Staatliches Eingreifen und Bitcoin

Hayes ist der Ansicht, dass ein drastischer Einbruch der KI-bezogenen Kreditmärkte wahrscheinlich ein Eingreifen der US-Behörden auslösen würde. Er wies darauf hin, dass der Exchange Stabilization Fund des Finanzministeriums – eine 1934 unter dem Gold Reserve Act geschaffene Einrichtung, die ursprünglich für Eingriffe auf dem Währungsmarkt vorgesehen war – derzeit über rund 28 Milliarden Dollar verfügt. Durch einen Hebeleffekt, der mit früheren Rettungsprogrammen vergleichbar ist, könnten die Behörden nach seiner Argumentation bis zu 280 Milliarden Dollar mobilisieren, um KI-bezogene Unternehmen zu unterstützen.

Derartige Liquiditätsspritzen würden die Geldmenge ausweiten und letztlich knappe Vermögenswerte wie Bitcoin begünstigen – dessen Angebot algorithmisch auf 21 Millionen Coins begrenzt ist – und damit den Kryptowert im Laufe der Zeit über 1 Million Dollar treiben, so Hayes.

Kurzfristiger Ausblick

Trotz seiner langfristig bullistischen These erwartet Hayes, dass Bitcoin kurzfristig seitwärts tendiert und in einer Spanne zwischen 60.000 und 70.000 Dollar gehandelt wird. Er warnte, dass der Kurs bei zunehmendem Verkaufsdruck vorübergehend auf bis zu 50.000 Dollar zurückfallen könnte.

Hintergrund

Hayes gilt weithin als einer der bekanntesten Marktkommentatoren im Krypto-Bereich. Als Mitbegründer von BitMEX, einer der frühesten Derivatebörsen der Krypto-Branche, hat er sich einen Ruf dafür aufgebaut, Bitcoin durch das Prisma der Makroökonomie und der globalen Liquidität zu analysieren.

Hayes sagte den Anstieg von Bitcoin über 100.000 Dollar während des Bullenmarktes 2024 richtig voraus, obwohl einige seiner kurzfristigeren Prognosen nicht eintrafen. Seine Essays werden von Krypto-Investoren weiterhin aufmerksam verfolgt und prägen häufig die Marktdiskussion.

Bitcoin-Kursprognosen bleiben hochgradig spekulativ, und Analysten haben in der Vergangenheit Schwierigkeiten gehabt, den Zeitpunkt und das Ausmaß von Kryptomarktzyklen vorherzusagen.