NachrichtenKryptoARK-Glassnode-Bericht: Bitcoin und Ethereum benötigen jeweils nur drei kolludierende Entitäten, um zentrale Sicherheitsgrenzen zu durchbrechen, Solana braucht 19

ARK-Glassnode-Bericht: Bitcoin und Ethereum benötigen jeweils nur drei kolludierende Entitäten, um zentrale Sicherheitsgrenzen zu durchbrechen, Solana braucht 19

Autor: Metaverse Post·

Wichtige Erkenntnisse

  • Der Bericht nutzt ein sechsdimensionales Scoring-Framework auf Basis von Glassnode-On-Chain-Daten und weiteren Netzwerkquellen, um die drei Blockchains zu vergleichen.
  • Bitcoin liegt bei der gesamten Dezentralisierung vorn, Ethereum im Mittelfeld und Solana setzt stärker auf Leistung und Koordinationsgeschwindigkeit.
  • Bitcoin und Ethereum erreichen die kritische Kontrollschwelle des Berichts jeweils bei drei Entitäten, Solana benötigt 19.
  • Ein Bitcoin-Miner kann eine Netzwerkposition von 1% in etwa 30 Sekunden auflösen, während das Unstaking bei Ethereum in Stressphasen Wochen dauern kann.
  • Bitcoin hat den ausgewogensten Node-Footprint, Ethereum zeigt eine Konzentration in der Cloud, und Solanas Validator-Infrastruktur ist überwiegend in Rechenzentren untergebracht.
ARK-Glassnode-Bericht: Bitcoin und Ethereum benötigen jeweils nur drei kolludierende Entitäten, um zentrale Sicherheitsgrenzen zu durchbrechen, Solana braucht 19

ARK Invest und Glassnode haben einen gemeinsamen Forschungsbericht veröffentlicht, der die Dezentralisierungsarchitekturen der drei größten Blockchain-Netzwerke — Bitcoin, Ethereum und Solana — untersucht. Der Bericht mit dem Titel The Decentralization Spectrum: Design Tradeoffs in Digital Assets rückt von einer binären Betrachtung von Dezentralisierung ab und ordnet jedes Netzwerk stattdessen auf einem messbaren Kontinuum ein, das durch vier Designmerkmale definiert ist: Auditierbarkeit, Sicherheit, Governance und Eigentum. Die Analyse wird durch ein sechsdimensionales quantitatives Scoring-Framework gestützt, das auf Glassnode-On-Chain-Daten und weiteren Netzwerkquellen basiert, und zeigt, wie sich Designentscheidungen anhand beobachtbarer Daten statt nur anhand allgemeiner Labels bewerten lassen.

Der Bericht argumentiert, dass jede architektonische Entscheidung — von der Blockgröße bis zum Staking-Modell — ein Netzwerk an einen bestimmten Punkt auf diesem Spektrum setzt und dass diese Position bewusste Abwägungen widerspiegelt. Ein Zahlungsnetzwerk mit hohem Durchsatz und eine institutionelle Abwicklungsschicht, so der Bericht, sind darauf ausgelegt, unterschiedliche Punkte auf diesem Spektrum einzunehmen. Wenn die Werte aller sechs Dimensionen gemittelt werden, liegt Bitcoin bei der gesamten Dezentralisierung vorn, Ethereum befindet sich in der Mitte und Solana priorisiert Leistung und Koordinationsgeschwindigkeit gegenüber verteilter Kontrolle.

The blockchain trilemma: a network can strengthen two of decentralization, security, and scalability, usually at a cost to the third. Read our joint report with @ARKInvest on how Bitcoin, Ethereum, and Solana compare. pic.twitter.com/ilvLTxi6RR — glassnode (@glassnode) September 1, 2026

The blockchain trilemma: a network can strengthen two of decentralization, security, and scalability, usually at a cost to the third. Read our joint report with @ARKInvest on how Bitcoin, Ethereum, and Solana compare. pic.twitter.com/ilvLTxi6RR

Kontrollschwellen, Infrastrukturgeografie und Bewertungsmethodik

In der Sicherheitsdimension misst der Bericht das, was er als kritische Kontrollschwelle bezeichnet — die Mindestzahl unabhängiger Entitäten, die kolludieren müssten, um ein Ledger wesentlich zu verändern. Bitcoin und Ethereum überschreiten diese Schwelle jeweils bereits bei drei Entitäten, während Solana 19 benötigt. Die Autoren weisen jedoch darauf hin, dass Mining-Pool- und Staking-Delegationsstrukturen direkte Vergleiche mit der tatsächlichen operativen Kontrolle erschweren.

Der Bericht verweist außerdem auf eine Asymmetrie bei der Ausstiegsflexibilität. Ein Bitcoin-Miner kann eine Netzwerkposition von 1% durch das Herunterfahren der Hardware in etwa 30 Sekunden liquidieren, während der entsprechende Unstaking-Prozess bei Ethereum in Phasen hoher Netzlast Wochen dauern kann.

Geografische und infrastrukturelle Verteilungen zeigen weitere Unterschiede. Bitcoin hat den ausgewogensten physischen Node-Footprint der drei Netzwerke, wobei ungefähr 63% seiner Nodes über Tor betrieben werden — eine Konfiguration, die einen wirksamen Widerstand gegen koordinierte Zwangsmaßnahmen bietet. Ethereum weist eine deutliche Konzentration in Cloud-Infrastruktur auf, wobei allein rund 20% seiner Nodes bei AWS gehostet werden. Solanas Validator-Infrastruktur wird nahezu vollständig in Rechenzentren betrieben, eine Designentscheidung, die die Leistung unterstützt, aber die physische Angriffsfläche bündelt.

Die sechs bewerteten Dimensionen — Eigentumsverteilung, Ausstiegsflexibilität, Netzwerk-Verifikationsaufwand, kritische Resilienzschwelle, Blockchain-Rekonstruktionsaufwand sowie geografische und Provider-Resilienz — zeigen, dass kein einzelnes Netzwerk in allen Kategorien führend ist. Bitcoin erzielt die höchsten Werte bei Auditierbarkeit, Eigentumsverteilung und geografischer Resilienz. Der vollständige Bericht enthält einen Methodik-Anhang sowie Governance-Fallstudien zu Bitcoins SegWit-Upgrade und Solanas SIMD-228-Vorschlag.

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