Argentinien verpflichtet Kryptoplattformen zur Meldung von Nutzerdaten an die Steuerbehörde
Wichtige Erkenntnisse
- •Die Resolution 5804/2025 verpflichtet registrierte Anbieter von Dienstleistungen für virtuelle Vermögenswerte in Argentinien zu fortlaufenden monatlichen Meldungen an ARCA.
- •Die Meldepflicht gilt ab monatlichen Transaktions- oder Vermögensschwellen von ARS 50 Millionen für Privatpersonen und ARS 30 Millionen für juristische Personen.
- •Argentinien hat den OECD-Rahmen CARF unterzeichnet. Der grenzüberschreitende Informationsaustausch hängt jedoch von künftigen Umsetzungsmechanismen ab.
- •Die wichtigsten Meldepflichten sollen im Mai 2026 beginnen; Schulungen zur Rückverfolgung virtueller Vermögenswerte für Justizbeamte sind für August und September 2026 geplant.
- •Die betroffenen Plattformen, darunter Binance, Bybit, Coinbase, Lemon und Ripio, müssen Systeme für den neuen Meldeprozess einrichten.

Die argentinische Bundessteuerbehörde ARCA hat neue Meldepflichten für Kryptoplattformen und Zahlungsdienstleister erlassen. Die am 23. Dezember 2025 veröffentlichte Allgemeine Resolution 5804/2025 verpflichtet die betroffenen Unternehmen, detaillierte monatliche Berichte über Nutzer einzureichen, darunter Angaben zu Guthaben virtueller Vermögenswerte, Steueridentifikationsnummern und Transaktionsdaten.
Die Regelung trat sofort in Kraft, während die umfangreichsten Meldepflichten im Mai 2026 beginnen sollen. Argentinien hat außerdem den OECD-Rahmen für die Meldung von Krypto-Assets (CARF) unterzeichnet. Damit signalisiert das Land, dass es die erhobenen Informationen bis 2027 grenzüberschreitend teilen will.
Meldepflichten
Die Resolution 5804/2025 baut auf der Allgemeinen Resolution 4614 auf, einem früheren Rahmenwerk, das seit 2019 gilt. Nach den aktualisierten Vorschriften müssen die monatlichen Berichte Kontoinformationen wie die Rolle jedes Beteiligten, seine Nationalität, Steueridentifikationsnummer und Guthaben virtueller Vermögenswerte enthalten.
Die Meldeschwellen liegen bei ARS 50 Millionen für Privatpersonen und ARS 30 Millionen für juristische Personen. Maßgeblich sind die monatlichen Transaktionsvolumina oder Vermögensbestände.
Zu den von den Vorschriften erfassten Unternehmen gehören Binance, Bybit und Coinbase sowie argentinische Börsen wie Lemon und Ripio. Jeder in Argentinien tätige, registrierte Anbieter von Dienstleistungen für virtuelle Vermögenswerte (VASP) benötigt Systeme, die eine fortlaufende monatliche Übermittlung der Berichte ermöglichen.
Grenzüberschreitender Datenaustausch
Argentinien hat die Gemeinsame Erklärung zum OECD-Rahmen für die Meldung von Krypto-Assets unterzeichnet. Dabei handelt es sich um eine globale Initiative zur Standardisierung der Erhebung und des Austauschs steuerbezogener Kryptodaten zwischen Ländern. Als Zieltermin für die Umsetzung gilt 2027.
Argentinien hat bislang noch keine unmittelbaren Mechanismen für den grenzüberschreitenden Datenaustausch eingerichtet, wie sie CARF vorsieht. Durch die jetzt vorgeschriebene Erhebung im Inland schafft das Land jedoch die Infrastruktur für ein System, in dem Handelsaktivitäten auf argentinischen Börsen mit ausländischen Steuerbehörden geteilt werden könnten, sobald der internationale Rahmen in Kraft tritt.
Vorerst besteht die praktische Verpflichtung aus der Meldung an ARCA. Ein späterer Austausch dieser Informationen mit ausländischen Steuerbehörden würde von der Umsetzung von CARF und der Einrichtung der entsprechenden Austauschmechanismen abhängen.
Regulatorische Entwicklung und Durchsetzung
Die Resolution 5804/2025 baut auf dem 2019 geschaffenen Regulierungsrahmen auf, als Argentinien mit der Formalisierung der Registrierung von Anbietern von Dienstleistungen für virtuelle Vermögenswerte begann. Die neuen Anforderungen umfassen auch Verpflichtungen zur Bekämpfung der Geldwäsche.
ARCA hat für den Zeitraum von August bis September 2026 Schulungsprogramme zur Rückverfolgung virtueller Vermögenswerte für Justizbeamte angesetzt. Die Programme deuten darauf hin, dass auf die Datenerhebung Durchsetzungsmaßnahmen folgen sollen.
Auswirkungen auf Nutzer und Plattformen
Für argentinische Kryptonutzer bedeutet eine monatliche Aktivität von mehr als ARS 50 Millionen bei Privatpersonen beziehungsweise ARS 30 Millionen bei juristischen Personen, dass ihre Informationen zusammengestellt und an die Steuerbehörde übermittelt werden. Dadurch entsteht eine direkte Prüfspur, die die Identitäten der Nutzer mit ihren Kryptobeständen und Transaktionen verknüpft.
Für Plattformen stehen zunächst die Compliance-Kosten im Mittelpunkt. Größere internationale Börsen wie Binance und Coinbase verfügen aufgrund ihrer Tätigkeit in anderen regulierten Märkten möglicherweise bereits über Vorlagen für die Berichterstattung. Kleinere argentinische Plattformen wie Lemon und Ripio stehen vor einer größeren Aufgabe, wenn sie automatisierte Systeme für die monatlichen Übermittlungen entwickeln müssen. Der Beginn der wichtigsten Meldepflichten im Mai 2026 und die später im Jahr 2026 geplanten Schulungen sind die nächsten genannten Umsetzungsschritte für Plattformen und Vollzugsbehörden.
Quelle: CryptoBriefing