Anthropic wählt Berichten zufolge Nasdaq für geplanten Börsengang im Oktober
Wichtige Erkenntnisse
- •Anthropic hat Berichten zufolge eine mögliche Börsennotierung an der Nasdaq mit einem Zieltermin im Oktober ausgewählt, doch weder das Unternehmen noch die Börse haben die Börsenwahl oder den Notierungstermin bestätigt.
- •Reuters zufolge könnte Anthropic bis zu $100 Milliarden bei einer Bewertung von etwa $2 Billionen aufnehmen – eine Größenordnung, die den Börsengang zum größten aller Zeiten machen würde.
- •Nvidia erwägt eine Ankerinvestition von bis zu $10 Milliarden, wodurch die Beziehung zu dem KI-Entwickler vertieft würde.
- •Anthropics annualisiertes Umsatztempo überschritt Ende Juli $65 Milliarden, gegenüber etwa $9 Milliarden Ende 2025. Gleichzeitig verzeichnete das Unternehmen Berichten zufolge 2025 angesichts hoher Rechenkosten einen Nettoverlust von rund $42 Milliarden.
- •Morgan Stanley, Goldman Sachs, JPMorgan und Citigroup gehören zu den Banken, die an der Transaktion arbeiten. Vorausgegangen war Anthropics am 1. Juni bekannt gegebene vertrauliche S-1-Einreichung bei der SEC.

Anthropic hat sich Berichten zufolge für eine mögliche Börsennotierung an der Nasdaq entschieden, wobei der Claude-Entwickler ein Debüt im Oktober erwägt. Zeitplan, Börsenwahl, Bewertung, Aktienanzahl und Ausgabepreis sind weiterhin unbestätigt und hängen von den Marktbedingungen ab.
Reuters berichtete, dass Anthropic bis zu $100 Milliarden bei einer Bewertung von etwa $2 Billionen aufnehmen könnte, wobei beide Zahlen noch Gegenstand der Gespräche sind. Nvidia erwägt ebenfalls eine Investition von bis zu $10 Milliarden als möglicher Ankerinvestor. Anleger dürften diese Pläne den gemeldeten Verlusten von Anthropic im Jahr 2025 und einem annualisierten Umsatztempo von mehr als $65 Milliarden gegenüberstellen.
Vertrauliche S-1-Einreichung von Anthropic und möglicher Zeitplan für Oktober
Anthropic gab am 1. Juni bekannt, dass das Unternehmen vertraulich einen Entwurf der S-1-Registrierungserklärung bei der Securities and Exchange Commission eingereicht habe. Die Einreichung ermöglicht es dem Unternehmen, nach Abschluss der Prüfung durch die Aufsichtsbehörde mit einem Angebot fortzufahren. Anthropic erklärte jedoch, dass die Marktbedingungen darüber entscheiden würden, ob die Transaktion voranschreitet. Das Unternehmen teilte außerdem mit, dass die Zahl der anzubietenden Aktien und die Preisspanne noch nicht festgelegt worden seien.
Eine vertrauliche Einreichung stellt Anlegern nicht die Informationen eines öffentlichen Prospekts zur Verfügung, darunter geprüfte Finanzabschlüsse, Risiken, Eigentumsverhältnisse und Angebotsbedingungen. Anthropic hat die Einreichung oder geprüfte Finanzdaten nicht veröffentlicht. Solange diese Informationen nicht öffentlich sind, lassen sich die gemeldete Bewertung und die geplanten Kapitalaufnahmen nicht anhand der vollständigen geprüften Finanzabschlüsse oder endgültiger Angebotsbedingungen beurteilen. Das Unternehmen erklärte, dass die erforderlichen Finanzangaben mindestens 15 Tage vor Beginn des Marketings gegenüber Anlegern verfügbar sein müssten.
Reuters berichtete, dass die Roadshow frühestens Mitte Oktober beginnen könnte. Von der Nachrichtenagentur zitierte Quellen erwarten, dass die Börsennotierung kurz vor den Zwischenwahlen im November abgeschlossen wird, wobei sich der Zeitplan ändern könnte. Diese Quellen erwarten außerdem, dass Anthropic seine Einreichung Ende September veröffentlicht, wodurch Anleger nur begrenzte Zeit zur Prüfung der IPO-Dokumente hätten.
Weder Anthropic noch die Nasdaq haben die Börsenwahl oder einen Börsentermin im Oktober öffentlich bestätigt. Verzögerungen bei der regulatorischen Prüfung oder schwächere Marktbedingungen könnten das Angebot auf einen späteren Zeitraum verschieben. Der Oktober bleibt daher vorerst ein gemeldetes Ziel und kein fester Zeitplan.
Eine Notierung an der Nasdaq würde der Börse nach dem Börsendebüt von SpaceX Anfang 2026 ein weiteres großes Technologieangebot hinzufügen. Die Nasdaq konkurriert mit der New York Stock Exchange um große Börsennotierungen. Die beiden Börsen verwenden unterschiedliche Systeme zur Ermittlung des Eröffnungskurses einer Aktie am ersten Handelstag. Dieser Unterschied könnte für eine Transaktion mit voraussichtlich hoher Nachfrage und hohem Handelsvolumen relevant sein. Die Börsenwahl allein bestimmt jedoch nicht die Entwicklung nach der Notierung; auch Bewertung, Zuteilung, Ertragsqualität und die allgemeinen Marktbedingungen würden das Angebot beeinflussen.
Bewertung, Nvidia-Investment und finanzielle Risiken
Anthropic strebt Berichten zufolge bis zu $100 Milliarden bei einer Bewertung von rund $2 Billionen an. Sollte das Angebot zu diesen Konditionen umgesetzt werden, könnte es zum größten Börsengang aller Zeiten werden, wobei Quellen erklärten, dass sich die Gespräche ändern könnten.
Nvidia erwägt laut Reuters eine Investition von bis zu $10 Milliarden als möglicher Ankerinvestor. Eine solche Investition würde die Beziehung zwischen Anthropic und einem bedeutenden Lieferanten von Grafikprozessoren für Anwendungen der künstlichen Intelligenz vertiefen.
Anthropic nahm im Mai $65 Milliarden bei einer Post-Money-Bewertung von $965 Milliarden auf. Bis Ende Juli hatte das annualisierte Umsatztempo $65 Milliarden überschritten, gegenüber etwa $9 Milliarden Ende 2025. Das Umsatztempo ist eine auf der jüngsten Vertriebsaktivität basierende Schätzung und entspricht nicht den ausgewiesenen Jahresumsätzen.
Die gemeldeten Verluste des Unternehmens werden ein wichtiger Schwerpunkt der Prüfung des Börsengangs sein. Anthropic verzeichnete Berichten zufolge im Jahr 2025 angesichts hoher Rechenkosten einen Nettoverlust von etwa $42 Milliarden. Ein öffentlicher Prospekt dürfte zeigen, ob sich Margen, Liquiditätsverbrauch und Kundenkonzentration im Jahr 2026 verändert haben.
Morgan Stanley, Goldman Sachs, JPMorgan und Citigroup gehören laut Reuters zu den Banken, die an der Transaktion arbeiten. Ihre endgültigen Rollen könnten Aufgaben bei Vertrieb, Preisfestsetzung und Stabilisierung umfassen. Anleger dürften außerdem die Abhängigkeit von Anthropic von externen Cloud- und Chिपanbieter prüfen. Amazon und Google unterstützen das Unternehmen bereits und stellen Rechenressourcen bereit.
Jüngste Sicherheitswarnungen haben zudem die Modell-Governance und Risikohinweise von Anthropic vor einer möglichen Börsennotierung stärker in den Fokus gerückt. Die öffentliche Einreichung dürfte vor Beginn einer Roadshow Aufschluss über Stimmrechtskontrolle, Großaktionäre, Verwässerung, rechtliche Risiken und Finanzergebnisse geben.