Anthropic-CEO stellt klar: Kein Verbot von Open-Weight-KI, sondern strengere Chip-Restriktionen für China
Wichtige Erkenntnisse
- •Amodei sagte, Anthropic unterstütze kein Verbot von Open-Weight-KI-Modellen und befürworte kein staatliches Verbot solcher Systeme.
- •Er schlug strengere Exportkontrollen für fortschrittliche Chips und Fertigungsanlagen vor, insbesondere für China.
- •Zudem sprach er sich für Beschränkungen bei groß angelegter KI-Destillation und verpflichtende Sicherheitsbewertungen für fortschrittliche KI-Modelle aus.
- •Große Technologieunternehmen wie Nvidia, Google, Microsoft und OpenAI unterstützten offene Modelle in einem öffentlichen Brief.
- •Die Debatte hat sich nach der Veröffentlichung von Moonshot AIs Kimi K3 verschärft, einem Open-Weight-Modell, das US-Systeme zu geringeren Kosten herausfordern soll.

In einem am Montag veröffentlichten Blogbeitrag räumte Anthropic-CEO Dario Amodei mit seiner Darstellung zufolge Missverständnisse über die Position des Unternehmens zu Open-Weight-Modelen der künstlichen Intelligenz aus und sagte, Anthropic habe „never advocated for a ban on open-weight models“.
Amodei wies die Vorstellung zurück, das Unternehmen unterstütze ein staatliches Verbot solcher Systeme. Er sagte, KI-Modelle ohne gefährliche Fähigkeiten seien „a public good“, und räumte ein, ein Verbot könnte Anthropic vor Wettbewerb schützen, betonte jedoch, dies sei nicht die Motivation des Unternehmens.
ANTHROPIC CEO: OPEN SOURCE AI IS GETTING DANGEROUS
Anthropic CEO Dario Amodei told lawmakers that open-source AI is moving down a “very dangerous path.”
His warns that once powerful models are released openly, companies lose the ability to monitor misuse, revoke access, or… pic.twitter.com/099ptGEEP4
— Coin Bureau (@coinbureau) June 28, 2026
Anthropics politische Vorschläge
Statt ein Verbot zu fordern, legte Amodei drei politische Empfehlungen vor.
Erstens forderte er strengere Exportkontrollen für fortschrittliche Halbleiterchips und Fertigungsanlagen, die an autoritäre Länder geliefert werden, mit besonderem Schwerpunkt auf China. Er sagte, Chinas begrenzte inländische Halbleiterfertigungskapazität bedeute, dass das Land ohne Zugang zu amerikanischer Chiptechnologie keine KI-Systeme bauen könne, die die Fähigkeiten der USA übertreffen, weshalb Exportkontrollen das praktischste politische Instrument seien.
Zweitens sprach er sich für Beschränkungen bei groß angelegter KI-Destillation aus, also dem Prozess, kleinere Modelle mithilfe von Ausgaben leistungsfähigerer Systeme zu trainieren.
Drittens forderte er verpflichtende Sicherheitsbewertungen für alle ausreichend fortschrittlichen KI-Modelle, unabhängig davon, ob sie offen oder proprietär entwickelt werden.
Amodei sagte, Anthropic erkenne an, dass Open-Weight-Modelle den Zugang zu KI verbreitern und den Wettbewerb erhöhen können. Zugleich lehne das Unternehmen die Auffassung ab, solche Systeme seien grundsätzlich sicherer oder böten zwangsläufig Verteidigungsvorteile gegenüber böswilligen Akteuren. Diese Sichtweise ordnet Anthropic in einen breiteren politischen Streit ein, der sich inzwischen über Entscheidungen zur Veröffentlichung von Modellen hinaus auf die Infrastruktur und Methoden zur Entwicklung fortschrittlicher KI erstreckt, insbesondere da Regierungen abwägen, wie militärische oder Überwachungsanwendungen begrenzt werden können, ohne die breitere kommerzielle Nutzung einzuschränken.
Unterstützung der Technologiebranche für Open-Weight-Modelle
Die politische Debatte hat große Technologieunternehmen gespalten. In der vergangenen Woche veröffentlichte Nvidia-CEO Jensen Huang seinen ersten Beitrag auf X, um Open-Source-KI zu unterstützen, und unterzeichnete einen Brief, in dem argumentiert wird, dass offene Modelle Innovationen beschleunigen und die nationale Führungsrolle im Bereich KI stärken.
Auch Google-CEO Sundar Pichai unterzeichnete den Brief. Zu den weiteren Unterzeichnern gehörten Microsoft, Advanced Micro Devices, Cisco Systems, Cloudflare, GitHub und viele andere. Anthropic und Amazon unterzeichneten nicht.
OpenAI, das typischerweise geschlossene Systeme betreibt, unterzeichnete ebenfalls den Brief zur Unterstützung von Open-Weight-Modellen.
Die Diskussion gewann nach der Veröffentlichung von Kimi K3 durch das chinesische Unternehmen Moonshot AI an Dynamik, einem Open-Weight-Modell, das Berichten zufolge nahezu frontier-nahe Leistung zu geringeren Kosten als US-Konkurrenten liefert.
Berichte zufolge hat die Trump-Regierung auch Maßnahmen gegen die Entwicklung von Open-Source-KI geprüft, darunter mögliche Sanktionen gegen chinesische Forschungseinrichtungen, die angeblich Destillationsmethoden verwenden, um amerikanische KI-Systeme nachzubilden.
Amodei sagte, ein Verbot von Open-Weight-Modellen würde seine zentralen nationalen Sicherheitsbedenken nicht lösen, und argumentierte, Exportbeschränkungen für Halbleiter seien ein gezielteres Instrument als umfassende Modellverbote.
Der Beitrag Anthropic CEO Clarifies Stance: No Ban on Open-Weight AI, Push for China Chip Restrictions erschien zuerst auf Blockonomi .