NachrichtenKryptoAnthropics KI-Modell entdeckt kryptografische Schwachstelle in HAWK-256 und entfacht Debatte über die Bereitschaft der Blockchain-Sicherheit

Anthropics KI-Modell entdeckt kryptografische Schwachstelle in HAWK-256 und entfacht Debatte über die Bereitschaft der Blockchain-Sicherheit

Autor: CryptoMeter io·

Wichtige Erkenntnisse

  • Claude Mythos Preview identifizierte einen Schlüsselwiederherstellungsangriff gegen HAWK-256, der die effektive Sicherheitsmarge des vorgeschlagenen Post-Quanten-Signaturverfahrens halbiert.
  • Das KI-Modell demonstrierte zudem einen 200- bis 800-mal schnelleren kryptoanalytischen Angriff auf eine Sieben-Runden-Forschungsvariante von AES-128, nicht den vollständigen zehnrundigen Produktionsstandard.
  • Die Forschung erforderte ungefähr 60 Stunden Analyse mit minimaler menschlicher Anleitung und verbrauchte etwa 100.000 US-Dollar an API-Rechenressourcen.
  • Die aktuelle Kryptografie von Bitcoin bleibt unbeeinträchtigt, da sie auf SHA-256-Hashing und secp256k1-Signaturen der elliptischen Kurven basiert, die beide nicht Ziel der Forschung waren.
  • Anthropic teilte die Ergebnisse vor der Veröffentlichung den Entwicklern des Algorithmus sowie relevanten Regierungs- und Industrieeinrichtungen mit.
Anthropics KI-Modell entdeckt kryptografische Schwachstelle in HAWK-256 und entfacht Debatte über die Bereitschaft der Blockchain-Sicherheit

Anthropic hat bekannt gegeben, dass sein experimentelles KI-Modell Claude Mythos Preview nach ungefähr 60 Stunden Analyse eine bisher unbekannte kryptografische Schwachstelle in HAWK-256, einem post-quanten digitalen Signaturverfahren, identifiziert hat. Die Entdeckung hat die Debatte über die Zukunft der kryptografischen Sicherheit neu entfacht und die Frage aufgeworfen, ob Blockchain-Netzwerke wie Bitcoin ihre Vorbereitungen auf eine Ära beschleunigen sollten, die von zunehmend leistungsfähigen KI-Systemen geprägt sein wird.

Laut dem Unternehmen operierte das KI-Modell nur mit gelegentlicher menschlicher Anleitung und identifizierte einen Angriff, der die Sicherheitsmarge von HAWK-256 effektiv halbiert. Anthropic schätzte, dass die Forschung etwa 100.000 US-Dollar an API-Rechenressourcen verbrauchte.

Wichtigste Ergebnisse

Die Forschung brachte mehrere bemerkenswerte Ergebnisse hervor:

  • Ein neuer Schlüsselwiederherstellungsangriff gegen HAWK-256, der das effektive Sicherheitsniveau erheblich senkt.
  • Ein 200- bis 800-mal schnellerer Angriff auf eine Sieben-Runden-Version von AES-128 – nicht den vollständigen 10-Runden-AES-128-Standard, der in der Produktion verwendet wird.
  • Vorabmitteilung der Ergebnisse an die Entwickler des Algorithmus sowie an relevante Regierungs- und Industrieeinrichtungen vor der Veröffentlichung.

Die Forscher betonten, dass HAWK weiterhin ein vorgeschlagenes post-quantenes Signaturverfahren und kein weit verbreiteter Standard ist. Post-Quanten-Kryptografie ist ein aktives Forschungsfeld, das durch die Sorge angetrieben wird, dass zukünftige Quantencomputer weit verbreitete Public-Key-Systeme wie RSA und elliptische Kurven-Kryptografie brechen könnten. Das U.S. National Institute of Standards and Technology führt seit 2016 einen mehrjährigen Post-Quanten-Standardisierungsprozess durch und veröffentlichte im August 2024 seine ersten finalisierten Post-Quanten-Standards. HAWK gehört zu zahlreichen Vorschlägen, die akademisch untersucht werden, wurde jedoch nicht als NIST-Standard ausgewählt.

Ebenso gilt das AES-Ergebnis nur für eine bewusst abgeschwächte Forschungsvariante, nicht für die Verschlüsselung, die derzeit Bankensysteme, Messaging-Plattformen und den Internetverkehr schützt. Kryptoanalytische Fortschritte bei reduzierten Runden-Versionen von AES sind eine gängige akademische Methode zur Untersuchung der Struktur des Algorithmus und implizieren keine Schwachstellen im vollständigen Standard.

Implikationen für Bitcoin und die Blockchain-Sicherheit

Die Ergebnisse lösten in der Kryptowährungs-Community erneute Diskussionen aus, da die langfristige Sicherheit von Bitcoin von robuster Kryptografie abhängt. Einige Beobachter argumentieren, dass zunehmend leistungsfähige KI-Systeme den Zeitrahmen für die Entdeckung von Schwachstellen in kryptografischen Algorithmen verkürzen könnten, was proaktive Upgrades kritischer macht.

Die neuen Entdeckungen bedrohen jedoch nicht die aktuelle Kryptografie von Bitcoin. Bitcoin stützt sich in erster Linie auf SHA-256-Hashing und das secp256k1-Signatursystem der elliptischen Kurven, von denen keines von der Forschung von Anthropic betroffen war. Der HAWK-Angriff zielt auf einen unverwandten Post-Quanten-Signaturvorschlag ab, während das AES-Ergebnis eine reduzierte akademische Variante und keinen eingesetzten Verschlüsselungsstandard betrifft.

Dennoch zeigt die Arbeit, wie sich Grenz-KI-Modelle zu leistungsstarken Forschungswerkzeugen entwickeln – fähig, sowohl Schwachstellen aufzudecken als auch zu stärkeren künftigen kryptografischen Standards beizutragen. Die Fähigkeit, ungefähr 60 Stunden lang durchgehende Kryptoanalyse für berichtete 100.000 US-Dollar an Rechenleistung durchzuführen, signalisiert zudem einen potenziellen Wandel in der Ökonomie der Sicherheitsforschung, bei dem Aufgaben, die einst wochenlange Arbeit von Fachexperten erforderten, zunehmend durch KI-Systeme erweitert oder beschleunigt werden könnten. Mit dem weiteren Fortschritt der KI-Fähigkeiten könnten Kryptografen und die Kryptowährungsbranche unter wachsendem Druck stehen, widerstandsfähigere Sicherheitsmechanismen zu evaluieren und einzuführen, bevor theoretische Risiken praktisch werden.