NachrichtenAktienAmazon plant eine etwa versechsfachte Erweiterung der Prime-Air-Drohnenlieferungen mit Ziel von fast 500 US-Städten bis Ende 2026

Amazon plant eine etwa versechsfachte Erweiterung der Prime-Air-Drohnenlieferungen mit Ziel von fast 500 US-Städten bis Ende 2026

Autor: Fox Business Markets·

Wichtige Erkenntnisse

  • Amazon beabsichtigt, Prime Air bis Ende 2026 von 11 Lieferstandorten auf fast 500 US-Städte und Gemeinden auszuweiten.
  • Die nächste Ausbauphase ist für die Metropolregionen Chicago, Atlanta, Cleveland, Syracuse und Boise geplant.
  • Nach Amazons Angaben hat Prime Air in diesem Jahr bereits Hunderttausende von Paketen zugestellt.
  • Prime Air kann Pakete mit einem Gewicht von 5 Pfund oder weniger transportieren, und nach Amazons Angaben erreichen die meisten Lieferungen die Kunden etwa eine Stunde nach dem Bezahlvorgang.
  • Amazon besitzt die FAA-Part-135-Zertifizierung, während die vorgeschlagenen FAA-Regeln für Flüge außerhalb der Sichtweite noch nicht final sind.
Amazon plant eine etwa versechsfachte Erweiterung der Prime-Air-Drohnenlieferungen mit Ziel von fast 500 US-Städten bis Ende 2026

Amazon bereitet eine etwa versechsfachte Erweiterung seines Prime-Air-Drohnenliefernetzes vor und peilt bis Ende 2026 fast 500 US-Städte und Gemeinden an, während Einzelhändler und Lieferunternehmen darum wetteifern, die Zustellung auf der letzten Meile schneller und günstiger zu machen.

Der Ausbau würde die Präsenz von Prime Air von derzeit 11 Lieferstandorten in 10 Metropolregionen dramatisch verbreitern und Amazon einen deutlich größeren Test dafür geben, ob unbemannte Fluggeräte zu einem bedeutsamen Teil seines Logistiknetzes werden können. Die nächste Phase des Rollouts ist für die Metropolregionen Chicago, Atlanta, Cleveland, Syracuse und Boise geplant; weitere Orte sollen noch in diesem Jahr hinzukommen.

Der Schritt bedeutet eine deutliche Beschleunigung für ein Programm, das sich nur allmählich entwickelt hat: Amazon kündigte Drohnenlieferungen erstmals 2013 an und begann erst Ende 2022 mit regelmäßigen Lieferungen an Kunden, zunächst in College Station in Texas und in Lockeford in Kalifornien. Amazon hat zudem separat erklärt, bis Ende des Jahrzehnts 500 Millionen Pakete pro Jahr per Drohne zustellen zu wollen – ein Ziel, das eine weit größere Abdeckung erfordern würde, als der Dienst heute aufweist.

Wettbewerber drängen in die Lüfte

Der Vorstoß fällt in eine Zeit, in der auch Wettbewerber im Bereich der Drohnenlieferungen aktiv werden. Walmart, das Drohnenlieferungen ab 2020 pilotierte, hat seinen Dienst über Partner wie die zu Alphabet gehörende Wing und Zipline ausgeweitet, während DoorDash kürzlich die behördliche Zulassung für den Betrieb eines eigenen kommerziellen Drohnenliefernetzes erhielt. Uber gab unterdessen in dieser Woche eine Partnerschaft mit Zipline bekannt.

Nach Angaben von Amazon hat Prime Air in diesem Jahr bereits Hunderttausende von Paketen zugestellt.

„Die Kunden kommen bereits für schnelle Same- und Next-Day-Lieferungen zu Amazon, und Prime Air bietet ihnen eine noch schnellere Option, wenn sie diese benötigen“, sagte David Carbon, Vizepräsident von Prime Air.

Was Prime Air transportiert und was es kostet

Prime Air kann die meisten Pakete mit einem Gewicht von 5 Pfund oder weniger und etwa in der Größe eines großen Schuhkartons transportieren, wodurch mehr als 60 % der von Kunden am häufigsten gekauften Produkte für die Drohnenlieferung infrage kommen. Bestellungen können in nur 30 Minuten eintreffen, wobei die meisten nach Amazons Angaben etwa eine Stunde nach dem Bezahlvorgang bei den Kunden ankommen.

Amazon erklärt, sein neuestes Fluggerät, die MK30, sei leiser als frühere Modelle, könne bei leichtem Regen und in einem größeren Temperaturbereich fliegen und habe etwa die doppelte Reichweite ihres Vorgängers – Änderungen, die es dem Dienst ermöglichen sollen, an mehr Orten und unter mehr Bedingungen zu operieren.

Prime-Mitglieder erhalten die Drohnenlieferung ab einem Bestellwert von 50 USD kostenlos und zahlen bei kleineren Bestellungen 2,99 USD; Kunden ohne Prime-Mitgliedschaft zahlen 4,99 USD.

Der Ausbau eröffnet eine weitere Front in Amazons breiter angelegter Anstrengung, Lieferzeiten zu verkürzen – ein Bereich, in dem Einzelhändler zunehmend um Geschwindigkeit und Komfort wetteifern. Die letzte Meile gilt häufig als teuerster Abschnitt auf dem Weg eines Pakets, ein Grund, warum Logistikanbieter Alternativen wie Drohnen erproben.

Regulatorische Grundlage und offene Fragen

Die Drohnenlieferung bleibt jedoch ein kleiner Teil des gesamten Liefermarkts und steht vor Herausforderungen, die von bundesbehördlichen Luftarbeitsanforderungen über Wetter bis hin zu Lärm, Sicherheit und der Wirtschaftlichkeit im Wettbewerb mit herkömmlichen Lieferwagen und Fahrern reichen.

Amazon besitzt für Prime Air die Part-135-Zertifizierung der Federal Aviation Administration, die das Unternehmen 2020 als einer der ersten für solche Flüge zugelassenen Betreiber erhielt, und erklärt, seine Drohnen nutzten ein autonomes „detect-and-avoid“-System, um den umgebenden Luftraum zu überwachen und Hindernisse zu erkennen, ohne dass eine Person einen Live-Videostream beobachten muss.

Wie weit sich das Modell skalieren lässt, hängt auch von Regeln ab, die noch geschrieben werden: Im Mai 2025 schlug die FAA Vorschriften vor, die routinemäßige Drohnenflüge außerhalb der Sichtweite des Betreibers erlauben würden – eine Änderung, die Drohnenbetreiber als entscheidend für die bundesweite Ausweitung bezeichnen. Diese Regeln sind bislang nicht final.

Für Amazon wird der Ausbau ein breiter angelegter Test dafür sein, ob sich die Drohnenlieferung von einem eingeschränkten Dienst zu einem praktischen, skalierbaren Teil des Netzes für die letzte Meile entwickeln kann.