NachrichtenAktienAmazon beantragt FCC-Genehmigung für Direct-to-Device-Netz mit 5.105 Satelliten

Amazon beantragt FCC-Genehmigung für Direct-to-Device-Netz mit 5.105 Satelliten

Autor: Blockonomi·

Wichtige Erkenntnisse

  • Amazon hat bei der FCC beantragt, bis zu 5.105 Satelliten für Direct-to-Device-Mobilfunkkonnektivität einzusetzen.
  • Der geplante Dienst würde im Rahmen von Amazons ausstehender Übernahme über $11.6 Milliarden stark auf Spektrum und Infrastruktur von Globalstar setzen.
  • Amazon erwartet, die Globalstar-Transaktion 2027 abzuschließen; der erste D2D-Dienstausbau soll 2028 starten.
  • Das vorgeschlagene Netz würde Nutzer mit eingeschränkter Funkabdeckung adressieren und könnte Notfalleinsätze, abgelegene Arbeitsstandorte, Flotten und Logistikabläufe unterstützen.
  • Amazons D2D-Plan würde mit SpaceX’ Starlink Mobile konkurrieren, das in den Vereinigten Staaten bereits über T-Mobile Direct-to-Cellular-Konnektivität anbietet.
Amazon beantragt FCC-Genehmigung für Direct-to-Device-Netz mit 5.105 Satelliten

Amazon hat bei der Federal Communications Commission eine Genehmigung beantragt, eine Konstellation von bis zu 5.105 Satelliten zu betreiben, um Direct-to-Device- oder D2D-Konnektivität für Smartphones und andere Mobilgeräte zu unterstützen.

Das von dem in Seattle ansässigen Technologieunternehmen geplante Amazon Leo D2D-System soll laut einem am Wochenende eingereichten Antrag Sprachkommunikation, Datenübertragung, Messaging und Notfalldienste direkt für Geräte bereitstellen, ohne auf herkömmliche Mobilfunkmast-Infrastruktur angewiesen zu sein. Solche Systeme sollen grundlegende mobile Konnektivität über die Reichweite terrestrischer Netze hinaus ausdehnen, insbesondere in Gebieten, in denen der Bau oder Betrieb von Mobilfunkmasten schwierig ist.

Das Netz würde in erheblichem Umfang das Spektrum und die Infrastruktur von Globalstar nutzen. Amazon gab im April bekannt, den Satellitenkommunikationsanbieter in einer Transaktion im Wert von rund $11.6 Milliarden übernehmen zu wollen. Das Unternehmen erwartet, die Globalstar-Übernahme 2027 abzuschließen; der erste Ausbau des D2D-Dienstes soll 2028 beginnen.

Die geplante Satellitenkonstellation würde parallel zu den bestehenden Breitband-Satellitendiensten der ersten und zweiten Generation von Amazon Leo sowie zu den HIBLEO- und C-3-Satellitensystemen von Globalstar betrieben. In dem Antrag nannte Amazon Verbraucher mit eingeschränktem oder keinem Zugang zu zuverlässiger Funkabdeckung durch traditionelle Anbieter als Hauptzielgruppe des Dienstes.

Amazon verwies zudem auf weitere Einsatzmöglichkeiten des Systems, darunter Notfalleinsätze wie Such- und Rettungsmissionen. Das Unternehmen erklärte, das Netz könne auch Konnektivität für abgelegene Arbeitsstandorte, Fahrzeugflotten und Logistikabläufe unterstützen.

Zur Unterstützung des geplanten Dienstes hat Amazon Partnerschaften mit großen Telekommunikations- und Konnektivitätsanbietern geschlossen. Vodafone, DirecTV, Herotel und Australiens National Broadband Network wurden als Partner der D2D-Initiative genannt.

Direkter Wettbewerb mit Starlink

Amazons Plan würde das Unternehmen in direkten Wettbewerb mit dem Starlink Mobile-Dienst von SpaceX bringen, der in den Vereinigten Staaten bereits über eine Partnerschaft mit T-Mobile Direct-to-Cellular-Konnektivität anbietet.

Starlink betreibt eine aktive Konstellation von mehr als 10.000 Satelliten und ist der führende Anbieter von Internetdiensten im niedrigen Erdorbit. Amazon hat im Vergleich dazu bislang mehr als 390 Satelliten ausgebracht. Das Unternehmen erklärte kürzlich, diese Zahl reiche aus, um noch im laufenden Jahr einen „initial service“ zu starten.

Der Antrag erweitert zudem Amazons Satellitenambitionen über feste Breitbanddienste hinaus und rückt mobile Konnektivität sowie Notfallkommunikation in dasselbe Wettbewerbsfeld wie Internetzugang über den niedrigen Erdorbit.

Kuiper-Entwicklung und FCC-Anforderungen

Die FCC gewährte Amazon im vergangenen Monat regulatorische Erleichterungen, indem sie eine Ausnahmegenehmigung im Zusammenhang mit der Vorgabe billigte, bis zum 30. Juli 1.600 Satelliten der ersten Generation in Betrieb zu haben.

Amazon bleibt verpflichtet, den vollständigen Ausbau seiner Konstellation mit 3.232 Satelliten bis zur Frist im Juli 2029 abzuschließen. Seit April vergangenen Jahres erweitert das Unternehmen seine Leo-Internetinfrastruktur stetig im Rahmen seiner langfristigen Bemühungen, mit Starlink zu konkurrieren.

Für die D2D-Initiative hat Amazon im Rahmen der noch ausstehenden Übernahmevereinbarung Zugang zu Globalstars Lizenzen für drahtloses Spektrum gesichert. Dieser Spektrumzugang ist eine zentrale Voraussetzung für den Betrieb des geplanten Systems, und der FCC-Antrag stellt einen notwendigen regulatorischen Schritt dar, bevor Amazon das vorgeschlagene Satellitennetz für kommerzielle Dienste einsetzen kann.

Die Aktien von Amazon.com, Inc. (AMZN) verzeichneten im Montagvormittagshandel leichte Gewinne und steuerten damit darauf zu, eine vier Sitzungen andauernde Verlustserie zu beenden.