Alibaba, Nvidia, Samsung und Handelsspannungen zwischen den USA und Kanada: Die wichtigsten Meldungen des Tages
Wichtige Erkenntnisse
- •Alibaba will in Hongkong $10.2 billion aufnehmen, um Ausgaben für Chips, Recheninfrastruktur und die Entwicklung von KI-Modellen zu finanzieren.
- •Nvidia-Aktien fielen vor dem Quartalsbericht am Mittwoch um etwa 2.4%, während Anleger auf Umsatz im Rechenzentrumsbereich, Blackwell-Nachfrage und den Ausblick achten.
- •Nvidia führt Berichten zufolge Gespräche über eine Beteiligung an Perplexity, das in der neuen Finanzierungsrunde mit mehr als $30 billion bewertet wird.
- •Kanada wird am 8. September mit Vergeltungszöllen beginnen, nachdem die Handelsgespräche mit den Vereinigten Staaten gescheitert sind.
- •Samsung fiel um mehr als 8%, nachdem sein Plan zur Rückführung von 90 trillion bis 110 trillion won an Aktionäre hinter den Markterwartungen zurückblieb.

Die Märkte starteten mit fünf dominierenden Themen in die Woche: Alibaba nahm durch einen Aktienverkauf in Hongkong $10.2 billion auf, um KI-Ausgaben zu finanzieren, und drückte damit die Aktie um mehr als 8%; Nvidia führt Gespräche über eine Beteiligung an dem KI-Such-Startup Perplexity, das nun mit mehr als $30 billion bewertet wird; Nvidia-Aktien fielen vor dem stark beachteten Quartalsbericht am Mittwoch um 2.4%; Kanada kündigte nach dem Scheitern der Handelsgespräche mit den Vereinigten Staaten Vergeltungszölle ab dem 8. September an; und Samsung gab trotz eines Aktienrückkauf- und Rückführungsprogramms im Wert von bis zu $80 billion mehr als 8% nach. Zusammengenommen zeigten die Bewegungen, wie Anleger hohe KI-Ausgaben, Bewertungsdruck und politische Risiken über Technologie- und Industriewerte hinweg abwägen.
Alibaba fällt nach Aktienverkauf über $10.2 billion
Alibaba kündigte Pläne an, durch eine Kapitalerhöhung in Hongkong $10.2 billion aufzunehmen, um seine KI-Ambitionen zu finanzieren. Das Angebot ist der bislang größte primäre Folgeaktienverkauf eines an der Börse von Hongkong notierten Unternehmens; die Erlöse sind für Chips, Recheninfrastruktur und die Entwicklung von Modellen vorgesehen.
Die Aktie verlor mehr als 8%, nachdem Anleger auf das Verwässerungsrisiko reagierten. Die Kapitalaufnahme folgt auf einen Rückgang des jüngsten Quartalsgewinns von Alibaba um 75%, getrieben durch hohe KI-Ausgaben, und Anleger wollen nun Renditen auf diese Investitionen sehen. Der Umfang des Deals zeigt zudem, wie kapitalintensiv der KI-Ausbau für große Internetunternehmen geworden ist.
Nvidia erwägt Beteiligung an Perplexity
Nvidia führt Berichten zufolge Gespräche über eine Beteiligung am KI-Suchunternehmen Perplexity im Rahmen einer neuen Finanzierungsrunde, die das Startup mit mehr als $30 billion bewerten würde, nach rund $20 billion vor nur einem Jahr. Der annualisierte Umsatz von Perplexity ist von unter $250 million zu Beginn von 2026 auf mehr als $750 million gestiegen.
Eine Beteiligung würde Nvidias Reichweite über das Kerngeschäft mit Chips hinaus weiter in das KI-Software-Ökosystem ausdehnen, zu einem Zeitpunkt, an dem das Unternehmen bereits zentral für die Infrastrukturausgaben im gesamten Sektor ist.
Nvidia fällt vor wichtigem Quartalsbericht
Nvidia-Aktien gaben am Montag um rund 2.4% nach, da Anleger vor dem Quartalsbericht am Mittwoch Positionen abbauten. Auch der breitere Halbleitersektor verzeichnete stärkere Verluste: Marvell und Micron fielen jeweils um mehr als 6%, Sandisk um mehr als 10%.
Anleger werden die Umsätze im Rechenzentrumsbereich, die Nachfrage nach Blackwell-Chips und den Ausblick des Managements genau beobachten. Da Nvidia eines der größten Unternehmen im S&P 500 ist, könnten die Ergebnisse den Gesamtmarkt bewegen; der Ausblick dürfte zudem als Test dafür gesehen werden, ob die KI-Nachfrage stark genug bleibt, um die jüngste Rally des Sektors zu stützen.
Handelsspannungen zwischen den USA und Kanada verschärfen sich
Die Handelsgespräche zwischen den Vereinigten Staaten und Kanada sind gescheitert, und Kanada will am 8. September Vergeltungszölle einführen. Die Maßnahmen werden die US-Zölle eins zu eins spiegeln und Stahl, Haushaltsgeräte, landwirtschaftliche Ausrüstung und andere Waren betreffen.
Die beiden Länder haben eng verzahnte Lieferketten, insbesondere in der Automobil- und industriellen Fertigung, und ein länger anhaltender Streit könnte die Kosten für Unternehmen auf beiden Seiten der Grenze erhöhen. Damit ist die Zolleskalation nicht nur für Exporteure relevant, sondern auch für Hersteller, die auf grenzüberschreitende Teile und Fertigprodukte angewiesen sind.
Samsung fällt trotz Rekord-Rückführungen an Aktionäre
Die Samsung-Aktie verlor mehr als 8%, nachdem Anleger von den Details des Programms zur Rückführung an Aktionäre enttäuscht waren. Das Unternehmen teilte mit, zwischen 90 trillion und 110 trillion won — rund $65 billion bis $80 billion — an die Aktionäre zurückzugeben, weniger als das aggressivere Aktienrückkaufprogramm, das Anleger erwartet hatten.
Die Reaktion stand im Kontrast zum Rivalen SK Hynix, der kürzlich einen Rückkauf über $28.6 billion ankündigte und sich zugleich verpflichtete, mehr als die Hälfte des künftigen freien Cashflows zurückzuführen. Samsung bleibt ein wichtiger Akteur bei der Nachfrage nach KI-bezogenen Speicherchips, doch der Ausverkauf am Montag zeigt, wie hoch die Erwartungen inzwischen geworden sind, da Anleger Kapitalrückführungspläne in der Halbleiterbranche vergleichen.